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Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

„Jahrhundertaufgabe“ Digitalisierung des Filmerbes

Kulturstaatsministerin Monika Grütters beim Filmerbe-Festival „Film:ReStored“

27. September 2016. – Bei der Eröffnung des „Film-ReStored“-Festivals am 22. September 2016 in Berlin bezeichnete Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Digitalisierung des deutschen Filmerbes als eine „Jahrhundertaufgabe“, die nur durch „eine langfristige Strategie und eine Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Filmwirtschaft“ zu lösen sei. Das Festival zeige, „wie wichtig eine konsequente, kontinuierliche und umfassende Strategie für die Digitalisierung unseres Filmerbes“ sei. Wir dürften nicht riskieren, „dass noch weitere Jahre vergehen“, um das Filmerbe für die folgenden Generationen zu bewahren. Grütters kündigte an, auch 2017 wieder eine Million Euro für Digitalisierungsprojekte der Einrichtungen des Kinematheksverbunds bereitzustellen.

Zurzeit arbeitet die Staatsministerin für Kultur und Medien gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft an einer langfristigen Digitalisierungsstrategie. „Wir wollen dauerhaft eine verlässliche Summe bereitstellen, damit die Filmerbeeinrichtungen, die Filmbranche und die technischen Betriebe langfristig planen können.“

Um Verleih und Vertrieb des digitalisierten Filmerbes zu fördern, sehe der Gesetzentwurf zum Filmförderungsgesetzes unter anderem vor, dass „Mittel der Absatzförderung in begrenztem Umfang für den Verleih und Vertrieb deutscher Filmklassiker“ eingesetzt werden können.

Grütters berichtete zudem, dass in diesem Sommer Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sowie Filmhistoriker und Vertreter von Filmerbeeinrichtungen die Digitalisierung nationalsozialistischer Propagandafilme beraten habe. „Wir sind uns einig, dass eine Archivierung und Digitalisierung gerade auch dieser Filme erforderlich ist, um sie als historische Quelle zu erhalten.“ Die Diskussion auch über mögliche Formen der Veröffentlichung von NS-Filmen werde im Herbst fortgesetzt.


Wortlaut der Rede
[2016/09/27]

Linke fordert gesamtstaatliche Strategie für den Erhalt des Filmerbes

Erklärung von Harald Petzold, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag

22. September 2016. – Aus Anlass des Filmerbe-Festivals Film:ReStored der Deutschen Kinemathek vom 22. bis 25. September 2016 in Berlin fordert Harald Petzold, der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, politische Lösungen für die Archivierung des Filmerbes und den Zugang zu ihm: "Es gibt weder ausreichende Finanzdeckung zur Erhaltung des nationalen Filmgutes und auch die die personelle Ausstattung ist höchst defizitär."

Petzold verweist darauf, dass DIE LINKE zuletzt im Juli einen Antrag (BT-Drs.:18/8888) in den Bundestag eingebracht hat, der eine gesamtstaatliche Strategie zur Sicherung, Digitalisierung und Zugänglichmachung des Filmerbes bis spätestens 2017 umschreibt. "Wichtigster Punkt die Finanzierung: jährlich sollen die benötigten Kosten von dreißig Millionen Euro auf Bund, Länder und Filmwirtschaft verteilt werden. Enthalten sind hier die Kosten auch für den Erhalt der Originale." DIE LINKE hat zudem einen entsprechenden Änderungsantrag in die laufenden Haushaltsverhandlungen für den Bundeshaushalt 2017 gestellt.


Vollständiger Wortlaut der Pressemitteilung
[2016/09/23]

ZUGANG GESTALTEN! - Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe

Konferenz am 17./18. November 2016 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin

20. September 2016. - "Die Digitalisierung des kulturellen Erbes hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Doch angesichts der rasanten technologischen Entwicklung der elektronischen Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen nach der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Auf der fünften internationalen Konferenz sollen (...) die damit zusammenhängenden Aspekte erörtert werden."
(Aus dem Tagungsprogramm)
Zum Programm
[2016/09/20]

Nitrofilme sind "unersetzliches filmkünstlerisches und filmwissenschaftliches Kulturgut"

Ein Appell von 1965

18.9. 2016. – Im Dezember 1965 bat die in München tagende Deutsche Gesellschaft für Film- und Fernsehforschung die Kultusminister der Länder, "die durch Vernichtung bedrohten künstlerisch wertvollen Nitrofilme durch geeignete Maßnahmen zu erhalten, da sie unersetzliches filmkünstlerisches und filmwissenschaftliches Kulturgut darstellen." (Film-Echo/Filmwoche, 19. Jg., Nr. 100, 18.12.1965, S. 6)

Leider ist diese Bitte weiterhin hochaktuell. Allerdings sollten nicht nur die künstlerisch wertvollen, sondern alle Nitrofilme aufbewahrt werden, sofern die Materialqualität dies zulässt.



[2016/09/18]

"Unbedingt erhalten"

Harald Petzold (DIE LINKE) über das Kopierwerk des Bundesarchiv-Filmarchivs

4. September 2016. – Harald Petzold, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, besuchte am 31. August das Kopierwerk des Bundesarchiv-Filmarchivs in Hoppegarten: „Es ist eine beeindruckende Anlage, die unbedingt erhalten werden muss.“ Probleme gäbe es sowohl beim Personalbedarf, da es für diese Arbeiten kein festes Berufsbild gibt, aber auch bei der finanziellen Ausstattung. „Die Initiative ‚Filmerbe in Gefahr’ befürchtet, dass im Gefolge dieses Gutachtens die analoge Filmkopierung beim Bundesfilmarchiv aus Kostengründen völlig aufgegeben wird. Ich fände das fatal. Die Sicherung dieser Filme ist eine nationale Kulturaufgabe, die nicht von betriebswirtschaftlichen Erwägungen abhängig gemacht werden darf.“


http://www.harald-petzold.de/#!Zu-Besuch-beim-Bundesfilmarchiv/mgcao/57c98db7c00ac94b536eeeae
[2016/09/04]

Fatale Tendenz zur Selektion

Anmerkungen der Initiative "Filmerbe in Gefahr" zur "Stellungnahme des Deutschen Kulturrates zum Schutz des deutschen audiovisuellen Kulturerbes (Entwurf vom 20.02.2016)"

31.7.2016. – Es ist richtig: Die Zeit drängt! Das kulturelle Erbe, das auf analogen Datenträgern gespeichert ist, wird zunehmend unsichtbar. Es ist dringend erforderlich, es vor dem Verfall zu sichern, es zu bewahren und zugänglich zu machen, und es ist höchste Zeit, für diese Aufgaben valide Strategien zu entwickeln.

Doch die Vorschläge im vorliegenden Entwurf offenbaren – teils ausdrücklich, teils versteckt – eine fatale Tendenz zur Selektion. Begriffe wie „außerordentlich wertvoll“ suggerieren, dass es auch weniger wertvolle oder wertlose Kulturgüter gebe: Unterscheidungen, die für den Kunstbetrieb und das Feuilleton gelten mögen, aus der Sicht der Archive und einer verantwortungsvollen Kulturpolitik jedoch unhaltbar sind.
Die deutsche Filmgeschichte ist so lückenhaft überliefert, dass jedes Fragment "wertvoll" ist und archiviert werden muss. Nicht nur der Filmhistoriker, der seinem Medium verpflichtet ist, auch Medien- und Kulturhistoriker wie die Geschichtsforschung insgesamt sind, ebenso wie die Sozialwissenschaften, auf historisches Filmmaterial als Quellenmaterial angewiesen und an seiner Erhaltung interessiert.

Wir begrüßen daher, dass die vorgelegte Stellungnahme die Vielfalt des audiovisuellen Erbes hervorhebt und ausdrücklich auch die sog. Trivialkultur, Amateurfilme, Dokumentarfilme zur Kultur-, Sozial- und Industriegeschichte unseres Landes, … [more…]

Der Deutsche Kulturrat legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der hier kommentierten „Stellungnahme des Deutschen Kulturrates zum Schutz des deutschen audiovisuellen Kulturerbes; 3. Entwurf vom 20.02.2016“ nicht, wie der Titel nahelegt, um eine Stellungnahme des Deutschen Kulturrates, „sondern um den Entwurf innerhalb eines Diskussionsprozesses der Sektion Film, Rundfunk und audiovisuelle Medien“ handelt. – Dieser Entwurf war die Grundlage des Symposiums „Vergangenheit braucht Zukunft!“, das die Sektion „Film, Rundfunk und Audiovisuelle Medien“ in Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat am 8. Juli 2016 abhielt; er wurde anschließend den Teilnehmern zur Kommentierung vorgelegt.


[2016/08/03]

Film:ReStored. Das Filmerbe-Festival

Neues Filmerbe-Festival im September 2016 in Berlin / Programm jetzt online

21. Juni 2016. – Unter dem Titel „Film:ReStored. Das Filmerbe-Festival“ findet vom 22. bis 25. September 2016 im Filmhaus am Potsdamer Platz die erste Ausgabe eines neuen Filmerbe-Festivals statt. In diesem Rahmen wird am 24. September 2016 auch der Kinopreis des Kinematheksverbundes verliehen.

In Vorträgen und Podiumsrunden werden ethische, technische und ästhetische Fragen diskutiert, die sich bei der Digitalisierung historischer Filme stellen. In diesem Jahr wird der Status des Originals als Archivgut wie als Referenz für jede Kopierung im Mittelpunkt der Diskussionen stehen. Gäste aus Schweden und Frankreich berichten über Erfahrungen bei der digitalen Restaurierung und Archivierung historischer Filme. Filmvorführungen bieten die Gelegenheit, Schätze der deutschen Filmgeschichte als digital restaurierte Erstaufführung zu erleben.

Das Programm kann auf der Website der Deutschen Kinemathek eingesehen werden.

In Deutschland widmen sich bereits mehrere Festivals und Programmreihen dem Filmerbe, stets in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Institutionen.

2013 wurde bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin die Reihe Berlinale Classics etabliert. Sie ergänzt die Retrospektive um aktuelle Restaurierungen von Filmklassikern sowie wiederentdeckte Filme und versteht sich als Forum für Erstaufführungen hochwertiger Restaurierungen und … [more…]

[2016/08/01]

Worauf noch warten?

LINKE mit eigenem Antrag zum Erhalt des Filmerbes

7. Juli 2016 – Der Antrag „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ der Bundestagsfraktion DIE LINKE wurde heute in erster Lesung, ohne Debatte, im Plenum des Deutschen Bundestages eingebracht. Nach der parlamentarischen Sommerpause folgt die Debatte im Ausschuss für Kultur und Medien sowie in der zweiten Lesung.

DIE LINKE fordert von der Bundesregierung eine gesamtstaatliche Strategie zur Sicherung, Digitalisierung und Zugänglichmachung des Filmerbes bis spätestens 2017. Diese sollte in Abstimmung mit den Ländern und der Filmwirtschaft erarbeitet werden:

"Die personelle und finanzielle Ausstattung der Archive und der Digitalisierungsvorhaben ist höchst defizitär. Es droht der Verfall des analogen Filmmaterials und damit des nationalen Filmerbes. Film ist ein dem Buch gleichwertiges Kulturgut und gehört zum nationalen Kulturerbe. Laut Antrag sollen alle Filme ab 1895 gesammelt, archiviert, katalogisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die jährlichen Kosten von 30 Millionen Euro sollen zwischen Bund, Ländern und der Filmwirtschaft gedrittelt werden. Mit einer zweckgebundenen Kinokartenabgabe von fünf Cent könnte zudem das Kinopublikum mit einbezogen werden."

Nach der Sommerpause wird die Debatte um die Novelle des Filmförderungsgesetzes (FFG) abgeschlossen. Auch hierzu hat DIE LINKE einen … [more…]
Dokumente zur Filmpolitik der LINKEN

(Nach einer Pressemitteilung der LINKEN vom 7. Juli 2016)
[2016/07/07]

Schrittweise Digitalisierung des deutschen Filmerbes kommt nicht vom Fleck

Weiterhin nur eine Million Euro im Regierungsentwurf für den Haushalt 2017 – Kritik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

6. Juli 2016 – Der heute vom Kabinett verabschiedete Regierungsentwurf für den Haushalt 2017 sieht insgesamt rund 1,35 Milliarden Euro für den Kulturetat vor. Im Filmbereich stehen zur „schrittweisen Digitalisierung des deutschen Filmerbes“ auch im kommenden Jahr wieder eine Million Euro zur Verfügung. Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2017 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens im Herbst.

Tabea Rößner, Sprecherin für Medien, Kreativwirtschaft und digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sieht weiterhin das „Filmerbe trotz erhöhtem Kulturetat bedroht“. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, habe „im Kulturausschuss des Bundestags schon im November 2014 eine „Nationale Digitalisierungsstrategie“ angekündigt. Im Juli 2016 warte ich noch immer auf eine Strategie – nicht nur für die Digitalisierung der Filme, sondern auch für ihren Erhalt im Original. Die eine Million Euro im Haushalt sind ein Platzhalter. Mit der nachhaltigen Sicherung unseres filmischen Erbes hat das leider gar nichts zu tun.“



[2016/07/06]

Rettet den medizinischen Lehrfilm der 1920er Jahre – und nicht nur den!

Kommentar der Initiative "Filmerbe in Gefahr" zu den Äußerungen des Präsidenten des Bundesarchivs, welche Filme das Bundesarchiv kassiert

29.6.2016. – Für das Juni-Heft der Zeitschrift Professional Production befragte Sonja M. Schultz den Präsidenten des Bundesarchiv, Michael Hollmann, und den Historiker Dirk Alt von der Initiative „Filmdokumente retten“ zum Thema "Feuer frei aufs Filmerbe?". Im diesem Interview kündigte Michael Hollmann überraschend eine Neuorientierung des Bundesarchiv-Filmarchivs in Bezug auf die bisherige Kassationspraxis insbesondere von Nitromaterial an. „Künftig werden wir wahrscheinlich archivwürdige Filme grundsätzlich im Original erhalten können, solange sie nicht in Zersetzung begriffen sind.“

Hollmann versteht unter „archivwürdig“ Filme mit „bleibenden archivarischen Wert“. Seine Schlussfolgerung: „Demnach sind Filme, die nicht archivwürdig und daher nicht zum Filmerbe zu rechnen sind, zu kassieren.“ Davon betroffen seien nicht nur Doubletten unterschiedlicher Qualität, sondern auch Schnittreste, „die einfach zusammengeklebt wurden, ohne dass man irgendetwas darüber weiß“, ausländische Filme, die nicht zurückgegeben werden können, sowie unvollständige Filme. Ausgesondert würden auch Filme, so Hollmann weiter, die „keinen substanziellen Beitrag zur Filmgeschichte Deutschlands“ darstellen. Als Beispiel führt er einen hygienischen Lehrfilm aus den 1920er Jahren an, „mit schlechter Qualität, bei dem wir denken, er sagt nichts zusätzlich Bedeutsames oder Charakteristisches … [more…]

[2016/06/29]

Linkspartei fordert gesamtstaatliche Strategie

Antrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE zur Bewahrung des Filmerbes

27. Juni 2016 - Unter dem Titel "Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten" hat die Bundestagsfraktion DIE LINKE als Bundestagsdrucksache 18/8888 einen Antrag verabschiedet, der nach der parlamentarischen Sommerpause dem Bundestag zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. Die Fraktion fordert u.a. "eine gesamtstaatliche Strategie für die Digitalisierung des Filmerbes in Abstimmung mit den Ländern sowie der Filmwirtschaft" sowie parallel dazu "Lösungsvorschläge und Kostenkalkulationen für den Erhalt der analogen Originale". Aus dem Bundeshaushalt sollen "jährlich und verstetigt" Mittel in Höhe von 10 Mio. Euro für die Digitalisierung, den Erhalt der analogen Originale und die Langzeitsicherung bereitgestellt werden
Vollständiger Text des Antrags hier
[2016/06/27]

Finanzierung der Deutschen Digitalen Bibliothek gesichert

Nur 0,02 % Filme eingestellt

17. Juni 2016. – Auf Einladung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters trafen sich die Kulturministerinnen und -minister der Länder sowie Spitzenvertreter der Kommunen heute im Bundeskanzleramt in Berlin. Ein Thema bei diesem bereits zum fünften Mal stattfindenden Gedankenaustauschs über aktuell wichtige kulturpolitische Themen bildete auch die Deutsche Digitale Bibliothek. Die Gesprächspartner hoben die positive Entwicklung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) seit Aufnahme ihres Regelbetriebs im Frühjahr 2014 hervor.

In der gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Enthielt sie damals schon 7,5 Mio. Objekte, sind es heute bereits knapp 20 Millionen. Die täglichen Zugriffe sind von durchschnittlich 1.500 im Frühjahr 2014 auf mehr als 10.000 mit höherer Verweildauer gestiegen. Nach Einschätzung der Kulturstaatsministerin Grütters ist Grundlage hierfür die gemeinsame Finanzierung der DDB durch Bund und Länder, an der uneingeschränkt festzuhalten sei.“

Als zentrales nationales Portal soll die Deutsche Digitale Bibliothek „perspektivisch die digitalen Angebote aller deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen miteinander vernetzen.“ Unter den knapp 20 Millionen Objekten befinden sich bisher allerdings nur 3914 Videos inkl. Filmtrailer, das entspricht beschämenden 0,02 %. Berücksichtigt man nur die Digitalisate, so machen Filme 0,05 % aus. Ergänzende … [more…]
Gemeinsame Pressemitteilung von BKM und KMK
[2016/06/17]

Symposium zum audiovisuellen Kulturerbe Deutschlands

Thema „Vergangenheit braucht Zukunft!“ – Am 8. Juli 2016 in Berlin

16.6.2017. – Ein ganztägiges Symposium „Vergangenheit braucht Zukunft!" über Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit dem audiovisuellen Kulturerbe Deutschlands findet am 8. Juli 2016 in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin statt. Veranstalter ist die Sektion Film, Rundfunk und Audiovisuelle Medien im Deutschen Kulturrat.

Der Schutz audiovisuellen Kulturerbes vor seinem physischen Zerfall und die Schaffung eines offenen digitalen Zugangs zu den Beständen ist eine zentrale kulturpolitische Herausforderung. Es besteht die dringende Notwendigkeit die Frage zu diskutieren, was vor dem Verfall gesichert werden soll und mit welchen Strategien wir dieses Erbe bewahren können und zugänglich machen wollen.

Die Sektion Film, Rundfunk und audiovisuelle Medien wird sich im Sommer mit einer Stellungnahme des Deutschen Kulturrates in die Diskussion einschalten. Der Entwurf dieser Stellungnahme dient gleichzeitig als Diskussionsgrundlage des Symposiums. Er kann auf der Website der Veranstalter heruntergeladen werden.

Ort: Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstraße 18, 10117 Berlin

Zeit: Freitag, 8. Juli 2016, 10:00 bis 18:00 Uhr


Programm, Entwurf einer Stellungnahme der Sektion »Film, Rundfunk und Audiovisuelle Medien« in Koope
[2016/06/16]

Vom Winde verweht. Das Filmerbe der Frauen

Warum geraten Filme von Regisseurinnen in Vergessenheit?

11. Juni 2016: Am 25. Juni beschäftigt sich eine von Pro Quote Regie in München organisierte Podiumsdiskussion mit Alice Guy Blaché, die 1896 den allerersten Spielfilm drehte. „Alice Guy starb 1968 unbekannt, kein Medium erwähnte ihren Tod, ihr Werk. Es gibt unendlich viele Alice Guys in Deutschland, in Europa, der Welt. Wer entscheidet, welche Filme restauriert werden, welche RegisseurInnen als kulturell relevanter Teil in die nationale und internationale Filmgeschichte eingehen sollen?“

Auf dem Panel diskutieren Christina Berg (Stellvertr. Vorstand, Leiterin Förderung, FFA), Prof. Doris Dörrie (Regisseurin und Schriftstellerin), Karola Gramann (Filmkuratorin, künstlerische Leiterin der Kinothek Asta Nielsen e.V.), Prof. Dr. Michaela Krützen (Filmwissenschaftlerin, HFF-München) und Renate Nuppenau (Autorin und Wikipediaaktivistin). Moderation: Margret Rún (Regisseurin, Pro Quote Regie-Kern).

Ort und Zeit: Samstag, 25. Juni 2016, 14.00 Uhr, Black Box, Gasteig, Rosenheimerstrasse 5, 81667 München.


Weitere Informationen
[2016/06/11]

Thema: Filmerbe

European Film Forum bei „Il Cinema Ritrovato“

11. Juni 2016: Im Rahmen des Filmfestivals „Il Cinema Ritrovato“ findet am 30. Juni 2016 in Bologna ein European Film Forum (EFF) zum Thema Filmerbe statt.

Das EFF-Format wurde 2015 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen mit dem Ziel, in einen aktiven Dialog mit der europäischen Filmbranche zu treten. Der Fokus liegt auf der Entwicklung gemeinsamer Strategien im Umgang mit den Herausforderungen und Möglichkeiten, die die digitale Revolution mit sich bringt.


Mehr Informationen dazu zeitnah auf der Website von Creative Europe Media.
[2016/06/11]

"Herkulische Aufgabe"

Drei Neuerscheinungen

Drei Neuerscheinungen der letzten Monate beleuchten wichtige Aspekte der Digitalisierung des Filmerbes und der digitalen Zugänglichkeit von Filmgeschichte.

Der zum 40. Jahrestag der Gründung des Bundesverbands kommunale Filmarbeit erschienene Band Andere Filme anders zeigen stellt 119 kommunale Kinos und Festivals nebst Angaben ihrer Vorführformate vor. 74 Spielstätten haben noch 35mm-Projektoren und immerhin 41 können weiterhin 16mm-Filme vorführen. Nur 21 Kinos geben an, ausschließlich DCPs und/oder Blu-rays zu zeigen. Da die deutsche Filmgeschichte bisher kaum digital verfügbar ist, steht ihrer Verbreitung durch die kommunalen Kinos – was die vorhandene Vorführtechnik angeht – eigentlich nichts im Wege. Dass sie dennoch in deren Programmen kaum vertreten ist, muss andere Ursachen haben.

Anna Bohn, Referatsleiterin Film, Kunst und Artothek bei der Zentral- und Landesbibliothek Berlin skizziert in ihrem Aufsatz Von DVD zu Video-on-Demand: Bewegte Bilder in Bibliotheken und neue Wege des Zugangs zum audiovisuellen Kulturerbe die Vision einer hybriden Mediathek, die auch digitale audiovisuelle Ressourcen sammelt, sichert und anbietet. Da es Bohn vor allem um die Vermittlung geht, treffen ihre auf zahlreiche Beispiele gestützten Überlegungen weitgehend auch auf Filmarchive zu, die sich bisher mit vergleichbaren Überlegungen zurückhalten.

Zusammen … [more…]
Bibliografischen Angaben zu den drei Veröffentlichungen unter "Materialien"
[2016/05/20]

Digitalisierungsförderung der BKM 2016

250.000 Euro für die DEFA-Stiftung

Mai 2016: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt 2016 erneut die DEFA-Stiftung. Mit der Fördersumme von 250.000 Euro aus dem Fonds zur „Digitalisierung von ausgewählten Filmen des nationalen Filmerbes“ lässt die DEFA-Stiftung u.a. die Spielfilme Der Prinz hinter den sieben Meeren (DDR 1982, R: Walter Beck), Hände hoch – oder ich schieße! (DDR 1966/2008, R: Hans-Joachim Kasprzik), Seilergasse 8 (DDR 1960, R: Joachim Kunert), Rotkäppchen (DDR 1962, R: Götz Friedrich, 1962), DEFA 70 (DDR 1966, R: Werner Bergmann) sowie 19 Animationsfilme digitalisieren.

In den vergangenen zwei Monaten wurden erneut eine Reihe digitalisierter DEFA-Produktionen an den DEFA-Filmverleih bei der Deutschen Kinemathek übergeben, darunter der Spielfilm Die Windrose (DDR 1957, R: Joris Ivens), der Dokumentarfilm Fritz Cremer – Schöpfer des Buchenwald-Denkmals (DDR 1957, R: Hugo Hermann) und der Animationsfilm Die Musici (DDR 1963, R: Katja Georgi).

(Q.: DEFA-Stiftung, Newsletter 3, Mai 2016)

[2016/05/14]

Filmerbe: Aufbewahrung des Originalmaterials ist ein "Balanceakt"

Zur Strategie der NRW-Landesregierung bei der Erschließung, Bewahrung und Fortentwicklung des Filmerbes

2. Mai 2016. - Auf Anfrage der FDP teilte die Landesregierung Nordrhein-Westfalen am 13. April 2016 mit, "vor allem bei Filmen von filmhistorischer Bedeutung oder dokumentarischem bzw. künstlerischem Wert" sei "der Erhalt des Originals anzustreben." Im übrigen sei diese Frage ein "Balanceakt" zwischen archivarischem Anspruch und finanziellen Möglichkeiten.

Für das Filmerbe NRWs relevante Filme würden vor allem vom Landesarchiv gesammelt und archiviert. Die dort vorhandenen Nitrofilme sollen demnächst digitalisiert werden.

Im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland sind laut Findbuch 848 Filme archiviert.

Die Abteilung Ostwestfalen-Lippe im Landesarchiv NRW archiviert 351 Bild- und Tondokumente.

Im Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen gibt es einen Bestand „Audio- und Videosammlung“ von 46 Einheiten, überwiegend Videos/ DVDs zu Beständen (Belegexemplare von Filmaufnahmen im Archiv) oder Veranstaltungen des Archivs.


Wortlaut der Antwort der NRW-Landesregierung

Ergänzt 19. Mai 2016.
[2016/05/02]

Behalten oder vernichten?

Physische Datenträger audiovisueller Dokumente nach der Digitalisierung

24. April 2016. – In einem Positionspapier untersucht der Schweizer Verein Memoriav, wie mit den physischen Datenträgern von audiovisuellen Dokumenten – behalten oder vernichten? – nach erfolgter Digitalisierung zu verfahren ist.

Als Ergebnis einer Expertendiskussion, die auch den internationalen Fachdiskurs einbezieht, kommt Memoriav zu dem Schluss, dass die analogen Originale – also jene Trägermaterialien, die als Ausgangspunkt der Digitalisierung dienten – mindestens so lange aufzubewahren sind, wie ihre Lesbarkeit gewährleistet ist. Das Dokument stellt zudem vier Bedingungen auf, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen, sollte von diesem Grundsatz abgewichen werden.

Das Positionspapier von Memoriav steht somit in scharfer Opposition zur Kassationspraxis des Bundesarchiv-Filmarchivs. Andererseits stützt es die strikte Ablehnung u.a. durch den Kinematheksverbund des Vorschlags der PwC-Gutachter, nach der Digitalisierung „aus Kostengründen [...] nur eine sehr selektive analoge Archivierung“ vorzunehmen.


Zum Positionspapier "Behalten oder vernichten?" (pdf)
[2016/04/24]

Brechts Filmerbe: Sicherung und Digitalisierung

Archiv der Akademie der Künste und Deutsche Kinemathek bearbeiten den filmischen Bestand des Bertolt-Brecht-Archivs

19. April 2016. – 44 Filme mit insgesamt 70.000 Filmmeter von den 1920er bis in die späten 1970er Jahren geben Einblicke in die Inszenierungsarbeit, in private Lebensmomente und die Rezeption des Werkes Bertolt Brechts. Die Filmmaterialien – (Original-)Negative, frühe Kopien und Umkehroriginale in den Formaten 8mm, 16mm und 35mm – befinden sich seit 2008 als Depositum in der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, da dort die filmtechnische und -archivische Infrastruktur zur Erschließung und Lagerung der Filme gegeben ist.

In den nächsten zwei Jahren wird die Sammlung durch Umkopierung auf ein dauerhaft stabiles Polyester-Trägermaterial gesichert und nach anschließender Digitalisierung an elektronischen Leseplätzen im Archiv der Akademie der Künste zugänglich gemacht werden.

Um eine Online-Recherche zu ermöglichen, werden die Metadaten zu den Filmwerken in die Deutsche Digitale Bibliothek sowie in die Archivdatenbank der Akademie eingebunden. Damit stehen nach Abschluss des Projekts weitreichende Recherche- und Forschungsmöglichkeiten zum filmischen Erbe von Bertolt Brecht zur Verfügung.

Das Projekt wird durch die LOTTO-Stiftung Berlin und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert, hat aber keinen Bezug zur Digitalisierungsoffensive der BKM.


Zur ausführlichen Mitteilung der Akademie der Künste

(Aktualisiert am 24.4.2016)
[2016/04/21]

Michael Müller: "DEFA-Filme zügig digitalisieren"

Berlins Regierender Bürgermeister über die Digitalisierung des DEFA-Filmerbes

13. April 2016. – Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller wies im Vorfeld der 43. Regionalkonferenz der Regierungschefs der neuen Länder am 13. April 2016 in Stolpe (Mecklenburg-Vorpommern) auch auf die Digitalisierung des DEFA-Filmerbes hin, die ein wichtiger Tagesordnungspunkt darstelle.

Im Rahmen einer Bund-Länder-Initiative werden sich die Länder besonders dafür einsetzen, dass die DEFA-Filme zügig digitalisiert werden können und damit einem breiten Publikum zur Verfügung stehen. Berlin hat bereits in diesem und im nächsten Jahr jeweils 250.000 Euro als Teil des Zuschusses an die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH für die Digitalisierung des Filmerbes im Landeshaushalt eingestellt.

Derzeit wird über eine Bund-Länder-Initiative verhandelt, durch die ab 2017 insgesamt 10 Millionen Euro jährlich für die Digitalisierung des Filmerbes bereitgestellt werden sollen. Im Vorgriff darauf unterstützt die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH bereits in diesem Jahr Einzelmaßnahmen ohne förmliche Ausschreibung.


Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Pressemitteilung vom 13.4.2016

(Aktualisiert am 24.4.2016)
[2016/04/13]

Digitalisierung des deutschen Filmerbes verstärkt fördern

Antrag der FraktionDIE LINKE im Deutschen Bundestag

12. April 2016. – Der am 13. April 2016 von der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag eingebrachte Antrag 18/8073 "Filmförderung – Impulse für mehr Innovation statt Kommerz, für soziale und Gendergerechtigkeit und kulturelle Vielfalt" zur anstehenden Novelle des Filmförderungsgesetzes hebt auch die Bedeutung des Filmerbes hervor. Der Antrag fordert u.a. Regelungen

  • „um das Kino als kulturellen Ort zu erhalten und zu fördern“

  • „die Filmbildung im Rahmen der Medienbildung zu fördern“, sowie
  • „den Erhalt und die Digitalisierung des deutschen Filmerbes verstärkt zu fördern. Dazu gehört, dass die bestehende Verpflichtung zur Hinterlegung einer Kopie des geförderten Films auf das Ausgangsmaterial ausgeweitet wird (Pflichtexemplar-Hinterlegung). Fünf Prozent des Etats der FFA sollen für die Digitalisierung (bisher) geförderter audiovisueller Inhalte eingesetzt werden. Über das Filmförderungsgesetz hinaus, muss der Bundesanteil an der Finanzierung zur Digitalisierung des Filmerbes erhöht werden.“

  • Antrag 18/8073 der Linksfraktion im Wortlaut (pdf)
    [2016/04/12]

    "Blicke auf Deutschland"

    Präsidiale Spritztour durch die Filmgeschichte

    11. April 2016 - Unter dem Motto „Blicke auf Deutschland“ lud Bundespräsident Joachim Gauck am 8. April 2016 ca. 200 Gäste zu einer Würdigung des deutschen Films. Hans Helmut Prinzler, ehemaliger Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, erlebte die Soirée im Schloss Bellevue als eine anregende "Spritztour durch die deutsche Filmgeschichte" und nutzte die Gelegenheit zu einer Mahnung an alle Verantwortlichen, sich für die Erhaltung unseres Filmerbes einzusetzen: "Jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Film verbunden ist – und das reicht bis zu den Zuschauerinnen und Zuschauern – trägt direkt oder indirekt auch Verantwortung für den Umgang mit dem Filmerbe. Man sollte sich nicht nur für die Filme von heute und morgen interessieren, man muss auch an die Filme von gestern und vorgestern denken."


    Redetext und Link zur Ansprache des Bundespräsidenten
    [2016/04/11]

    DEFA-Stiftung übergibt 250. DCP an den Verleih

    April 2016 – Im Rahmen der Digitalisierung des DEFA-Filmerbes hat die DEFA-Stiftung mit Arthur Pohls Kolportage-Krimi Spielbank-Affäre (DDR/Schweden 1957) jetzt den 250. Film als DCP an den Verleih der Deutschen Kinemathek ausgeliefert. Der Film ist zum ersten Mal in seiner ursprünglichen CinemaScope-Fassung zugänglich, die bisher noch nie im Kino zu sehen war. Bereits seit 2007 lässt die DEFA-Stiftung Spiel-, Dokumentar- und Trickfilme des DEFA-Filmstocks digital bearbeiten und restaurieren. Als erster Film war 2008 Goya (1971) von Konrad Wolf für 45.000 Euro digital bearbeitet worden.

    Eine Übersicht über die verfugbaren DCPs findet sich auf der Website der DEFA-Stiftung. Alle DCPs können beim Verleih der Deutschen Kinemathek gebucht werden.


    http://www.defa-stiftung.de/digitalisierung
    [2016/04/07]

    Die Diskussion ist eröffnet!

    Zum PwC-Gutachten zur Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmerbes, der Position des Kinematheksverbundes und der Strategie des Bundesarchivs

    7. März 2016. – In den letzten Monaten sind wichtige Dokumente zum Thema „Digitalisierung des Filmerbes“ veröffentlicht worden, die nach einer breiten gesellschaftlichen Diskussion rufen:

    Am 26. November 2015 veröffentlichte die Filmförderungsanstalt (FFA) das vollständige von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) erstellte Gutachten zur „Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes“. Am 14. Dezember legte der Kinematheksverbund seine Position zur Digitalisierung des Filmerbes vor. Am 24. Februar 2016 erteilte die Bundesregierung als Antwort auf eine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Auskunft über die strategischen Vorstellungen des Bundesarchiv-Filmarchivs.

    Das PwC-Gutachten enthält zahlreiche wichtige Aussagen und gibt vor allem der Politik eine nachvollziehbare finanzielle Größenordnung zur Digitalisierung des Filmerbes an die Hand.

    Im Hinblick darauf, dass der Kinematheksverbund beim Erhalt des Filmerbes eine strategische Führungsrolle übernehmen sollte, bleibt sein Positionspapier erstaunlich allgemein. Es ist zudem nur von seinen Vollmitgliedern – Bundesarchiv, Deutsche Kinemathek, Deutsches Filminstitut –, nicht aber von den kooptierten Mitgliedern (Filmmuseum München, Haus des Dokumentarfilms, Stuttgart, Filmmuseum Düsseldorf, CineGraph Hamburg, Filmmuseum Potsdam) und den … [more…]

    [2016/03/07]

    Neuer DCP-Verleihkatalog der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

    3. März 2016. - Der aktuelle DCP-Verleihkatalog der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung umfasst 79 Titel von 1913 ("Richard Wagner", R: William Wauer) bis 1960 ("Die Fastnachtsbeichte", R: Wilhelm Dieterle; "Der Jugendrichter", R: Paul Verhoeven). 33 Titel sind als Restaurierung ausgewiesen, ein Titel als Rekonstruktion.

    Alle DCPs können auch als BluRay ausgeliehen werden.


    http://www.murnau-stiftung.de/filmbestand/filmverleih
    [2016/03/03]

    "Widersinnige Filmvernichtung nimmt immer dramatischere Züge an"

    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Auskunft der Bundesregierung über zunehmende Vernichtung von analogem Filmmaterial

    24. Februar 2016. – Tabea Rößner, Sprecherin für Filmpolitik der GRÜNEN-Fraktion im Bundestag, beschuldigt die Bundesregierung, künftig vollständig auf die Archivierung von analogem Filmmaterial zu verzichten und auf die rein digitale Sicherung zu setzen, die mit hohen Kosten und Risiken verbunden sei. "Ohne öffentliche Diskussion und hinter verschlossenen Türen" entscheide das Bundesarchiv darüber, was archivwürdig sei. "Filmbranche, ArchivarInnen und FilmhistorikerInnen warnen seit Jahren eindringlich davor, dass das Filmerbe so verloren geht. Die Bundesregierung nimmt es sehenden Auges in Kauf. Es ist richtig und wichtig, mehr Mittel in die kulturelle Filmförderung zu investieren, es ist aber absurd, darüber die Filmgeschichte zu vergessen."
    Zum vollständigen Text
    [2016/02/24]

    Filmsicherung wird vollständig auf digitale Technik umgestellt

    Stellungnahme der Bundesregierung zur Bewahrung des Filmerbes

    24. Februar 2016. Auf eine Anfrage von Tabea Rößner, Abgeordneter der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, in der Fragestunde des Bundestags am 24. Februar 2016 teilte die Bundesregierung mit, es sei beabsichtigt, die Filmkopierwerke des Bundesarchivs in Koblenz und Berlin mittelfristig zu schließen. Das Bundesarchiv werde die Sicherung von Filmen "in näherer Zukunft vollständig auf die digitale Technik umstellen."
    Zur Antwort der Bundesregierung
    [2016/02/24]

    Filmdokumente retten!

    Neue Website zur bedrohten Situation des Filmerbes

    23. Februar 2016. – Der Historiker und Dokumentarfilmer Dirk Alt hat eine Website mit dem Titel "Filmdokumente retten" freigeschaltet. Zu lesen sind dort neben zentralen Forderungen an die Bundesregierung und die Filmarchive ein Sachstandsbericht zur Kassationspraxis des Bundesarchiv/Filmarchivs sowie eine Zusammenstellung wichtiger Fakten und Falschbehauptungen.
    Filmdokumente retten
    [2016/02/23]

    First International Conference – Colour in Film

    London, 2nd to 3rd March 2016

    15. Januar 2016. – The First International Conference – Colour in Film will open on March 2nd, 2016, 14.00 at BFI Southbank with specially selected colour film screenings contextualised by expert introductions with all-day presentations on March 3rd, 9.00-17.00 at Friends House near London Euston Station.

    Confirmed keynote speakers include Sarah Street (University of Bristol, Leverhulme Trust research project, Colour in the 1920s: Cinema and Its Intermedial Contexts), Barbara Flueckiger (University of Zurich, Timeline of Historical Film Colors) and Andrew Stockman (University College of London, Institute of Ophthalmology, Colour & Vision).

    Colour in Film is a joint initiative of the Colour Group, the HTW – University of Applied Sciences Berlin and the British Film Institute.


    For further information, please visit the website of the Colour Group.
    [2016/01/14]

    Tschechische Kult-Regisseure kritisieren die Digitalisierung ihrer Filme

    Über den Streit um die Originalfarben berichtet Till Janzer von Radio Praha

    13. Januar 2016. – Vor vier Jahren stimmten Regisseure wie Miloš Forman und Jirí Menzel zu, dass ihre Filme in digitalisierter Form restauriert werden. Nun beklagen sie sich über die Art und Weise, wie das tschechische Filmarchiv vorgeht. In einem offenen Brief an Premier Bohuslav Sobotka verlangen sie die Abberufung des Leiters des Filmarchivs.

    „Das Archiv lässt in einem Filmlabor in Ungarn digitalisieren. Dort werden Schäden an den Originalbändern behoben und Verunreinigungen entfernt. Die Ungarn betrieben Billigarbeit, behaupten jedoch die Kritiker. Sie wollen, dass Methoden der Prager Musikhochschule AMU angewendet werden. Das Filmarchiv entgegnet, man gehe in Übereinstimmung mit europäischen Standards vor.“


    Zum vollständigen Bericht
    [2016/01/14]


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