Aktuell

Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen. – Am 6. Oktober 2016 richtete die Initiative "Filmerbe in Gefahr" einen Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, der die Politiker der Großen Koalition aufforderte, die im Koalitionsvertrag von November 2013 vereinbarten Maßnahmen zur Digitalisierung des Filmerbes endlich umzusetzen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

Hinweise auf Veranstaltungen

26.Okt. - 29.Okt. 2017Filmerbe-Festival Film:ReStored mit TagungBerlin, Filmhaus Potsdamer PlatzDetails
Programm
7.Nov. - 8.Nov. 2017Symposium zum sorbischen FilmerbeCottbusDetails
Informationen
13.Nov. - 15.Nov. 2017Kolloquium zum filmkulturellen Erbe der GroßregionSaarbrückenDetails
Programm
[2017/10/18]

Selbstdigitalisierer: Alain Tanner

Die Association Alain Tanner digitalisiert die Filme des Schweizer Regisseurs

18. Oktober 2017. – Um die Filme des bekannten Schweizer Regisseurs Alain Tanner zu digitalisieren, ist in Genf eine „Association Alain Tanner“ gegründet worden. Dies berichtet die Aargauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober.

Mit Unterstützung von Stiftungen und anderen Geldgebern sollen bis 2020 alle 20 Spielfilme von Alain Tanner digitalisiert werden. Bisher wurde lediglich LA SALAMANDRE von 1971 digitalisiert.


Zum Artikel der Aargauer Zeitung vom 9.10.2017

[2017/10/14]

Filmschätze aus der Ethnologie werden digitalisiert

Technische Informationsbibliothek (TIB) macht Filme für die Wissenschaft zugänglich

13. Oktober 2017. – Die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover digitalisiert fast 2.000 historisch wertvolle Filme aus dem Bereich Ethnologie und stellt sie in ihrem AV-Portal online. Es handelt sich um 1.953 ethnologische Filme, die die TIB im Projekt DELFT (Digitalisierung EthnoLogischer FilmbesTand) digitalisieren, erschließen und – soweit rechtlich möglich – online in ihrem AV-Portal veröffentlichen will.

Die Filme gehören zum Bestand der IWF Wissen und Medien (vormals Institut für den Wissenschaftlichen Film), der 2012 auf die TIB übergegangen ist. Die ethnologischen Filme zeigen kulturelles Brauchtum wie Musik und Tanz, Religion und Heilkunde und vieles mehr. Einige der Filme sind mehr als 100 Jahre alt, die jüngsten stammen aus den 1980er Jahren. Die Mehrzahl der Filme ist Teil der „Encyclopaedia Cinematographica“.

Zusätzlich zur Digitalisierung der Filme erfolgt die Langzeitarchivierung, um die Materialen dauerhaft zu erhalten und zu sichern. Darüber hinaus werden die Filme für den nachhaltigen und eindeutigen Zugriff mit einem DOI-Namen (Digital Object Identifier) versehen sowie die Metadaten wie Filmtitel und Schlagwörter erschlossen und aufbereitet.

Die Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek versorgt als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik Wissenschaft, Forschung, Industrie und Wirtschaft mit Literatur und Information in gedruckter und elektronischer Form.

Mit eigens entwickelten Suchtechnologien können im AV-Portal der TIB die Inhalte wissenschaftlicher Videos aus Technik und Naturwissenschaften zielgenau durchsucht werden. Als forschende Bibliothek betreibt die TIB angewandte Forschung und Entwicklung, um neue Dienstleistungen zu generieren und bestehende zu optimieren. Die Schwerpunkte liegen auf Data Science, nicht-textuellen Materialien, Open Science und Visual Analytics. Die TIB ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen. Sie ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Gefördert wird das Projekt DELFT über die Laufzeit von zwei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von 287.000 Euro.


Zur Pressemitteilung

[2017/10/07]

Mehr als 50.000 Filme werden digitalisiert – beim Bayerischen Rundfunk

Großprojekt zur Filmsicherung

7. Oktober 2017. – Der Bayerische Rundfunk (BR) startet zum Jahreswechsel ein Großprojekt zur Sicherung und Optimierung seines umfangreichen Filmbestandes. Mehr als 50.000 Filme werden in den nächsten zehn Jahren systematisch restauriert, digitalisiert und neu dokumentiert. Im Filmarchiv des BR finden sich Beiträge aller Genres und zu fast allen Themengebieten.

Das Großprojekt "Bestandssicherung Film" startet im Januar 2018 und ist die bisher aufwändigste Digitalisierungsaktion in der Geschichte des BR. Dabei geht es nicht nur um die zukunftssichere Archivierung des Filmmaterials, die verhindert, dass Filme durch das Essigsäuresyndrom zersetzt werden. Am Ende können alle relevanten Filme des BR – nachdem sie gesichtet, restauriert, digitalisiert und neu dokumentiert sind – leichter recherchiert und per Filetransfer schnell am Redaktionsarbeitsplatz gesichtet werden. Das dauerhaft gesicherte Filmvermögen des BR steht dann grundsätzlich auch für neue Nutzungsarten zur Verfügung.

Die Digitalisierung wird im Wetgate-Verfahren großteils mit 2k/12 Bit und teilweise mit 4k/16 Bit erfolgen. Das entspricht dem mit heutiger Technik aus wirtschaftlich-technischer Sicht realisierbaren Optimum. Digitalisiert werden nicht nur Eigenproduktionen des BR, sondern auch Filme, an denen der BR Publikationsrechte erworben hat.

Die Nutzung auf non-linearen Plattformen wie z.B. in den Mediatheken möchte der BR auch mit den noch zu digitalisierenden Filmen im Rahmen des rechtlich Möglichen und redaktionell Gebotenen unterstützen. Ein Beispiel dafür ist die BR24 Zeitreise. Hier steht bezogen auf aktuelle Ereignisse Archivmaterial in Ausschnitten auf Abruf zur Verfügung; das Bereitstellen von Filmen in voller Länge ist hier aber nicht vorgesehen.

Die Bestandssicherung hat neben dem programmlichen auch einen rechtlichen Hintergrund: die Selbstverpflichtung von ARD und ZDF zum "Schutz des audiovisuellen Erbes" aus dem Jahr 2004.


Zur Pressemitteilung

Am 11. Oktober 2017 mit Informationen des Bayerischen Rundfunks ergänzt.

[2017/10/07]

„Die Institutionen aus ihrer Selbstgefälligkeit aufscheuchen“

Michael Loebenstein über das österreichische Filmerbe

7. Oktober 2017. – In einem Interview mit dem in Wien erscheinenden Standard vom 28. September 2017 spricht Michael Loebenstein, der neue Direktor des Österreichischen Filmmuseums, auch das Problem des Filmerbes an und plädiert für eine „hybride Lösung“ für eine absehbare Zeit: „Solange es geht, muss man analog, auf Film, sichern. Film ist das sicherste Format. Aber es ist illusorisch zu glauben, dass man die ganze Filmgeschichte über einen Kamm scheren kann. Es gibt Formate, bei denen die analoge Sicherung nicht medienadäquat wäre. Man muss auch digital sichern, und es braucht eine klare politische Strategie für beides, sonst besteht die Gefahr, dass man im Digitalen wiederum über Jahre ins Hintertreffen gerät. Es geht darum, die Institutionen aus ihrer Selbstgefälligkeit aufzuscheuchen.“

Loebenstein geht von einem finanziellen Bedraf von „etlichen Millionen in einem relativ kurzen Zeitraum“ aus, wobei noch die Folgekosten für die Aufrechterhaltung der digitalen Daten hinzukommen.

In Österreich gibt es kein analoges Kopierwerk mehr und das von Kulturminister Drozda (SPÖ) angekündigte „Filmpreservation Center“ scheint derzeit auf Eis zu liegen: „Gleichzeitig gibt es für die digitale Restaurierung keinen Plan und keine Infrastruktur. Es gibt dazu auch im Filmmuseum und im Filmarchiv Austria keine transparente und schlüssige Politik. In anderen Ländern geht die Debatte dahin, dass man das Analoge verteidigen muss, das Wissen und die Technik also behält und zugleich das Filmerbe digitalisiert.“
Zum vollständigen Interview

[2017/09/20]

Claudia Dillmann: „Akuter Handlungsbedarf“

Stärkeres finanzielles und politisches Engagement für die Filmkultur erforderlich

20. September 2017. – In einem Gespräch mit op-online stellt Claudia Dillmann, die vor kurzem in den Ruhestand gegangene Direktorin des Deutschen Filminstituts-DIF in Frankfurt am Main, einen „akuten Handlungsbedarf“ bei der Filmkultur fest. Dies betreffe vor allem die „Vermittlung von Wissen über Film, Unterstützung von Filmtheatern und ihrer kulturellen Funktion im ländlichen Raum, Ausbau von deutschlandweiten Projekten zur filmkulturellen Bildung, Stärkung von zentralen Informationsangeboten wie filmportal.de und vieles mehr.“

Von der nächsten Bundesregierung erwartet Dillmann, dass „sie erstens die Digitalisierungsförderung stemmt, zweitens das kulturelle Filmerbe und die dafür verantwortlichen Einrichtungen deutlich höher als bislang fördert und drittens zentrale Projekte für die filmkulturelle Bildung anstößt und entschiedener finanziell unterstützt. Und da reden wir beileibe nicht von 125 Millionen Euro!“ Im kommenden Jahr stehen über den Deutschen Filmförderfond 125 Millionen Euro für die wirtschaftliche Filmförderung zur Verfügung.


Link zum vollständigen Gespräch

[2017/09/19]

Führungswechsel im Deutschen Filminstitut

Ellen M. Harrington wird Nachfolgerin von Claudia Dillmann

19. September 2017. - Zum 1. Januar 2018 wird Ellen M. Harrington, derzeit Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles, als Nachfolgerin von Claudia Dillmann die Leitung des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums in Frankfurt am Main übernehmen. Ellen M. Harrington war vor ihrer Tätigkeit an der Academy of Motion Picture Arts für Ausstellungen und Filmveranstaltungen in leitender Funktion verantwortlich sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars® verleiht. Als Direktorin für die Ausstellungen und Sammlungen der Academy ist sie seit 2015 für Aufbau und Konzeption der Museumssammlung zuständig. „Ellen M. Harrington", sagte die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts, Dr. Ina Hartwig, „bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung in einer der renommiertesten Filminstitutionen der Welt in ihre neue Position ein." Sie habe in allen für das Frankfurter Institut wesentlichen Bereichen – Archiv, Museum, Kino – in verantwortlicher Funktion gearbeitet.
Biographie von Ellen M. Harrington (engl.)

[2017/08/15]

Kolloquium zum filmkulturellen Erbe der Großregion

Vom 14. bis 15. November in Saarbrücken

15. August 2018. – In Zusammenarbeit zwischen dem Saarländischen Filmbüro und der Universität des Saarlandes findet in Saarbrücken im Rahmen des INTERREG-Projekts „Digitale Steine“ vom 13. bis 15. November 2017 ein Kolloquium zum filmkulturellen Erbe der Großregion statt. Die zweitägige Tagung wird sich mit der Zugänglichkeit, dem Erhalt und der Nutzung des Filmerbes und der Filmarchivsituation der Großregion befassen.

Ziel ist es, ein Netzwerk von Akteuren aus der Region zu etablieren, das auf lange Sicht an einem dezentralen Filmarchiv der Großregion arbeiten kann.


Programm

[2017/08/15]

Symposium zum sorbischen Filmerbe

Vom 7. bis 8. November 2017 in Cottbus

15. August 2017. – Am 7. und 8. November 2017 findet im Rahmen des 27. FilmFestivals Cottbus ein Symposium zum Thema "Filmerbe bewahren - die unsichtbare Geschichte der Sorben/Wenden" statt. Neben allgemeinen Fragen der Bestandserfassung und -sicherung wird es vor allem darum gehen, wie eine Gesellschaft mit dem filmischen Erbe einer Minderheit umgeht und welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind.

Neben Fachvorträgen, Filmvorführungen und einem Panel erwartet Sie eine Vernissage und die Möglichkeit zu vielfältigem Austausch mit Vertreter/innen der Landespolitik beider beteiligter Bundesländer Brandenburg und Sachsen, von Filmarchiven und -institutionen, des sorbischen/wendischen Volkes und anderer nationaler Minderheiten, mit Filmschaffenden und Expert/innen.


Informationen

[2017/08/10]

Film in the Present Tense – International symposium on current developments in analog film culture

20. - 22. October 2017, Berlin

10. August 2017. – In spite of claims of its obsolescence, analog film is still alive. It continues to exist as an inimitable artistic medium, put to use in myriad forms around the world. Nonetheless, in the context of our ever-expanding digital landscape, analog film faces new challenges that have forced it into a process of deep transformation. What steps do we need to take to guarantee that analog film will remain as a living-breathing medium? What are the alternatives to the idea of film as an obsolete, historical object? What new forms will film take and what will that mean for the culture that surrounds it? How do we keep analog film in the Now?

Organised by LaborBerlin in cooperation with the Film Institute of the Berlin University of the Arts, Film in the Present Tense will bring together filmmakers, artists, programmers, technicians and representatives from museums, independent film labs and cinemas to address these questions and formulate ideas, possibilities and plans of action for keeping film current and alive. In addition to six panel discussions, there will be screenings and expanded cinema performances presenting some of the ways in which film continues to exist “in the present tense”.

Congress language is English.


Detailed information

[2017/08/09]

Keine Selektion - analog aufgenommene Filme bleiben erhalten!

Stellungnahme der BKM zur Kritik der Initiative „Filmerbe in Gefahr“

9. August 2017. - Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters, erteilt einer nur selektiven analogen Archivierung nach erfolgter Digitalisierung eine deutliche Absage.

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ hatte im Juni 2017 in ihrem Memorandum „Digitalisierung und Langzeitarchivierung unseres Filmerbes“ kritisiert, dass dieser Vorschlag des PwC-Gutachtens zum Finanzbedarf für den Erhalt des filmischen Erbes in das Förderkonzept der BKM zur Digitalisierung des Filmerbes vom 24. Januar 2017 Eingang gefunden hatte. Auch die Filmerbe-Einrichtungen hatten dieses Ansinnen der Gutachter scharf kritisiert.

Nun heißt es in einem Schreiben der BKM vom 3. August 2017 an die Initiatoren von „Filmerbe in Gefahr“, das filmische Ausgangsmaterial solle „nach der Digitalisierung soweit wie möglich erhalten bleiben. Ebenso soll es keine Selektion bei der Digitalisierung geben, sondern lediglich eine - unabhängig vom finanziellen Ansatz stets erforderliche - Priorisierung, um vor dem Hintergrund jährlich begrenzter Mittel und Kapazitäten bei den Dienstleistern insbesondere solche Filme vorrangig zu digitalisieren, für die eine besondere Nachfrage besteht oder die besonders gefährdet sind."


[2017/08/09]

Film:ReStored_02 – Das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek

Vom 26. bis 29. Oktober 2017 in Berlin

10. August 2017. – Vom 26. bis 29. Oktober 2017 veranstaltet die Deutsche Kinemathek die zweite Ausgabe ihres Filmerbe-Festivals Film:ReStored im Filmhaus am Potsdamer Platz in Berlin. Begleitet wird das Filmprogramm von einer Tagung mit internationalen Gästen. Am 27. Oktober, dem UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes, wird zudem der Kinopreis des Kinematheksverbundes verliehen. Mit diesem Preis werden Institutionen, Initiativen und Akteure ausgezeichnet, die sich um das filmische Erbe und eine vielfältige Kinokultur verdient gemacht haben.

In dreizehn öffentlichen Filmvorführungen laufen Schätze der deutschen Filmgeschichte überwiegend in digitaler Weltpremiere. Die Vorträge und Werkstattberichte, die Einblicke in die praktische Digitalisierungsarbeit und ihre Fragestellungen bieten, widmen sich in diesem Jahr der Zusammenarbeit von Rechteinhabern, Filmemachern, Archiven und Dienstleistern. Können hier gemeinsame Richtlinien gefunden werden?


Programm

[2017/08/05]

Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe

Internationale Konferenz am 19. und 20. Oktober 2017 in Frankfurt am Main

5. August 2017. – Die 7. Ausgabe der internationalen Konferenz „Zugang gestalten!“ steht unter dem Motto „Zusammen Arbeiten“. Die Digitalisierung bietet die Chance, den Zugang zum kulturellen Erbe zu erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag zur Wissensgesellschaft der Zukunft zu leisten. Sie ermöglicht und erleichtert die Vernetzung und Zusammenarbeit über institutionelle und nationale Grenzen hinweg und verbindet bislang getrennte Sparten. Doch was sind die Voraussetzungen für gute Zusammenarbeit, wann funktioniert sie und wo und warum scheitert sie auch?

Tagungsort ist die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main; der Eintritt ist frei.


Programm

[2017/07/05]

Filmerbe und Zugang in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2017

Zwar werden Wahlen nicht vorrangig über Wahl- und Regierungsprogramme gewonnenn, und schon gar nicht über Aussagen zu kulturellen Themen – dennoch lohnt ein Blick in die Programme der großen Parteien zur Bundestagswahl 2017. Welche Überlegungen stellen sie zum Filmerbe an, mit welchen Ideen werben sie um Zustimmung?

Am ausführlichsten geht die SPD im "Regierungsprogramm 2017 bis 2021" auf das Filmerbe ein: "Wir wollen unser kulturelles Erbe bewahren und erlebbar machen. [...] Wir wollen moderne Technik stärker einsetzen, um unser kulturelles Erbes durch Digitalisierung zu sichern. Dafür müssen Bund und Länder zum Beispiel stärker in die Deutsche Digitale Bibliothek investieren. Die Digitalisierung des nationalen Filmerbes durch ein abgestimmtes Konzept von Bund, Ländern und der Filmbranche unterstützen wir. Die Einrichtungen für das Filmerbe des Kinemathekverbundes wollen wir personell und finanziell stärken." (S. 70)

Im Programm der Partei DIE LINKE zur Bundestagswahl 2017 heißt es: „Wir wollen Kulturgüter digital sichern und für alle zugänglich machen. Dafür brauchen wir eine gesamtstaatliche Digitalisierungsstrategie. Wir setzen uns für eine Open Access-Strategie auch im Kulturbereich ein. Wir schaffen Möglichkeiten und Anreize für Kultureinrichtungen, ihre digitalen Veröffentlichungen unter freie Lizenzen zu stellen. [...] Wir wollen Filme auf … [mehr…]

[2017/06/28]

3,3 Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes angestrebt

Entwurf zum Bundeshaushalt 2018 unter Vorbehalt – Immer noch keine Einigung mit den Ländern

28. Juni 2017. – Erneut konnte die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters, eine Steigerung ihres Budgets durchsetzen. Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2018, der heute vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht insgesamt rund 1,67 Milliarden Euro für den Kulturetat vor. Davon profitiert auch das deutsche Filmerbe: Im kommenden Jahr sollen 3,3 Millionen Euro für die schrittweise Digitalisierung des Filmerbes bereitstehen.

Allerdings scheint es der BKM nicht zu gelingen, die Länder mit ins Boot zu bekommen, denn zum wiederholten Male werden diese aufgefordert, sich in gleicher Höhe an den Digitalisierungskosten zu beteiligen.

Der erste Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2018 steht allerdings unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens, das erst nach der Bundestagswahl im Herbst stattfinden wird.


Zur Pressemitteilung 234/2017

[2017/06/19]

Memorandum: Digitalisierung und Langzeitarchivierung unseres Filmerbes

An Frau Staatsministerin Monika Grütters und an den Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags (Juni 2017)

Die in Aussicht gestellten Anstrengungen zur Bewahrung unseres Filmerbes müssen in der kommenden Legislaturperiode nicht nur fortgesetzt, sondern deutlich verstärkt werden. Vor allem bitten wir die politisch Verantwortlichen, für größere Transparenz zu sorgen und ihr Konzept öffentlich zur Diskussion zu stellen!Staatliche Kulturförderung ist gefragt. Eine rein betriebswirtschaftliche Sicht, wie sie das Gutachten zur „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“ vorschlägt, greift zu kurz. Digitalisierung allein ist keine Lösung für die dauerhafte Bewahrung unserer Filme.Erforderlich ist darüber hinaus ein Konzept für die Langzeitarchivierung des analogen Filmbestandes auf einem zukunftsfesten analogen Trägermaterial. Mit der Schließung der letzten analog arbeitenden Einrichtungen in Deutschland wird das Projekt zur Rettung unseres Filmerbes der Sparpolitik zum Opfer gebracht.Um unsere Filmgeschichte wieder stärker öffentlich sichtbar zu machen, ist eine dauerhafte Unterstützung der Programmkinos notwendig, ebenso eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Website filmportal.de, des zentralen Schaufensters unserer Filmkultur im Internet.Zahlreiche Beispiele im Ausland belegen, dass eine verantwortungsvollere Kultur- und Filmerbe-Politik möglich ist!

In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode haben die Bemühungen um die Sicherung und … [mehr…]
Memorandum als PDF

Weitere Unterzeichner: Claudia von Alemann / Jens Alpermann / Dr. Dirk Alt / Axel Arft / Sebastian Armbrust / Dr. Helmut G. Asper / Prof. Dr. Martin Aust / Tanino Bellanca / Prof. Hans Beller / Prof. Tim Bergfelder / Dr. Philipp Blum / Prof. Dr. Christine N. Brinckmann / Prof. Jutta Brückner / Dr. Dagmar Brunow / Christoph Classen / Markus Dahl / Dr. Pascale Anja Dannenberg / Hans-Günther Dicks / Katharina Dockhorn / Anja Ellenberger / Prof. Dr. Barbara Flueckiger / Gunter Friedrich / Michael Girke / Alexandra Gramatke / Magda Greßmann / Prof. Dr. Norbert Grob / Thomas Groh / Katharina Günther / Frank-Burkhard Habel / Prof. Dr. Malte Hagener / Prof. Dr. Britta Hartmann / Prof. Dr. Vinzenz Hediger / Jan Henselder / Konrad Hirsch / Wolfgang Höfer / Paul Hofmann / Dr. Jan-Christopher Horak / Alexander Horwath / Christoph Hübner / Frédéric Jaeger / Hannes Karnick / Prof. Dr. Frank Kessler / Prof. Dr. Gertrud Koch / Stefanie Köhler / Olaf Koppe / Prof. em. Dr. Helmut Korte / Peter Körte / Daniel Kothenschulte / Dr. Michael Kötz / Prof. Martin Kreyßig / Michael Krüger / Daniel Kulle / Prof. Dietrich Leder / Erik Lemke / Prof. Dr. Sabine Lenk / Andreas Lewin / PD Dr. Petra Löffler / Juliane Maria Lorenz / Frank Messerschmidt / Angelika Müller / Dr. Tobias Nagl / Sandra Naumann / Dore O. Nekes / Peter Nestler / Hanna Nordholt / Julia M. Novak / Dr. Kai Nowak / Erica Özkan / Dr. Anne Paech / Prof. Dr. Joachim Paech / Prof. Dr. Ingo Petzke / Prof. Rotraut Pape / Luca Pisciotta / Claudia Reiche / Dieter Reifarth / Stefan Röske / Helke Sander / Jutta Schäfer / Rosemarie Schatter / Prof. Dr. Irmbert Schenk / Ulrike Schirm / Dr. Oliver Schmidt / Prof. Dr. Bernd Schmidt / Sonja M. Schultz / Wolfram Schütte / Prof. Dr. Karl Sierek / Linda Söffker / Karla Sonntag / Dr. Philipp Stiasny / Fritz Steingrobe / Matthias Steinle / Nicola Steller / Peter Stettner / Prof. Dr. Bernd Stiegler / Prof. Dr. Marcus Stiglegger / Christoph Terhechte / Dr. Jens Thiel / Reinold E. Thiel / Thomas Tode / Michael Töteberg / Hans-Gunter Voigt / Thomas Volkmann / Prof. Dr. Chris Wahl / Prof. Dr. Thomas Weber / Claudia Willke / Prof. Dr. Hans J. Wulff / Verband der deutschen Filmkritik e.V., Vorstand und Beirat

[2017/06/02]

Bund-Länder-Konzept zur Digitalisierung des Filmerbes

Einigung in Aussicht?

2. Juni 2017. – Wie das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin mitteilt, haben die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am 1. Juni "in Aussicht genommen, sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes zu beteiligen." Die Umsetzung soll auf der Basis einer Verwaltungsvereinbarung erfolgen, die auch die finanziellen Beiträge der Länder festlegt.

Ab 2018 sollen jährlich bis zu 10 Mio. Euro für die Dauer von 10 Jahren als Fördermittel die Digitalisierung bereitgestellt werden. Bund, Länder und die Filmförderungsanstalt FFA sollen jeweils ein Drittel der Finanzierung übernehmen. Nach dem Konzept sollen Zuschüsse nach drei Förderlinien vergeben werden, nach dem Auswertungsinteresse sowie dem kuratorischen Interesse und der konservatorischen Notwendigkeit. Die Abwicklung soll der FFA übertragen werden.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller teilte dazu mit: „Berlin hat sich entscheidend dafür eingesetzt, dass die Bund-Länder-Initiative zur Unterstützung von Digitalisierungsmaßnahmen realisiert werden kann. Sie ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von des Bundes, aller Länder und der Filmwirtschaft dafür, dass das nationale filmkulturelle Erbe erhalten bleibt und auch künftig allgemein zugänglich ist.“


Zur Pressemitteilung

[2017/05/05]

Das NRW-Filmerbe

Ergebnisse des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung"

5. Mai 2017. – Als ein wichtiges Ergebnis des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung" am 26. und 27. April 2017 in Köln hält Marcus Seibert fest, dass der erste Schritt zur Sicherung des Filmerbes in NRW eine Erhebung dessen sein müsse, welche Filme wo und in welchem Zustand vorhanden sind. Manche Filmschaffende schreckten vor der Archivierung ihres eigenen Schaffens zurück, andere seien zu sehr mit ihren aktuellen Projekten beschäftigt. Schon jetzt gelten viele Filme als verschollen. Viele andere seien weder sichtbar noch überhaupt erfasst. „Nur von einem möglichst vollständigen und breiten Erhebungsstand ausgehend kann die möglichst flächendeckende Sicherung des Filmerbes – sei es in NRW, sei es in den anderen Bundesländern – erfolgen und so der anfangs konstatierten Dezentralität der deutschen Filmgeschichte Rechnung getragen werden.“


Audio-Dokumentation des Symposiums „Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierunund Veröffentlichu

[2017/04/21]

"Unschätzbarer Beitrag zur Errettung des Filmerbes"

Binding-Kulturpreis 2017 für Kinothek Asta Nielsen

21. April 2017. – Der Binding-Kulturpreis 2017 geht an den Verein Kinothek Asta Nielsen. Seine Mitbegründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann erhalten den mit 50.000 Euro dotierten Kunstpreis. Mit ihren Aktivitäten leiste die Kinothek Asta Nielsen einen unschätzbaren Beitrag zur Errettung des Filmerbes, so die Jurybegründung. „Mit der Kinothek Asta Nielsen hat sich das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung für einen Frankfurter Verein entschieden, der seit seiner Gründung im Jahr 1999 daran arbeitet, die Filmgeschichte in ihrer Vielfalt zugänglich zu machen, zugänglich zu halten, zu präsentieren und zu feiern. Mit geringen Mitteln und erheblichem Einsatz rettet er ein Stück Filmgeschichte, der im Mainstream der Geschichtsschreibung und Restaurierungsbemühungen verloren zu gehen droht. In allererster Linie sind das Filme von Frauen. Filme jenseits des Kanons. Filme aus der Anfangszeit des Kinos. Experimentelle Filme. Die Kinothek Asta Nielsen hat eine eigene Sammlung von Super 8- und 16mm-Filmen aufgebaut. In Fragen des Filmerbes sind die Mitgründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann europaweit gefragte Expertinnen.“

Seit 1996, dem Jahr des 125-jährigen Jubiläums der Binding-Brauerei, würdigt die Binding-Kulturstiftung alljährlich Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Die feierliche Vergabe des Binding-Kulturpreises 2017 findet am 2. … [mehr…]
Zur Website des Vereins

[2017/04/15]

BKM begründet die ungleiche Erhöhung der Digitalisierungsgelder

Besonderer Förderschwerpunkt: Dokumentarfilme ohne Kinoqualität

15. April 2017. – Wie die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) am 13. April auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Harald Petzold (DIE LINKE) mitteilte, will sie mit der Vergabe einer weiteren Million Euro an Digitalisierungsmittel „besondere Schwerpunkte“ setzen. Mit den zusätzlichen Geldern sollen das Bundesarchiv, die Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut – DIF „Dokumentarfilmmaterial digitalisieren [...], das keine Kinofilmqualität aufweist, aber gedenkpolitisch bzw. zeitgeschichtlich relevant ist.“

Die BKM verweist darauf, dass die DEFA-Stiftung und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wie bisher die auswertungsorientiere Digitalisierungsförderung der Filmförderungsanstalt (FAA) in Anspruch nehmen können. Die Digitalisierungsförderung der FAA beinhaltet allerdings nur einen Zuschuss von maximal 15.000 Euro; der Antragsteller muss einen Eigenanteil von mindestens 20 Prozent vorweisen. Außerdem muss er ein „plausibles und detailliertes Auswertungskonzept“ vorgelegen, das für historische Filme jenseits der Klassiker nur schwer zu erbringen sein dürfte.


[2017/04/08]

DEFA-Stiftung protestiert gegen neue Aufteilung der BKM-Digitalisierungsgelder

Zuwendungen für die DEFA-Stiftung nicht erhöht – "Zwietracht und Neid" befürchtet

7. April 2017. – In einem Schreiben an die ostdeutschen Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag vom 4. April 2017, dessen Wortlaut der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ vorliegt, beklagt sich der Vorstand der DEFA-Stiftung, Ralf Schenk, über den neuen Verteilungsschlüssel, den die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) bei der Ausschüttung der Mittel für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes vor kurzen bekanntgegeben hat.

Wie berichtet, sollen von der für 2017 vorgesehenen Summe von zwei Millionen Euro die Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK) und das Deutsche Filminstitut – DIF jeweils bis zu 550.000 Euro und das Bundesarchiv bis zu 400.000 Euro erhalten. Die Ausschüttung für Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung und DEFA-Stiftung stagniert bei 250.000 Euro. In den Vorjahren wurden die Mittel von insgesamt einer Million Euro zu gleichen Teilen von jeweils 250.000 Euro den vier Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Im Namen der DEFA-Stiftung protestiert Schenk dagegen, dass diese paritätische Aufteilung aufgegeben wurde; sie werde den Leistungen der Stiftung bei der Bewahrung des ostdeutschen Filmerbes nicht gerecht. Er sei enttäuscht und erschüttert; diese Entscheidung, so befürchtet er, werde "Zwietracht und Neid" unter den Mitglieder des Kinematheksverbund auslösen.

Die DEFA-Stiftung verfügt über die Nutzungsrechte … [mehr…]

[2017/04/03]

Zwei Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes

BKM verdoppelt Digitalisierungsförderung für 2017 – Weiterhin offene Fragen

3. April 2017. – Die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) Monika Grütters bekräftigt ihr Vorhaben, die Digitalisierung des Filmerbes im Jahr 2017 mit zwei Millionen Euro zu fördern. Das bedeutet eine Verdopplung der Digitalisierungsförderung. Damit, so Grütters, sei "ein weiterer Schritt geschafft, den finanziellen Anteil an einem gemeinsamen Digitalisierungskonzept mit den Ländern und der Filmwirtschaft zu erbringen."

Grütters fordert die Länder erneut auf, sich "politisch klar zu der gemeinsamen Strategie" zu bekennen. Wie diese gemeinsame Strategie aussieht, wird aber nicht angegeben.

Grütters plant offenbar, "ab nächstem Jahr die dringend notwendige Digitalisierung mit gemeinsamen Kräften und deutlich erhöhten Finanzmitteln" voranzubringen, vorausgesetzt, die Länder und die Filmwirtschaft beteiligen sich finanziell: "Die Länder und die Filmwirtschaft tragen eine originäre Verantwortung für die Sicherung unseres kulturellen Filmerbes und sind als Partner unverzichtbar, um diese große Herausforderung zu meistern."

Zum ersten Mal teilt das BKM auch mit, welche Filmerbe-Einrichtungen Digitalisierungsgelder erhalten. Erstmals wird das Bundesarchiv mit Mittel "in Höhe von bis zu 400.000 Euro" bedacht. Projektförderungen in Höhe von jeweils bis zu 550.000 Euro erhalten die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut e.V. Wie in den … [mehr…]
Zur Pressemitteilung vom 3.4.2017 der Staatsministerin für Kultur und Medien

[2017/03/28]

Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung

dfi-Symposium vom 26. bis 27. April 2017 im Filmforum NRW, Köln

28. März 2017. – Mit einem Symposium will die dfi - Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW in die aktuelle Diskussion um das deutsche Filmerbe eingreifen und neue bzw. ergänzende Perspektiven vorstellen. Vor dem Hintergrund eines eventuell zustande kommenden Bund-Länder-Programms zur Digitalisierung des Filmerbes sollen zum einen die Perspektive und die Anliegen der Filmemacher und Filmemacherinnen in die Diskussion eingebracht werden, zum anderen aber auch die Regionalität des Filmerbes behandelt werden.

Derzeit wird ein erstes Sample von Dokumentar- und Experimentalfilmen durch einen Online-Fragebogen erhoben, das einen Teil des NRW-Filmerbes ausmachen könnte und das zeigen kann, welcher Digitalisierungs- und Sanierungsbedarf im Einzelnen besteht.

Eine Bestandsaufnahme führt bereits vorhandene Förder- und Kooperationsmöglichkeiten auf, mit deren Hilfe analog gedrehte und vertriebene Werke digitalisiert und damit in der Öffentlichkeit wieder sichtbar gemacht werden können.

Das Symposium wendet sich an die Filmbranche in NRW und in anderen Bundesländern, an die Verbände der Filmschaffenden, an die Kultur- und Medienpolitiker und Kulturförderer auf föderaler Ebene sowie an die Verantwortlichen in einschlägigen Archiven und Stiftungen.

Filmforum NRW, Köln, 26. April (11.00 – 22.00 Uhr) und 27. April (10.00 – 16.00 Uhr). Der Eintritt ist … [mehr…]
Tagungsprogramm

[2017/03/27]

Vernichtung nicht archivwürdiger Filme. Neue Anweisung des Bundesarchiv

Archivische Behandlung von Nitro-Filmen

27. März 2017. – Eine neue Anweisung des Bundesarchivs für die archivarische Tätigkeit im Bereich Filmarchiv vom 8. November 2016 sieht vor, dass die im Bundesarchiv verwahrten Filme auf Nitrozellulosebasis ebenso wie entsprechende Neuzugänge so zügig wie möglich zu bewerten sind. Archivwürdige Nitrofilme sollen zeitnah gesichert werden.

Filme, die nicht archivwürdig sind oder sich bereits in Zersetzung befinden, sind umgehend zu vernichten.

Weiter heißt es in der Anweisung: „Von der Vernichtung nicht archivwürdiger Filme ist bis auf Weiteres abzusehen, wenn diese sich nicht im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland bzw. in der Verfügungsgewalt des Bundesarchivs befinden. In diesen Fällen ist innerhalb von sechs Monaten die Zustimmung des Eigentümers zu der Vernichtung herbeizuführen. Gibt der Eigentümer seine Zustimmung nicht, muss er die Nitrofilme unter Übernahme aller rechtlichen Verpflichtungen innerhalb von drei Monaten zurücknehmen; andernfalls wird das Material durch das Bundesarchiv der Vernichtung zugeführt."

Nitrofilme, die sich bereits in Zersetzung befinden, sind „in jedem Fall unverzüglich zu vernichten; die Eigentümer sind hierüber lediglich in Kenntnis zu setzen. Ausnahmen sind nicht zulässig.“


Interne Anweisung für die archivarische Tätigkeit des Bundesarchivs

[2017/03/24]

Kopierwerk des Bundesarchivs in Hoppegarten: Einbau der Scanstrecke verzögert sich

Analoges Kopierwerk in Koblenz seit Februar geschlossen

24. März 2017. Seit Februar 2017 ist das analoge Kopierwerk des Bundesarchivs in Koblenz geschlossen. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs mitteilt, wird derzeit die Einrichtung einer Scanstrecke vorbereitet. Da sie an die Stelle des analogen Kopierwerks tritt, kann die geplante Anschlussnutzung durch Vermietung an Dritte nicht realisiert werden. Was mit den Geräten passiert, wird unter Berücksichtigung der haushaltsrechtlichen Bestimmungen geprüft.

Das verbleibende analoge Kopierwerk in Hoppegarten soll erst dann geschlossen werden, wenn die technischen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Scanstrecke gegeben sind. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Das Bundesarchiv verfügt in Hoppegarten noch nicht über das erforderliche Speichersystem, das die bei der Digitalisierung anfallenden Daten in Echtzeit verarbeiten könnte.

Wie die Pressestelle des Bundesarchivs ergänzend mitteilt, wird tatsächlich an beiden Standorten des Filmarchis jeweils eine zeitgemäße Ausrüstung für die digitale Filmsicherung etabliert. (JpG)


[2017/03/23]

Bewahrung des Filmerbes

Forderung der SPIO zur Bundestagswahl 2017

23. März 2017. – In einem zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog wendet sich die deutsche Filmwirtschaft anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl an die Öffentlichkeit. Darin fordert sie auch verstärkte Anstrengungen des Bundes bei der Bewahrung des Filmerbes, insbesondere eine spürbare Erhöhung der Bundesmittel. Wörtlich heißt es:

"Das deutsche Filmerbe ist akut vom Zerfall bedroht und muss dringend restauriert und archiviert werden. Experten beziffern die Gesamtkosten zur Erhaltung der analogen Filmwerke auf mindestens 100 Millionen Euro. Jetzt bedarf es des politischen Willens, diese Aufgabe als kulturpolitische Notwendigkeit anzuerkennen und über das ebenfalls gebotene Engagement der Länder hinaus die jährlichen Fördermittel des Bundes spürbar zu erhöhen."

Zur Bewahrung und Vermittlung des Filmerbes gehört aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur, den die SPIO ebenso fordert wie eine strategische Industrieförderung der Kreativwirtschaft, die vor allem im Dokumentarfilmbereich häufig auf die Bestände der Filmarchive zurückgreift.


Zehn Forderungen der Filmwirtschaft zur Bundestagswahl

[2017/03/18]

Freistaat Sachsen: Sicherung des audiovisuellen Erbes

Modellprojekt zu sorbischen Filmdokumenten

18. März 2017. – Rund 47.600 Stunden auf Film und Video sowie Tondokumente mit einer Gesamtlänge von etwa 48.000 Stunden lagern in den Archiven staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, bei Produktionsfirmen und TV-Sendern im Freistaat Sachsen. Für die Sicherung und Bewahrung dieses audiovisuellen Erbes entwickelt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Filmverband Sachsen derzeit ein Konzept.

In einem ersten Schritt wurden in einem Modellprojekt zehn sorbische Filmdokumente in verschiedenster Technik – schwarz-weiß und farbig, stumm und vertont, von 8mm, 16mm, 35mm und Betacam – rekonstruiert und digitalisiert. Kostenpunkt: rund 20.000 Euro. Beteiligt waren der Filmverband Sachsen, die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut, die DEFA-Stiftung, das Bundesarchiv und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB).

Der Auftrag zur Sicherung der Film- und Tondokumente ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hierfür stehen bis 2018 jährlich 350.000 Euro bereit. Die Erfahrungen aus diesem Testlauf sollen bis Ende des Jahres in ein Konzept zum weiteren Vorgehen münden.

Der Freistaat Sachsen beteiligt sich auch an der gemeinsamen Initiave von Bund, Länderm und Filmwirtschaft zur Sicherung des nationalen Filmerbes, in der es um ein 10-Jahres-Programm mit einem … [mehr…]
Zur Pressemitteilung

[2017/03/17]

Sicherung des Filmerbes: „Dringliche Herausforderung“

Siebtes kulturpolitisches Spitzengespräch zwischen Bund, Ländern und Kommunen

17. März 2017. – Auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, haben sich die Kulturministerinnen und -minister der Länder sowie Vertreter der Kommunen heute im Bundeskanzleramt zum inzwischen siebten kulturpolitischen Spitzengespräch in Berlin getroffen.

Zur Digitalisierung des Filmerbes führte die Staatsministerin aus: „Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und angesichts des archivarischen Aufwands ist klar, dass wir auch dies nur gemeinsam bewältigen können. Auch hier wünschen wir uns weiterhin die Unterstützung der Länder.“

Bereits seit 2012 fördert der Bund Digitalisierungsprojekte des Kinematheksverbunds. Monika Grütters hat in ihrem Haushalt die Mittel in diesem Jahr von ein auf zwei Millionen Euro erhöht. Die Filmförderungsanstalt (FFA) stellte 2016 und 2017 je zwei Millionen Euro bereit.


Zur Pressemitteilung der BKM

[2017/02/19]

Bundestag lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

218. Sitzung. – Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

16. Februar 2017. – Der Deutsche Bundestag lehnt den Antrag BT-Drucksache 18/8888 der Fraktion Die Linke ab, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, eine nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes zu gewährleisten. Gegen die Vorlage der Linken votierten die Fraktionen der CDU/CSU und SPD bei Stimmenthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Alle Dokumente – mit Ausnahme der geheimen Diskussionen im Ausschuss für Kultur und Medien – sind auf der Website des Deutschen Bundestags abgelegt. Die Reden wurden zu Protokoll gegeben und finden sich im Plenarprotokoll 18/218.


Zu den Dokumenten des Deutschen Bundestags

[2017/02/14]

Das österreichische Film Preservation Center nimmt Gestalt an

Offenes Labor zur analogen Sicherung des Filmerbes, eine Stätte für Forscher und Kreative

14. Februar 2017. – Am Rande der Berlinale informierte der österreichische Kulturminister Thomas Drozda über den Stand des geplanten „Film Preservation Center“ (FPCA). Wie die Zeitschrift profil am 13. Februar in ihrer online-Ausgabe berichtete, soll ab Juli mit dem Neubau in Laxenburg begonnen werden. Bereits Anfang 2018 soll das Zentrum regulär arbeiten.

„Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird. Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, so Drozda im Gespräch mit profil: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“
Vollständiger Beitrag

[2017/02/02]

Neue Filmreihe „DEFA-digital“

Erstes Programm am 6. Februar 2017

2. Februar 2017. – Seit 2012 hat die DEFA-Stiftung über 320 Lang- und Kurzfilme digitalisiert und als DCP an den Verleih übergeben. In einer neuen Filmreihe „DEFA-digital“ stellt sie nun besonders spannende Digitalisierungsprojekte vor. Melanie Hauth, Projektverantwortliche der DEFA-Stiftung, gibt Einblicke in die Restaurierung und erläutert technische Details und Besonderheiten.

Zum Auftakt der Reihe zeigt das Kino Arsenal am 6. Februar 2017 um 19.00 Uhr Das Beil von Wandsbek (DDR 1951) sowie um 21.15 Uhr Seilergasse 8 (DDR 1960) als DCP.


Weitere Infos

[2017/01/31]

Österreichs Filmerbe sichern

Studie über die Sicherung des filmischen Erbes in Österreich

31. Januar 2017. – Die bereits im März 2016 erstellte Studie empfiehlt die analoge Langzeitsicherung des filmischen Erbes sowie den Aufbau eines „Film Preservation Centers Austria“, das die analoge Bearbeitungskette unter einem Dach in Österreich ermöglichen soll. Dabei wird die analoge Filmsicherung auch als Standortvorteil etwa gegenüber Deutschland gesehen, wo das Bundesarchiv auf rein digitale Sicherung umstellt.

In einem ersten Schritt wurde der Maschinenpark des letzten analogen Kopierwerks in Österreich, der vor ein paar Monaten geschlossenen Synchrofilm, erworben.

Wie es auf der Website des Bundeskanzleramts heißt, werden in einem nächsten Schritt gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum „unter Beiziehung internationaler Expertinnen und Experten mögliche Varianten für ein Preservation Center in Österreich“ erarbeitet. Das „Film Preservation Center” soll bereits im Laufe des Jahres 2017 den Kopierbetrieb aufzunehmen.

Neben der Studie in einer Kurz- und Langform kann auf der Website des Bundeskanzleramts auch das vom Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum erarbeitete Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ vom 26. Januar 2016 abgerufen werden. Beide Einrichtungen sehen die Langzeitsicherung nur in digitaler Form „wegen ständiger Formatwechsel und zwangsläufiger Abweichungen vom … [mehr…]
Zur Webseite des Bundeskanzleramts Österreich, Kunst und Kultur

[2017/01/28]

Schwarzer Peter erneut den Ländern zugeschoben

Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

28. Januar 2017. – Bei der 77. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 25. Januar 2017 wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ BT-Drucksache 18/8888 verhandelt. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Als Vertreter der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) verwies Abteilungsleiter Günter Wienands erneut darauf, dass nun die Länder in der Pflicht stünden. Die Sitzung war nicht öffentlich.

Mitte Februar 2017 wird der Antrag im Plenum des Deutschen Bundestags abschließend behandelt.



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