Aktuell

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ will mit dieser Internetseite die akuten Probleme unserer Filmarchive stärker ins Bewusstsein rufen und über die Fachdebatte informieren, die bisher überwiegend von Experten geführt wird.

Wir wollen vor allem die Verantwortlichen in Bund und Ländern bewegen, die dauerhafte Sicherung unseres filmischen Kulturerbes und seine zügige Digitalisierung stärker zu fördern sowie den Zugang zur Filmgeschichte im Kino und im Internet zu erleichtern.

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ geht auf einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes zurück, der im November 2013 mehr als 5500 Unterzeichner fand. (Jeanpaul Goergen, Klaus Kreimeier)

[2018/12/18]

Digitalisierung des Belegarchivs der Filmförderung Hamburg

Weitere Finanzierung aber noch offen

18. Dezember 2018. – Das Belegarchiv der Filmförderung Hamburg in der Kinemathek Hamburg dokumentiert in einzigartiger Weise und nahezu lückenlos einen wichtigen Abschnitt der Filmförderung in Hamburg. Mit der Gründung des Hamburger Filmbüros und der Installierung einer kulturellen Filmförderung wurde 1980 in vorbildlicher Weise auch ein Archiv angelegt, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Die rund 500 in der Kinemathek Hamburg archivierten Kopien der Filmförderung Hamburg zeugen heute von einer beispiellosen kreativen Aufbruchsphase in der Hamburger Filmszene.

Es handelt sich bei diesen Filmen hauptsächlich um analoge Positivkopien, die zum Teil bereits deutliche Farbverluste aufweisen. Dazu Martin Aust, Geschäftsführer der Kinemathek Hamburg: „Um das Archiv zu erhalten müssen Sicherungskopien erstellt werden. Außerdem sollen die Filme auch weiterhin für die Vorführung im Kino zur Verfügung stehen. Das geht leider in den meisten Kinos nur noch digital.“

Die Kinemathek Hamburg erhielt im letzten Jahr erstmalig 100.000 EUR von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg zur Digitalisierung des Belegarchivs. Mit diesen Mitteln wurden bis Ende dieses Jahres 26 Titel digitalisiert. Um Kosten zu sparen, kooperierte die Kinemathek bei der Digitalisierung der Filme von Lutz Dammbeck mit der Deutschen Kinemathek und bei den Filmen von Monika Treut mit der Edition Salzgeber. Digitalisiert wurden ferner Arbeiten von Claudia von Alemann, Robert Bramkamp, Christian Bau, Artur Dieckhoff, Martina Fluck, Hannes Fuchs, Silke Grossmann, Maria Hemmleb, Helmut Herbst, Jutta Hercher, Jochen Hiltmann, Winfried Parkinson, Dieter Rühmann, Jan Schütte, Hyun-Sook Song sowie von Max Willutzki.

Martin Aust: „Die großen Archive sind mit der Digitalisierung ihrer eigenen Bestände ausgelastet, so dass wir der Meinung sind, dass auch regionale Archive wie das Archiv der Kinemathek Hamburg öffentliche Mittel erhalten müssen, damit diese Bestände nicht verloren gehen.“ Ob die Behörde für Kultur und Medien Hamburg der Kinemathek Hamburg weitere Mittel zur Verfügung stellen wird, ist derzeit noch nicht entschieden.

Das Archiv der Kinemathek Hamburg umfasst über das Belegarchiv der Filmförderung Hamburg hinaus insgesamt rund 5.800 Filme.


[2018/12/11]

Sicherheit durch Erhalt des Filmerbes auf Filmmaterial

Plädoyer von FIAF-Präsident Frédéric Maire – Hilfe für analoge Filmlabore angemahnt

11. Dezember 2018. – In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard spricht Frédéric Maire, Präsident der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF) und Direktor der Cinémathèque Suisse über die Digitalisierung der Filmarchive. Er weist darauf hin, dass es bei der Speicherung von Digitalisaten derzeit „keine internationalen Normen“ gibt. Das sei normal, „denn wir befinden uns am Beginn einer neuen Ära. Als der Tonfilm kam, hat es auch Jahre gedauert, bis sich ein System weltweit durchgesetzt hat.“

Der FIAF-Präsident verweist auf die enorme Speicherleistung und die damit verbundenen Kosten, um die originalen Dateiformate aufzubewahren: „Die Kluft, die es schon in der Erhaltung des analogen Films zwischen den Institutionen gab, wird dadurch noch größer. Deshalb ist die Lösung, bei der Erhaltung des Erbes auf Film als Material zurückzukehren, nicht die absurdeste Lösung. Weil dies Sicherheit bietet.“

Maire plädiert zudem dafür, analog aufgenommene Filme auch im Original vorzuführen. Der analoge Film sei zu einer Nische geworden. „Den Labors, die noch existieren und die es weiter geben muss, muss geholfen werden.“ Die Digitalisierung hätte aber zu einer Öffnung der Archive beigetragen.


Zum Gespräch in Der Standard vom 11.12.2018

[2018/12/06]

Lebendiges Filmerbe – in Dänemark

Dänisches Stummfilmerbe wird digitalisiert und zugänglich gemacht

6. Dezember 2018. – Das Dänische Filminstitut (DFI) wird im Laufe der kommenden Jahre das gesamte dänische Stummfilmerbe, bestehend aus ca. 415 Titeln mit einer Laufzeit von ungefähr 350 Stunden, digitalisieren, erforschen und zugänglich machen. Auch filmbegleitende Materialien wie Filmprogramme, Stills und Plakate werden digitalisiert. Schätzungsweise ein Fünftel der dänischen Stummfilmproduktion ist erhalten.

Die digitalisierten Filme werden zusammen mit Erläuterungen in einem Online-Portal bereitgestellt. Ferner wird die Cinemateket im Kopenhagen ein Stummfilmfestival ausrichten.

Dieses Digitalisierungsprojekt ist das bislang größte filmhistorische Unterfangen seiner Art in Dänemark. Ermöglicht wird es durch die Unterstützung dreier dänischen Fonds, die zusammen 30 Millionen DK (= 4.000.000 Euro) zur Verfügung stellen.

Mit der Digitalisierung des dänischen Stummfilm-Erbes ist auch ein dreijähriges deutsch-dänisches Forschungsprojekt der Universität Kopenhagen und der Universität zu Köln verbunden, das sich den intensiven dänisch-deutschen Filmbeziehungen in der Stummfilmzeit widmet. Erforscht werden u.a. die entstehende Celebrity-Kultur in ihrer dänisch-deutschen Verschränkung (etwa in der Person des Schauspielers Olaf Fønss), die Frage nach einer ‚dänischen’ Ästhetik im deutschen Stummfilm als Folge der Arbeitswanderung zwischen der beiden Filmproduktion sowie die Geschichte der zentralen Filmproduktionsfirmen Nordisk Filmskompagni in den 1910er und Palladium in den 1920er Jahren.

Es ist eine zentrale Zielsetzung des Dänischen Filminstituts, das Filmerbe für alle lebendig zu erhalten. Das geschieht u.a. über Veranstaltungen der Cinemateket sowie in Zusammenarbeit mit Kinos im ganzen Land. Das geschieht auch bereits digital über die Streaming-Plattform Danmark på film („Dänemark im Film“), die dokumentarische Filme von 1899 bis 1995 enthält und ungefähr 340.000 Aufrufe pro Jahr erzielt.

Das neue Filmabkommen 2019-2023, das zwischen allen Parteien des Parlaments beschlossen wurde, sieht weitere 17 Millionen DK ( = 2.277.830 Euro) für die Digitalisierung des Filmerbes vor. Diese Bewilligung ist eine Verlängerung einer früheren Finanzierung ebenfalls über 17 Millionen DK, die genutzt wurde, um ältere dänische Dokumentarfilme zu digitalisieren.


Zur Pressemitteilung des Dänischen Filminstituts (nur in Dänisch)

[2018/12/05]

Eine „Vision Kino“ unter Einschluss der „Vision Filmerbe“

DEFA-Stiftung verlangt ein Gesamtkonzept

5. Dezember 2018. – In einer Rede bei der Preisverleihung der DEFA-Stiftung am 30. November fragte DEFA-Vorstand Ralf Schenk auch nach der Zukunft der Kunst des Kinos. „Wie lange es noch das traditionelle Kino geben wird, das herkömmliche Fernsehen, die DVD, die Bluray – wer weiß es schon? Hat das Filmerbe auf Streamingkanälen eine Zukunft oder geht es dort erbarmungslos unter [...]? Das sind so Fragen, die sich nicht nur auf technische Bedingungen beziehen, sondern auch darauf, ob und wie jungen Generationen die Kunst des Kinos, auch die Geschichte dieser Kunst nahegebracht werden kann. Mit der Digitalisierung des Filmerbes allein ist es ja nicht getan, so schön die endlich in Gang gekommene Digitalisierungsoffensive auch ist. Was gebraucht wird, ist ein Gesamtkonzept. Eine wirkliche „Vision Kino“, nicht nur eine Institution, die diesen Namen trägt. Eine Vision Kino, die eine „Vision Filmerbe“ als integralen Bestandteil einschließt.“ Wohlfeile Rezepte dafür gebe es allerdings nicht.

Ralf Schenk kritisierte auch die "fast vollkommene Nicht-Anwesenheit" des deutschen und des DEFA-Filmerbes gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und forderte „feste Sendeplätze, die es dem Zuschauer ermöglichen, deutsche Filmgeschichte regelmäßig wahrzunehmen.“


Wortlaut der Rede von Ralf Schenk

[2018/11/29]

Bundesarchiv: Grundsätzlicher Verzicht auf analoge Filmkopierung

Nachträgliche Ausbelichtungen auf Film aber nicht ausgeschlossen

29. November 2018. – Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD (Drucksache 19/4969 vom 12. Oktober 2018) zur anstehenden Schließung des Kopierwerks des Bundesarchivs in Berlin-Hoppegarten geht hervor, dass das Bundesarchiv sowohl die Nutzungs- als auch die Sicherungskopien von Filmen nur noch digital vornimmt. Das Bundesarchiv habe entschieden, „grundsätzlich“ auf die analoge Filmkopierung zu verzichten. Für diese Sicherungsstrategie des Filmerbes führt die Bundesregierung (Drucksache 19/5753 vom 13. November 2018) mehrere Argumente an:
– Die Filmproduktion sei bereits fast vollständig digitalisiert.
– Die Nutzer würden zunehmend Filme in digitalen Formaten nachfragen.
– Im Kopierwerk erfolge jetzt schon „auch bei anschließender analoger Ausbelichtung zunächst eine digitale Abtastung“.
– Analoges Filmmaterial werde „kaum noch angeboten und letztlich nicht mehr verfügbar sein.“ Eine „zusätzliche nachträgliche Ausbelichtung zu einem anderen Zeitpunkt“ sei jedoch nicht ausgeschlossen.
– Die Wartung der im Kopierwerk vorhandenen Maschinen könne nicht mehr gewährleistet werden. „Die erforderlichen Fertigkeiten im Rahmen des Berufsbildes sowie die Produkte für die verschiedenen Funktionsbereiche und Ersatzteile sind zunehmend nicht mehr auf dem für den Weiterbetrieb erforderlichen Stand verfügbar.“
– Beim Verzicht auf analoge Ausbelichtungen handele das Bundesarchiv in Übereinstimmung mit anderen nationalen Filmarchiven.

Die Gefahr des Überlieferungsverlustes bei Digitalisaten will das Bundesarchiv dadurch minimieren, dass es „mehrfach redundante Platten-Band-Speichersysteme“ aufbaut.


Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD

[2018/11/08]

Verständigungsbedarf angemeldet

Stellungnahme des Verbands Technischer Betriebe für Film & Fernsehen zur Digitalisierungsinitiative

8. November 2018 – Das Vorstandsmitglied des Verbands Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF), Joseph Reidinger, begrüßt die Initiative von Bund, Ländern und Filmwirtschaft, die ab Anfang 2019 für zehn Jahre jährlich bis zu zehn Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes vorsieht. Regelungsbedarf sieht er aber „bei den Vergabekriterien und der Territorialisierung der Ausgaben.“ Wie film-tv-video.de berichtet, sieht er zudem noch Verständigungsbedarf zwischen Branche und Politik bei der „Langzeitarchivierung und der Zugänglichmachung anderer AV-Dokumente von großem historischem und gesellschaftlichem Wert.“


Hier geht es zur vollständigen Meldung

[2018/10/23]

Unklarheiten und offene Fragen

Stellungnahme der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ zum Welttag des Audiovisuellen Erbes am 27. Oktober 2018

23. Oktober 2018. – Die Digitalisierungsoffensive des Bundes, der Länder und der Filmwirtschaft startet Anfang Januar 2019; die Modalitäten und Regularien sind ab Dezember auf der Internetpräsenz der Filmförderungsanstalt einzusehen. Bedauerlicherweise wird diese filmpolitisch so bedeutsame Fördermaßnahme ohne öffentliche Diskussion vorbereitet. So ist unklar, ob für die Digitalisierungsmaßnahmen des kommenden Jahrzehnts ein zentrales Konzept des Kinematheksverbundes existiert oder zumindest vorgesehen ist. Es ist unklar, ob von den beteiligten Archiven ein Kriterienkatalog entwickelt wurde, der inhaltliche, technische, ökonomische oder kulturpolitische Prioritäten formuliert. Es ist unklar, wer Mittel beantragen kann und wer nach welchen Kriterien über die Mittelvergabe entscheidet. Schließlich ist auch unklar, ob der technische und organisatorische Prozess der Digitalisierung von einer fachwissenschaftlichen Debatte begleitet wird, in den z.B. Filmwissenschaftler, Historiker, Kuratoren und Filmvermittler ihre Positionen einbringen können.

Digitalisierung allein ist keine Lösung.

Mit der Schließung des letzten Filmkopierwerks beim Bundesarchiv zum Ende dieses Jahres endet innerhalb des Kinematheksverbunds die Sicherung des Filmerbes auf analogen Trägern. Dieser tiefgreifende Einschnitt erfolgt ohne eine fachöffentliche Diskussion und bevor der … [mehr…]
Die ausführliche Auswertung zum Stand der Digitalisierung kann hier eingesehen werden

[2018/10/21]

Film:ReStored_03

Dritte Ausgabe des Filmerbe-Festivals

21. Oktober 2018. – Vom 25. bis 28. Oktober 2018 findet in Berlin das Filmerbe-Festival Film:ReStored im Filmhaus am Potsdamer Platz statt. Es wird von der Deutschen Kinemathek für den Kinematheksverbund veranstaltet. Die dritte Ausgabe befasst sich mit dem Zusammenspiel von Film- und Fernseharchiven bei der Überlieferung des Filmerbes. An vier Tagen werden digital restaurierte Filme, teils als Premieren, gezeigt. Vorträge und Werkstattberichte widmen sich Fragestellungen rund um die Digitalisierung des Filmerbes.


Zum Programm

[2018/10/19]

Digitalisierungsintiative geht an den Start

Beginn am 1. Januar 2019

19. Oktober 2018. – Die Filmförderungsanstalt hat gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Ländern eine Vereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes getroffen. Für einen Zeitraum von 10 Jahren stehen jährlich bis zu 10 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel werden von den drei Partnern zu jeweils einem Drittel aufgebracht. Die Digitalisierung erfolgt nach Auswertungsinteresse, kuratorischem Interesse und konservatorischer Notwendigkeit. Details zur Förderung sowie die Richtlinie, die ab 1. Januar 2019 in Kraft tritt, stehen ab Dezember 2018 auf www.ffa.de bereit.


Zur Pressemitteilung der FFA vom 17. Oktober 2018

[2018/10/18]

Filmvermittler verlangen gesellschaftliche Anerkennung

Positionspapier der AG Filmbildung im Kinematheksverbund

18. Oktober 2018. – Die Arbeitsgruppe „Filmbildung“ innerhalb des Kinematheksverbunds hebt in einem am 16. Oktober veröffentlichten Positionspapier die Bedeutung von Filmbildung und -vermittlung hervor. Durch diese Arbeitsgruppe werde der Kinematheksverbunds im Bildungsbereich auch „bundesweit handlungsfähig“. Nun könne er „gemeinsame Anliegen in der Film- und Medienbildung vorantreiben, Projekte systematisch und nachhaltig konzeptionell entwickeln sowie umsetzen und dadurch Standards in der Filmbildung definieren.“

Die Arbeitsgruppe fordert eine gleichberechtigte Verankerung und Präsentation der Filmvermittlung im Profil der Einrichtungen des Kinematheksverbunds. „Pädagogisch gerahmte Besuche von Kinos und Filmmuseen, Ausflüge in die Filmgeschichte und in die Kinematographien der Welt“ sollten „gesellschaftlich wie auch politisch als selbstverständlicher Teil von kultureller Bildung anerkannt werden.“

Der „Stellenwert von Filmbildung innerhalb der universitären Filmwissenschaft, an Hochschulen und in der Ausbildung von Pädagog*innen“ solle deutlich gestärkt werden. Dies gehe nicht ohne die Erfahrung und Expertise des Kinematheksverbunds. Hierzu würden „umfangreiche Ressourcen“ sowie eine „deutlich bessere personelle und räumliche Infrastruktur in den Institutionen“ benötigt. Erforderlich sei auch eine Qualifizierung der Filmvermittler und -vermittlerinnen, … [mehr…]
Zum Positionspapier der AG Filmvermittlung

[2018/10/18]

Kleine Anfrage zur Schließung der Kopieranstalt des Bundesarchivs in Berlin-Hoppegarten

Bundestagsfraktion der AfD verlangt Aufklärung

18. Oktober 2018. – Die Fraktion der AfD im Deutschen Bundestag verlangt Aufschluss über die anstehende Schließung der Kopieranstalt des Bundesarchivs in Berlin-Hoppegarten. In einer „Kleinen Anfrage“ (Drucksache 9/4969) vom 12. Oktober 2018 heißt es, die Schließung „vor allem aus ökonomischen Erwägungen heraus“ sei „kurzsichtig und nicht zielführend“ und gefährde „in der Konsequenz den Bestand des deutschen Filmerbes.“

Von der Bundesregierung will die Fraktion u.a. wissen, inwieweit diese „Alternativen zu ihrer einseitigen Digitalisierungsstrategie“ geprüft habe, „die den Weiterbetrieb der Kopieranstalt Hoppegarten hätten ermöglichen können.“


Zum Text der kleinen Anfrage

[2018/09/16]

Münchner Filmmuseum: Eigener Filmscanner

Bearbeitung von Filmen, die durch das Raster der Digitalisierungsförderung fallen

16. September 2018. – Seit Juni 2018 besitzt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum einen eigenen Filmscanner, drei Workstations, ein mit dem Vorführraum verbundenes Netzwerk sowie ein digitales Speichersystem. Das Münchner Filmmuseum will „künftig gerade die Filme, die durch das Raster der Digitalisierungsfördermaßnahmen fallen“, selber bearbeiten. Komplexere Projekte sollen aber weiterhin in Zusammenarbeit mit spezialisierten Betrieben realisiert werden. Auch der Verleih der vom Filmmuseum rekonstruierten Filme soll effizienter gestaltet werden.

(Q.: Filmmuseum München, Programmbroschüre 2018-2019, Heft 35)


[2018/09/08]

Berliner Senat stimmt Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu

8. September 2018. – Der Berliner Senat hat in seiner Sitzung vom 4. September dem Entwurf einer Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zwischen den Ländern und der Filmförderungsanstalt des Bundes zugestimmt. Gleichzeitig wurde der Regierende Bürgermeister zur Unterzeichnung ermächtigt. Das Förderprogramm soll am 1. Januar 2019 starten und ist auf zehn Jahre ausgelegt.

Wie am 15. Juni berichtet, soll die Vereinbarung möglichst bis zum 30. September 2018 unterzeichnet werden.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller: „Die Rettung und das Zugänglichmachen von analogen Filmen sehe ich als wichtige Aufgabe an, da Filme ein unersetzliches Gedächtnis aller Facetten der deutschen Geschichte und Kultur darstellen.“

Grundlage des Digitalisierungsprogramms ist die im Juli 2015 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellte „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“.


Zur Pressemitteilung

[2018/09/03]

Kopierwerk des Bundesarchivs in Hoppegarten schließt Ende 2018

Erste Teile des Kopierwerks Koblenz veräußert

3. September 2018. – Der Betrieb des Filmkopierwerks des Bundesarchivs in Hoppegarten wird voraussichtlich Ende 2018 eingestellt. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs auf Anfrage mitteilte, seien die aktuellen Rahmenvereinbarungen über die Beschaffung von Rohfilm und Chemie ausgeschöpft; eine Verlängerung sei nicht vorgesehen.

Erste Ausstattungsgegenstände des bereits im Februar 2017 geschlossenen Kopierwerks am Standort Koblenz wurden bereits veräußert. Dazu zählen die Filmentwicklung samt Entsilberungsanlage, ein Filmprojektor und einzelne Nitrofilmschränke. Der Verkauf fand über die von vielen Bundesbehörden genutzte Plattform https://www.zoll-auktion.de/ statt. Auch die Ausstattungsobjekte des Kopierwerks Hoppegarten sollen auf diesem Wege veräußert werden.

Wie das Bundesarchiv ferner mitteilte, ist die Ausschreibung für einen hochauflösenden Filmscanner für den Standort Koblenz beendet und der Zuschlag erteilt. Mit der Installation inklusive der notwendigen digitalen Peripherie sei nach Abschluss von baulichen Maßnahmen für Anfang 2019 zu rechnen.


[2018/09/01]

Richtlinien für die digitale Filmsammlung

Positionspapier des Österreichischen Filmmuseums

1. September 2018. – Das Österreichische Filmmuseum hat Richtlinien veröffentlicht, in denen es detailliert seine hybride Strategie zur Sicherung und Erschließung des Filmerbes darlegt. Einerseits gehe es um die Bewahrung und Sicherung des Filmmaterials als Original, Museumsobjekt und „dichten“ und beständigen Informationsträger, anderseits aber auch um die Digitalisierung, um sonst unzugängliche Filmdokumente einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommt eine Strategie zur langfristigen Sicherung digital produzierter Filmwerke (born-digital-Filme).

Digitalisierung wird als Konservierung angesehen: „Es ist anzunehmen, dass für die Mehrzahl der in unseren Sammlungen aufbewahrten Filme die Digitalisierung via Filmscanner, und die digitale Überlieferung als Datei (file-based) in möglichst hochwertiger Qualität und auf Basis existierender und noch zu entwickelnder offener Formate eine praktikable Form der Duplizierung (active preservation) darstellt. In Verbindung mit möglichst hochwertiger Konservierung lässt sich beim derzeitigen Stand und Verfügbarkeit der Technik die fortwährende Überlieferung dadurch am Ehesten gewährleisten.“ Für ausschließlich auf Magnetband (analoge und digitale Video- und Audiodatenträger) oder optischen Trägern wie MiniDisc oder DVD/Blu-ray überlieferte Filmwerke sei die Digitalisierung und die digitale … [mehr…]
Richtlinien für die digitale Filmsammlung im Österreichischen Filmmuseum

[2018/08/27]

Überzeugungsarbeit gefragt

Rainer Rother plädiert für die Beibehaltung analoger Kopierwerke

27. August 2018. – In einem Gespräch mit Mascha Drost vom Deutschlandfunk am 25. August plädierte Rainer Rother sowohl für die Beibehaltung analoger Vorführmöglichkeiten und als auch der analogen Kopiertechnik. Der Kinematheksverbund aus Bundesarchiv, Deutsche Kinemathek und Deutsches Filminstitut halte die Vorführpraxis mit analogem Film für eine kulturelle Erfahrung, die durch keine andere zu ersetzen sei. „Insofern plädieren wir sehr dafür, dass es Strukturen gibt, in denen auch analoge Filme wieder neu hergestellt werden, sprich vom Originalnegativ gezogen werden, umkopiert werden. Das bedarf einer anderen Anstrengung, die ist in der Digitalisierungsoffensive nicht vorgesehen. Da ist sicher auch noch Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Von den drei Mitgliedern des Kinematheksverbundes unterhält nur das Bundesarchiv ein Kopierwerk. Die Anlagen am Standort Koblenz sind bereits seit Februar 2017 geschlossen; das analoge Kopierwerk am Standort Hoppegarten soll ebenfalls geschlossen werden.


Zum Text des Interviews

[2018/08/16]

Tagung "Digitales Kulturerbe: Zugang, Vernetzung und Darstellung"

Universität Zürich, 27. bis 28. September 2018

16. August 2018. – Nach jahrelangen Diskussionen um Normen der Digitalisierung und um Standards der daraus entstehenden Texte, Bilder und Daten stehen die Vernetzung der Daten und der Einbezug der Öffentlichkeit im Zentrum der Debatten. Zu diesen Themen leistet die Tagung „Digitales Kulturerbe. Zugang, Vernetzung und Darstellungen“ am Historischen Seminar der Universität Zürch einen Beitrag. In acht Panels, einem Round-Table und zwei Keynotes wird während zweier Tage ein breites Spektrum angesprochen. Zwei Vorträge beschäftigen sich ausdrücklich mit dem Filmerbe: Franziska Heller und Bregt Lameris (Universität Zürich) referieren über „Film – Kulturerbe – Digitalisierung. Debatten, Probleme und Praxen“, während Felix Rauh und Cécile Vilas (Memoriav) die „Vernetzung des audiovisuellen Kulturerbes“ thematisieren.


Programm und Anmeldung

[2018/08/02]

Online: Website zum Symposium „Filmerbe bewahren" von 2017

Die unsichtbare Geschichte der Sorben/Wenden

1. August 2018. – Im Rahmen des 27. FilmFestival Cottbus im November 2017 fand auch das prominent besetzte Symposium „Filmerbe bewahren. Die unsichtbare Geschichte der Sorben/Wenden“ statt. Nun dokumentiert eine Website sämtliche Referate, die Podiumsdiskussionen sowie die Abschlussrunde des Symposiums in Form von Audiodateien. Zusätzlich zu den Referaten sind die Vortragstexte bzw. die Folien verfügbar.

Abgesehen von einzelnen Arbeiten und Veranstaltungen gab es bisher weder von deutscher noch von sorbischer Seite eine umfassende Aufarbeitung dieses Filmerbes. Das Symposium diskutierte Fragen wie: Was ist sorbisches Filmerbe, und wie sollte man es definieren? Welche Bedeutung sind dem regionalen und Amateurfilmschaffen in diesem Zusammenhang beizumessen? Was hat die Bewahrung des Erbes einer Minderheit mit der Mehrheitsgesellschaft zu tun? Wer steht hier in der Verantwortung? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Sicherung des sorbischen Filmerbes?


http://www.symposium-filmerbe.de/

[2018/07/18]

Memorandum: Digitalisierung von Kulturgut

Stakeholdergremium „Wissenschaftliche Sammlungen“ beklagt schleppende Digitalisierung von Kulturgut

18. Juli 2018. – Am 17. Mai 2018 veröffentlichte das Stakeholdergremium „Wissenschaftliche Sammlungen“ ein Memorandum, das die schleppende Digitalisierung von Kulturgut beklagt. Bisher liege „nur ein Bruchteil des in Deutschland verwahrten Kulturgutes in digitaler Form vor, so dass ein offener, medienadäquater und nachnutzbarer Zugang für große Teile nicht gegeben ist.“ Nur mit einer systematischen und umfassenden Umwandlung des kulturellen Erbes sei gewährleistet, „dass der Forschungsstandort Deutschland gesichert bleibt und eine in Zukunft verstärkt digital arbeitende geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung die Datengrundlage erhält, die für ihre Fragestellungen und Analysen unverzichtbar ist.“

"Die Digitalisierung als ein Prozess der Transformation und damit Sicherung des Kulturgutes", so das Memorandum weiter, sei daher "auf absehbare Zeit eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe all jener Einrichtungen, die kulturelles Erbe bewahren und bearbeiten."

Das Memorandum fordert die Intensivierung, den Ausbau und die bessere Vernetzung der bestehenden Digitalisierungsprogramme, um die Kulturgutbestände „in maschinenlesbarer und dauerhaft referenzierbarer Form unter offenen Lizenzen der Wissenschaft und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen“ und bittet die Wissenschaftspolitik um Unterstützung in diesem Prozess.

Das … [mehr…]
Zum Wortlaut des Memorandums mit den detaillierten Forderungen

[2018/07/05]

Thüringer Medientreff im Zeichen des Filmerbes

5. Juli 2018. - Der 3. Thüringer Medientreff - in Kooperation mit der DEFA-Stiftung und dem Kino Metropol Gera - wird am 9. August unter dem Thema „Die DEFA und das Thüringer Filmerbe“ stehen. Nach einer Vorführung des Verbotsfilms „Denk bloß nicht, ich heule“ (DEFA 1965) ist eine Diskussion über das Filmerbe in Thüringen und die 2019 anlaufende Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes geplant.


Zum Artikel in der Ostthüringer Zeitung, 4. Juli 2018

[2018/07/04]

Digitalisierung des deutschen Filmerbes: Bis zu 3,3 Millionen Euro im Bundeskulturhaushalt

4. Juli 2018. – Nach der entscheidenden Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages steigt der Gesamthaushalt 2018 für Kultur und Medien auf rund 1,78 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von knapp neun Prozent gegenüber dem Haushalt 2017.

Für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes stehen nun bis zu 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Erstmals kann die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auch eigene Mittel in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro für Digitalisierungen im Bereich Kultur und Medien einsetzen. Wie das BKM auf Anfrage mitteilt, beziehen sich diese Mittel auf alle Sparten der Kultur. Genauere Aussagen seien aktuell nicht möglich, da dieser Posten sich erst in der Anfangsphase der Planung befände. Es ist somit nicht klar, ob mit diesen Geldern auch die Digitalisierung von Bewegtbildern gefördert werden kann.

Das Haushaltsgesetz tritt nach Beschluss durch das Bundestagsplenum, die Beteiligung des Bundesrats und die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.


Zur Pressemitteilung der BKM

[2018/06/15]

Digitalisierung des Filmerbes: Verwaltungsvereinbarung beschlossen

Unterzeichnung bis Ende September 2018 geplant

15. Juni 2018. – Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben in ihrer Sitzung am 14. Juni 2018 den Entwurf einer Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zwischen den Ländern und der Filmförderungsanstalt des Bundes beschlossen. Die Vereinbarung soll möglichst bis zum 30. September 2018 unterzeichnet werden.

Das Programm umfasst ein jährliches Volumen von 10 Millionen Euro, das von Bund, Ländern und Filmwirtschaft zu gleichen Teilen aufgebracht wird. Es startet 2019 und ist auf 10 Jahre angelegt. Die Digitalisierung des Filmerbes erfolgt nach Auswertungsinteresse, kuratorischer Nachfrage sowie konservatorischer Notwendigkeit.

Grundlage des nun beschlossenen Digitalisierungsprogramms ist die im Juli 2015 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellte „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“.


Zur Mitteilung des Presse- und Informationsamt des Landes Berlin

[2018/05/30]

Wie steht es um das Filmerbe bei der Deutschen Digitalen Bibliothek?

Nur ein Teil der online verfügbaren Titel sind verlinkt

30. Mai 2018. – Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) als das zentrale nationale Portal für Kultur und Wissenschaft verlinkt mit Stand Ende Mai 2018 auf 3.942 „Videos“. Diese Zahl stagniert aber seit mindestens zwei Jahren, waren doch im Juni 2016 bereits 3.914 Videos verfügbar. Die aktuell angebotenen Videos machen nur 0,016 % aller Objekte in der DBB aus.

Setzt man den Beginn der Digitalisierung mit 2005 an und filtert Ausschnitte, Interviews, Teaser und Trailer sowie Veranstaltungsmitschnitte heraus, so verbleiben noch 559 Titel aus dem Bereich des Filmerbes!

Die Verteilung der Videos auf die markanten Zeitabschnitte der deutschen Geschichte ist denkbar ungleich. Aus dem Zeitraum 1895-1918 sind 223 Filme nachgewiesen, die vor allem auf das Digitalisierungsprojekt EFG1914 zum Ersten Weltkrieg zurückgehen. 33 Titel stammen aus der Weimarer Republik. Bei den 20 Filmen aus der Zeit des Nationalsozialismus handelt es sich überwiegend um Werbefilme. Aus der Nachkriegszeit bis 2004 verlinkt die DDB auf 273 Filme; allein 246 Titel stammen aus der Technischen Informationsbibliothek in Hannover, die technische Lehrfilme aus dem Bestand des ehemaligen IWF digitalisiert hat. Aus der DDR ist kein einziger Film nachweisbar.

Wichtigster Datengeber der Videos auf der DDB ist die Technische Informationsbibliothek mit 246 Filmen, gefolgt vom Bundesarchiv mit 183 … [mehr…]

[2018/04/23]

Digitalisierungsinitiative: Start Anfang 2019?

Beteiligung der Länder noch nicht in trockenen Tüchern

23. April 2018. – Wie die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) auf Anfrage mitteilte, befindet sich die formale und inhaltliche Ausgestaltung des Fördermodells für die Digitalisierung des nationalen Kinofilmerbes derzeit in Arbeit. Federführend ist die Senatskanzlei Berlin, die in Abstimmung mit den Ländern und der Filmförderungsanstalt (FFA) die Grundsätze ausarbeitet.

Auf der Ministerpräsidentenkonferenz vom 1. Juni 2017 hatten die Länder beschlossen, dass sie eine Beteiligung an der Bund-Länder-Digitalisierungsstrategie „in Aussicht nehmen“. Vor einer abschließenden Entscheidung über ihre Teilnahme an dem Förderprogramm soll erneut die Ministerpräsidentenkonferenz befasst werden. Beim BKM geht man aber davon aus, dass das Förderprogramm Anfang 2019 starten kann.


[2018/03/28]

Kosten von über 40.000 Euro

Restauriert: Der Stummfilm „Luther. Ein Film der deutschen Reformation“ von 1927

28. März 2018. – Im letzten Jahr restaurierte das Bundesarchiv den 1927 entstandenen Stummfilm „Luther. Ein Film der deutschen Reformation“ von Hans Kyser. Einem Beitrag in der Zeitschrift Berliner Archivrundschau (2017, S. 28-29) ist zu entnehmen, dass die Kosten für das Scannen und die digitale Restaurierung des 3.183 Meter langen 35mm-Duplikatnegativs bei etwas über 40.000 Euro lagen. „Dazu kommen die Kosten für die Recherchen, die „intellektuellen“ Ordnungsarbeiten usw. Und natürlich müssten auch die Kosten für die Betreuung und Überlieferung in den letzten 90 Jahren eingerechnet werden.“


[2018/03/22]

Zügig? Zügig!

Kulturstaatsministerium drückt aufs Tempo – Förderung der Digitalisierung im Kunst- und Kulturbereich

22. März 2018. – Anlässlich der Feiern zum 50. Jubiläum der Filmförderungsanstalt (FAA) am 6. März 2018 würdigte Kulturstaatsministerin Grütters in Berlin die Einrichtung als „unverzichtbaren Partner für die Filmpolitik“. Ferner versprach die Staatsministerin, mit Unterstützung der FFA und den Ländern das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes „zügig“ umzusetzen.

In der neuen Bundesregierung übernimmt Monika Grütters in zweiter Amtszeit die Verantwortung in der Bundesregierung für Kultur und Medien. Nach ihrer Ernennung am 14. März betonte sie u.a.: „Auch der Kultur als entscheidenden Faktor für die Integration in unsere Gesellschaft werden wir uns in der nächsten Legislaturperiode mit konkreten Angeboten verstärkt widmen. Gleichzeitig treten wir systematisch für den Erhalt und die Erforschung des kulturellen Erbes ein und werden die Aufarbeitung der Kunst im kolonialen Kontext schwerpunktmäßig fördern. Ein weiteres großes Projekt in der neuen Regierungsperiode wird die Digitalisierung im Kunst- und Kulturbereich sein, die wir mit gestaltenden Rahmenbedingungen flankieren und durch geeignete Maßnahmen unterstützen müssen.“


Nach Pressemitteilungen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.

[2018/02/28]

Hessen beteiligt sich an der Digitalisierungsinitiative

250.000 Euro eingestellt – Förderrichtlinie im Abstimmungsprozess

22. Februar 2018. – Im Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst stehen 250.000 Euro für den Erhalt des Filmerbes bereit. Wie die Pressestelle des Ministeriums mitteilt, handelt es sich dabei um den Beitrag Hessens zur Digitalisierungsinitiative von Bund, Ländern und Filmwirtschaft, der nach dem für die Länder maßgeblichen Verteilungsschlüssel („Königssteiner Schlüssel“) berechnet wird.

Wie die Mittel der Beteiligten im Detail eingesetzt werden, legt eine Förderrichtlinie fest, die sich derzeit im Abstimmungsprozess befindet.


[2018/02/24]

Magere Verwaltungsprosa

Initiative „Filmerbe in Gefahr“ kritisiert Aussage zum Filmerbe im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD

24. Februar 2017. – Mit einem einzigen dünnen Satz speisen CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 die Sicherung des Filmerbes ab: „Das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes setzen wir gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft zügig um.“ Das ist weder ein neuer Aufbruch noch eine neue Dynamik, wie es die Überschriften des Vertrags verheißen, sondern nur ein ideen- und kraftloses „weiter so“. Schlimmer noch: Der neue Koalitionsvertrag markiert einen deutlichen Rückschritt im Vergleich zum Koalitionsvertrag von 2013!


Kein Bekenntnis mehr dazu, dass das Filmerbe auch im digitalen Zeitalter sichtbar bleiben muss.Kein Bekenntnis mehr zur Stärkung der Stiftung Deutsche Kinemathek.Kein Bekenntnis mehr zur personellen und finanziellen Stärkung des Bundesarchivs.

Die vollständige und rasche Umsetzung der von der vorherigen Bundesregierung auf den Weg gebrachten Digitalisierungsinitiative war das Mindeste, was man von einer neuen Regierung erwarten konnte. Die Bundesbeauftrage für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat ihren Anteil am Gesamtvolumen von jährlich 10 Millionen Euro bereits ebenso eingebracht wie die Filmwirtschaft; nach und nach steuern auch die Länder ihren Anteil bei. Mit diesen Geldern werden die chronisch unterfinanzierten Filmerbeeinrichtungen erstmals größere Mittel zur Digitalisierung ausgewählter … [mehr…]

[2018/02/20]

Österreich investiert in die analoge Filmsicherung

Auf dem Weg zum Film Preservation Center Austria – Standortvorteile erhofft

20. Februar 2018. – Der neue Präsident des Filmarchivs Austria, der ehemalige Justizminister Wolfgang Brandstetter, will vorrangig das bereits seit 2015 diskutierte „Film Preservation Center Austria“ in Laxenburg auf den Weg bringen. Dort sollen für rund drei Millionen Euro Depotflächen sowie ein Kopierwerk für analoge Filme entstehen. „Es ist überfällig, dass wir das auf den Weg bringen“, so auch Archiv-Direktor Ernst Kieninger. Die Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem Österreichischen Rundfunk (ORF) sei gedeihlich, so Kieninger weiter.

Das Film Preservation Center soll die analoge Bearbeitungskette von Filmen unter einem Dach gewährleisten und somit Österreich einen wichtigen Standortvorteil gegenüber anderen Ländern wie Deutschland, wo ausschließlich auf eine digitale Sicherung umgestellt wird, verschaffen.


Zur Pressemitteilung

[2018/02/16]

Der Koalitionsvertrag von 2018 zum Filmerbe

Umfassende Digitalisierungsstrategie angekündigt – Stiftung Deutsche Kinemathek und Bundesarchiv nicht mehr erwähnt

16. Februar 2018. – Zum Thema „Sicherung des Filmerbes“ führt der am 7. Februar 2018 zwischen CDU, CSU und SPD geschlossene Koalitionsvertrag auf S. 168 aus:

„Es wird eine umfassende Digitalisierungsstrategie des Bundes entwickelt, die auch eine mit substanziellen finanziellen Mitteln unterlegte Strategie für die Zukunft von Kultureinrichtungen und ihre digitale Transformation umfasst, unterstützt und fördert. Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein national bedeutsames Projekt, das in enger Vernetzung mit entsprechenden Angeboten der Länder und der EUROPEANA das kulturelle Erbe in Deutschland erschließt. Das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes setzen wir gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft zügig um.“

Im Koalitionsvertrag von 2013 hatte es noch geheißen:

“Unser nationales Filmerbe muss dauerhaft gesichert und auch im digitalen Zeitalter sichtbar bleiben. Es bedarf hierfür neben einer Digitalisierungsförderung des Bundes auch der Beteiligung der Länder und der Filmwirtschaft. Die Stiftung Deutsche Kinemathek ist als eine der zentralen Einrichtungen zur Bewahrung und Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes zu stärken. Die Koalition wird auch das Bundesarchiv personell und finanziell stärken.“


Zum Koalitionsvertrag

[2018/02/16]

Filmförderungsanstalt: Mehr Mittel für das Filmerbe

Auch Höchstfördersumme pro Film verdoppelt

16. Februar 2018. – Die Filmförderungsanstalt (FFA) wird für die Förderung des filmischen Erbes in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro und damit deutlich mehr Mittel als bislang in ihrem Haushalt bereitstellen. Zudem wird die Höchstfördersumme für einzelne Filme von 15.000 auf 30.000 Euro verdoppelt, in Ausnahmefällen kann mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Eine entsprechende Richtlinienänderung beschloss der FFA-Verwaltungsrat in seiner jüngsten Sitzung in Berlin.

FFA-Präsident Bernd Neumann forderte auch die Länder auf, „sich zu ihrer kulturpolitischen Verantwortung zu bekennen und bei der Finanzierung dieser Aufgabe in angemessenem Umfang mitzuwirken.“ Die Kosten für die Digitalisierung sollen im Rahmen einer Gemeinschaftsfinanzierung durch die Filmwirtschaft, Bund und Länder zu jeweils einem Drittel getragen werden. Aber noch sind nicht alle Bundesländer bereit, sich an der Digitalisierungsinitiative finanziell zu beteiligen.


Zur Pressemitteilung der Filmförderungsanstalt (FFA)

[2018/01/20]

Viel Wortgeklingel, wenig Konkretes

Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD – „Agenda für Kultur und Zukunft“

20. Januar 2018. – In ihren Sondierungsgesprächen haben CDU, CSU und SPD wort- und phrasenreich unsere digitale Welt beschworen, den digitalen Raum, das digitale Zeitalter und die digitalen Märkte. Sie fordern einen digitalen Wandel, digitale Innovationen, eine digitale Infrastruktur und gar eine Digitalisierungsstrategie.

Solch beschwörendes Wortgeklingel mag der Textsorte „Sondierungsergebnisse“ geschuldet sein. Doch wenn im Kapitel „Kunst, Kultur und Medien“ eine „Agenda für Kultur und Zukunft“ ausgerufen oder versprochen wird, dass nicht nur die „kulturelle Infrastruktur“, sondern auch „das kulturelle Erbe erhalten, gestärkt und modernisiert“ werden soll – dann verheißen schon die verschrobenen Begriffskombinationen mit ihrer verqueren Logik wenig Gutes für die Digitalisierungsstrategie im Bereich des Filmerbes.

Zwar soll „ein gesamtstaatliches Bündnis für kulturelle Bildung und Vermittlung sowie Medienkompetenz“ den „Zugang zu Kunst, Kultur, Bildung und Medien [...] stärken.“ Doch da es der Kulturstaatsministerin in den letzten Jahren nicht einmal gelungen ist, einen Konsens zwischen Bund und Ländern in der Frage zu erzielen, wie die Digitalisierung des Filmerbes mit den bisher vorgesehenen bescheidenen Mitteln gemeinsam zu finanzieren sei, sind erhebliche Zweifel am Zustandekommen dieses Bündnisses angebracht.

Vollmundig kündigt das Ergebnispapier … [mehr…]
Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD vom 12.1.2018 als pdf

[2018/01/02]

Auch Berlin beteiligt sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes

Digitalisierungsgelder auch für das Landesarchiv Berlin

2. Januar 2018. – Wie bereits in den letzten beiden Jahren beteiligt sich das Land Berlin auch 2018/19 an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes. Wie die Senatskanzlei auf Anfrage mitteilte, sind im Haushalt der Senatskanzlei für 2018/19 jeweils 200.000 € für die Digitalisierung des Filmerbes eingestellt. Diese Mittel unter Titel 68324 sind dort aber nicht gesondert ausgewiesen, sondern Teil des Zuschusses an die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH.

Zusätzlich fördert das Land Berlin in den kommenden zwei Jahren auch die Digitalisierung des Filmbestandes beim Landesarchiv Berlin mit jeweils 100.000 €.



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