Aktuell

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ will mit dieser Internetseite die akuten Probleme unserer Filmarchive stärker ins Bewusstsein rufen und über die Fachdebatte informieren, die bisher überwiegend von Experten geführt wird.

Wir wollen vor allem die Verantwortlichen in Bund und Ländern bewegen, die dauerhafte Sicherung unseres filmischen Kulturerbes und seine zügige Digitalisierung stärker zu fördern sowie den Zugang zur Filmgeschichte im Kino und im Internet zu erleichtern.

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ geht auf einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes zurück, der im November 2013 mehr als 5500 Unterzeichner fand. (Jeanpaul Goergen, Klaus Kreimeier)

[2021/01/15]

Deutsche Kinemathek digitalisiert Produktionsunterlagen der Känguruh-Film GmbH

Fördermittel der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

15. Januar 2021. – Fördermittel der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa für die Digitalisierung des kulturellen Erbes gingen dieses Jahr u.a. auch an die Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen. Ziel ist die Online-Präsentation von etwa 2.500 Fotografien und Schriftguteinheiten aus dem Produktions- und Fotoarchiv der Berliner Känguruh-Film GmbH.

In ihrer mehr als 40-jährigen Existenz hat die Känguruh-Film rund 120 Kurz- und Langfilme für Kino und Fernsehen produziert, u.a. die Langzeitstudie „Berlin – Ecke Bundesplatz“ (1986-2012).

Mit Mitteln aus diesem Förderprogramm konnte die Deutsche Kinemathek bereits 2016 und 2017 Filmplakate des Malers und Grafikers Josef Fenneker sowie Objekte der Marlene Dietrich Collection Berlin digitalisieren und online stellen.

Infos zum Förderprogramm

[2021/01/10]

Der beschwerliche Weg ins Netz

Zugang zum Filmerbe über Video-Streaming – Überlegungen des Deutschen Filminstituts

10. Januar 2021. – Das im Dezember 2020 erschienene dritte Heft des 44. Jahrgangs der Fachzeitschrift BIBLIOTHEK. Forschung und Praxis behandelt schwerpunktmäßig das Videostreaming. David Kleingers schreibt über die Strategien im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt (DFF) zur Zugänglichmachung des Filmerbes. Kleingers ist Redaktionsleiter bei dem 2005 gestarteten Filmportal.de, heute „größte, öffentlich und kostenfrei zugängliche Nationalfilmografie Europas.“ (S. 4)

Seit vielen Jahren engagiert sich das DFF in der Erfassung und Veröffentlichung von Informationen zur deutschen Filmproduktion. Es beteiligt sich auch auf vielen Ebenen an der Entwicklung europäischer Normen und Standards sowie dem Aufbau von Plattformen wie dem European Film Gateway (EFG). „Vor einer wirklich umfänglichen Zugänglichkeit des filmischen Erbes im Internet“ (S. 5) seien aber einige Hürden zu überwinden.

Ein zentrales Problem seien Kleingers zufolge die rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl in Deutschland als auf europäischer Ebene. So gebe es „immer noch kein einheitliches Vorgehen, um die Schutzdauer eines Filmwerkes zu ermitteln.“ (S. 10) Uneinheitlich sei auch die Bestimmung der Haupturheber eines Filmwerks. Zudem seien die Digitalisierung und die Bereitstellung der Filme mit erheblichen Kosten verbunden.

Schließlich weist Kleingers darauf hin, dass das DFF Video-Streaming in einem größeren Zusammenhang betrachtet: „So könnte ein flexibler Playout digitalen Materials via Video-Streaming dort ebenso sinnvoll in Ausstellungen, bei den hauseigenen Filmfestivals, in der Programmierung des Kinos, bei akademischen Lehrveranstaltungen, sowie in der Filmbildung und -vermittlung zur Anwendung kommen.“ (S. 13) Ziel seien Online-Plattformen mit einer „sinnvoll kontextualisierten Veröffentlichung“ (S. 12) von Filmen.

Zitiert nach dem Preprint der Zeitschrift BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis, 2020, AR 3386 Kleingers

[2021/01/03]

Eine Mammutaufgabe

Wie geht es beim Bundesarchiv mit der digitalen Filmbenutzung weiter?

4. Januar 2021. – Das im Dezember 2020 erschienene dritte Heft des 44. Jahrgangs der Fachzeitschrift BIBLIOTHEK. Forschung und Praxis ist dem Schwerpunkt Videostreaming gewidmet. Anna Bohn als Gastherausgeberin hat eine Vielzahl von Beiträgen zusammengetragen, die u.a. auch das Thema „Sicherung des Filmerbes“ im weitesten Sinne behandeln. Als erster Text seien hier die Überlegungen von Adelheid Heftberger vorgestellt, die im Bundesarchiv das Referat Filmbenutzung leitet: „Eine lohnende Mammutaufgabe – Rahmenbedingungen der digitalen Filmbenutzung im Bundesarchiv.“

Das Bundesarchiv verwahrt rund 150.000 Filme. Der zentrale digitale Einstieg in die Filmrecherche bildet die Datenbank „Benutzungsmedien Film Online“. Sie enthält aber nur wenige filmografische Daten und ist zudem fehlerbehaftet. Heftberger stellt eine Verbesserung der Recherchemöglichkeiten in Aussicht; an einer „direkten Verknüpfung mit der Sammlungsdatenbank Basys 3-Film“ werde derzeit gearbeitet.

Außerdem baue das Bundesarchiv derzeit die Infrastruktur für die digitale Sicherung und Langzeitsicherung aus; ein Schwerpunkt liege auf rechteeigenen Filmwerken. In Arbeit sei auch ein Konzept zur Digitalisierung on demand.

In einem auf fünf Jahre angelegten Projekt „Systematische Rechteklärung des Filmbestands“ soll der Rechtestatus von mindestens 8.000 Filmwerken geklärt werden.

Heftberger beklagt, dass zu viele Ressourcen in die manuelle Katalogisierung der Filme fließen und es keine Verbundkatalogisierung gebe. Filmografische Quellen könnten daher nicht automatisiert übernommen werden (Linked Open Data).

Im „Aufbau eines vielschichtigen digitalen Archivs“ sieht Heftberger die Zukunft des Filmarchivs: „Nicht nur Filmwerke selbst sollten abspielbar (und wenn möglich herunterladbar) sein, sondern sie sollten in eine Online-Konzeption eingebettet sein, die auch das Entdecken von bisher unbekannten Quellen fördert, die Visualisierung von Metadaten erlaubt sowie Themenportale umfasst, die eine Kontextualisierung des einzelnen Werks oder eines Ausschnitts ermöglicht.“ (S. 9) So soll es im Bundesarchiv zukünftig möglich sein, über die Filmdatenbank Videos aufzurufen.

Zitiert nach dem Preprint der Zeitschrift BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis, 2020, AR 3376 Heftberge


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