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[2017/07/05]

Filmerbe und Zugang in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2017

Zwar werden Wahlen nicht vorrangig über Wahl- und Regierungsprogramme gewonnenn, und schon gar nicht über Aussagen zu kulturellen Themen – dennoch lohnt ein Blick in die Programme der großen Parteien zur Bundestagswahl 2017. Welche Überlegungen stellen sie zum Filmerbe an, mit welchen Ideen werben sie um Zustimmung?

  • Am ausführlichsten geht die SPD im "Regierungsprogramm 2017 bis 2021" auf das Filmerbe ein: "Wir wollen unser kulturelles Erbe bewahren und erlebbar machen. [...] Wir wollen moderne Technik stärker einsetzen, um unser kulturelles Erbes durch Digitalisierung zu sichern. Dafür müssen Bund und Länder zum Beispiel stärker in die Deutsche Digitale Bibliothek investieren. Die Digitalisierung des nationalen Filmerbes durch ein abgestimmtes Konzept von Bund, Ländern und der Filmbranche unterstützen wir. Die Einrichtungen für das Filmerbe des Kinemathekverbundes wollen wir personell und finanziell stärken." (S. 70)

  • Im Programm der Partei DIE LINKE zur Bundestagswahl 2017 heißt es: „Wir wollen Kulturgüter digital sichern und für alle zugänglich machen. Dafür brauchen wir eine gesamtstaatliche Digitalisierungsstrategie. Wir setzen uns für eine Open Access-Strategie auch im Kulturbereich ein. Wir schaffen Möglichkeiten und Anreize für Kultureinrichtungen, ihre digitalen Veröffentlichungen unter freie Lizenzen zu stellen. [...] Wir wollen Filme auf Dauer bewahren und zugänglich machen.“ (S. 61) Die Linke fordert auch eine „sichere finanzielle und personelle Basis und längerfristige Planungsmöglichkeiten“ u.a. für kommunale Kinos. (S. 60)

  • Im Bundestagswahlprogramm 2017 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN heißt, grammatikalisch recht holperig: "Auch unser Kulturerbe soll zugänglicher werden. Dafür müssen wir es erhalten. Diese Sicherung wie durch die Digitalisierung und Konservierung beim Film ist eine zentrale Aufgabe unserer Kulturpolitik und muss finanziell und institutionell gefördert werden." (S. 153)

  • Das Wahlprogramm der Freien Demokraten macht keinerlei Aussagen zu Film, Filmarchivierung und Kino. Die FDP plädiert allerdings für eine „Digitalisierung der Bildung“, um „Digitalkompetenz“ (S. 7) zu erreichen, etwa durch „die Online-Bereitstellung von Unterrichts- und Lehrmaterialien im Zusammenhang mit der universitären Lehre, sofern keine Rechte Dritter verletzt werden.“ (S. 13) – eine Forderung, die man auch auf die digitale Verfügbarkeit von Filmgeschichte beziehen könnte.

  • CDU/CSU erwähnen das Filmerbe in ihrem Regierungsprogramm 2017-2021 mit keinem Wort. Nur an einer Stelle heißt es allgemein, dass das „großartige Erbe“ der „Kulturnation Deutschland“ auch „weiterhin zu schützen“ sei. (S. 46)



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