Aktuell

[2018/09/01]

Richtlinien für die digitale Filmsammlung

Positionspapier des Österreichischen Filmmuseums

1. September 2018. – Das Österreichische Filmmuseum hat Richtlinien veröffentlicht, in denen es detailliert seine hybride Strategie zur Sicherung und Erschließung des Filmerbes darlegt. Einerseits gehe es um die Bewahrung und Sicherung des Filmmaterials als Original, Museumsobjekt und „dichten“ und beständigen Informationsträger, anderseits aber auch um die Digitalisierung, um sonst unzugängliche Filmdokumente einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommt eine Strategie zur langfristigen Sicherung digital produzierter Filmwerke (born-digital-Filme).

Digitalisierung wird als Konservierung angesehen: „Es ist anzunehmen, dass für die Mehrzahl der in unseren Sammlungen aufbewahrten Filme die Digitalisierung via Filmscanner, und die digitale Überlieferung als Datei (file-based) in möglichst hochwertiger Qualität und auf Basis existierender und noch zu entwickelnder offener Formate eine praktikable Form der Duplizierung (active preservation) darstellt. In Verbindung mit möglichst hochwertiger Konservierung lässt sich beim derzeitigen Stand und Verfügbarkeit der Technik die fortwährende Überlieferung dadurch am Ehesten gewährleisten.“ Für ausschließlich auf Magnetband (analoge und digitale Video- und Audiodatenträger) oder optischen Trägern wie MiniDisc oder DVD/Blu-ray überlieferte Filmwerke sei die Digitalisierung und die digitale Überlieferung gar „der einzig gangbare Weg“.

Das Positionspapier beschreibt auch die Gefahren durch die drohende Obsoleszenz. Derzeit betrage die Lebensdauer digitaler Filmdateien nicht mehr als drei Jahrzehnte. Daher sei es notwendig, sich an best practice Modellen der Archivwelt zu orientieren, die vermutlich in den nächsten 20 Jahren Bestand haben werden.

In Bezug auf die analogen Filme lehnt das Österreichische Filmmuseum auf Grund seiner Sammlungsstruktur – vorrangig eine Schau- und Lehrsammlung – eine Massendigitalisierung ab und verfolgt stattdessen eine Politik der on demand-Digitalisierung. Das Papier führt entsprechende Kriterien und Richtlinien an und legt auch dar, wie Metadaten zu erfassen und verwalten seien.

Das Österreichische Filmmuseum bekennt sich zum Prinzip eines möglichst offenen Zugangs zu den Sammlungen. „Digitale Filmdaten werden seit 2018 – bis auf Ausnahmefälle in HD-Auflösung und mit Wasserzeichen versehen – kostenlos für nicht-kommerzielle Zwecke publiziert (fair dealing-Prinzip). Das Filmmuseum trägt damit dem Bedarf Rechnung, autorisierte und wissenschaftlich editierte Archivfilme zu Forschungs- und Lehrzwecken bereitzustellen. Forschungsdaten und Forschungsergebnisse des Filmmuseums werden, je nach Projektzusammenhang, über freie Lizenzen oder Open Access der Öffentlichkeit zur freien Nach- und Weiternutzung, Vervielfältigung, Verbreitung und Bearbeitung zugänglich gemacht.“

In dem auf den 12. August 2018 datierten Positionspapier des Österreichischen Filmmuseums heißt es ferner, dass „bis 2022 die digital erfassten Sammlungsbestände des Filmmuseums auffindbar und online durchsuchbar“ sein sollen.


Richtlinien für die digitale Filmsammlung im Österreichischen Filmmuseum


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