Stand der Digitalisierung

[2015/03/27]

Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017

Stellungnahme des Bundesverbandes kommunaler Filmarbeit e.V. (2.3.2015)

In seiner Stellungnahme bewertet der Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF) die Situation beim Erhalt des Filmerbes als „höchst unbefriedigend“. Hier müsse „finanziell deutlich aufgestockt und ein neues Konzept entwickelt werden. Private Archive müssen mit institutionellen Archiven koordiniert und internationale Standards entwickelt werden.“ Gleichzeitig warnt er davor, „diese Herausforderung alleine auf die Bundesarchivgesetznovellierung zu verlagern, dies muss auch weiterhin ein wichtiger Teil der Filmfördergesetznovellierung sein.“

Als eines der wichtigsten Anliegen bezeichnet der Bundesverband kommunale Filmarbeit „die umfassende Digitalisierung des audiovisuellen Erbes.“ Die der Filmförderungsanstalt (FFA) jährlich zur Verfügung stehende eine Million € sei nicht einmal annähernd ausreichend. Auch fehle bislang ein schlüssiges Konzept zur Umsetzung.

Kritik an der Fixierung auf die großen Archive

„Die bisherige starke Fixierung auf die großen Institutionen wie Bundesarchiv, Murnau-Stiftung, Deutsches Filminstitut-DIF und DEFA-Stiftung übersieht, dass vor allem die west-deutsche Filmgeschichte auf verschiedenste Institutionen verstreut ist, teilweise in Privatbesitz. Ergo müssen zuerst die einzelnen Archivbestände erfasst, zweitens ein tragfähiges Konzept hinsichtlich der technischen und konservatorischen Standards erarbeitet und drittens ein Finanzierungsplan erstellt werden, der neben der BKM auch die Länder und die Filmbranche mit einbezieht zu einem nationalen Bündnis zur Rettung des audiovisuellen Erbes.“

Auch Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme berücksichtigen

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit macht zudem darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, bei der Digitalisierung einen Proporz zwischen den Gattungen zu wahren und fordert, im Verwaltungsrat der FFA einen zusätzlichen Sitz für einen Vertreter des Kinematheksverbunds einzuräumen. „Wenn die Sicherung des Filmerbes zu den Kernaufgaben der FFA zählt, muss sich dies auch in der Präsenz im Verwaltungsrat niederschlagen. Diese Expertise wird angesichts der komplexen Prozesse in den nächsten Jahren dringend gebraucht.“

Schließlich fordert der Bundesverband kommunale Filmarbeit, dass die Pflichthinterlegung von archivfähigem Material – wie bei der Pflichtexemplarregelung für Druckwerke - auf alle Filme, „die eine Auswertung im Kino erfahren“, ausgeweitet werden sollte.

http://www.kommunale-kinos.de/?page_id=337

Permalink: filmerbe.org/ref/?137

frühere/spätere Versionen

  • Erneut nur geringe Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Dezember 2020)
  • Leichte Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Oktober 2019)
  • Schleppende Digitalisierung – Kaum Fortschritte beim Online-Zugang  (Oktober 2018)
  • Erst ganz am Anfang – Digitalisierung des deutschen Filmerbes  (Januar 2018)

  • © 2011-2022  filmerbe-in-gefahr.de | Impressum/Datenschutz | Zum Seitenanfang