Stand der Digitalisierung

[2015/07/30]

Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordert Fahrplan für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes

29.7.2015. Das pwc-Gutachten zur Kostenabschätzung der digitalen Sicherung des filmischen Erbes sei eine „hilfreiche Diskussionsgrundlage“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters kommentierte die Veröffentlichung des pwc-Gutachtens zur Zukunft des Filmerbes durch die Filmförderungsanstalt (FFA):

„Die Sicherung und Digitalisierung unseres großartigen filmischen Erbes, das zur kulturellen Identität Deutschlands gehört, ist eine große strategische und finanzielle Herausforderung für Bund, Länder und die Filmbranche. Große Teile des nationalen Filmerbes werden dauerhaft und unwiederbringlich von der Leinwand verschwinden, wenn in diesem Bereich nicht in einer konzertierten Aktion gehandelt wird. Diese kulturpolitische Herausforderung gilt es jetzt gemeinsam zu meistern.

Seit der Erfindung des bewegten Bildes vor über 100 Jahren stellt der Kinofilm ein unersetzliches Gedächtnis aller Facetten unserer Kultur und Geschichte dar. Von den großen filmischen Fiktionen bis zum Dokumentarfilm verfügen wir über einen Schatz kulturhistorischer Zeitzeugnisse. Filme, die gegenwärtig nur auf analogem Filmmaterial vorhanden sind, geraten aber immer mehr in Vergessenheit und verschwinden in unserer digitalen Mediengesellschaft zunehmend von der Kinoleinwand. Dies sollten wir nicht zulassen.

Die Filmarchive tun bereits jetzt ihr Möglichstes, um Filmrollen sicher zu lagern und ihre Inhalte auf analogem wie digitalen Wege zugänglich zu halten. Sowohl aus Mitteln meines Kulturetats wie auch aus solchen der Filmförderungsanstalt (FFA) wurden seit 2012 mehrere Millionen Euro in die Digitalisierung investiert, so auch im laufenden Jahr 2015 eine Million Euro des Bundes. Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und des enormen archivarischen Aufwands kann dies aber nur ein erster Schritt sein.

Es ist wichtig, dass der Verwaltungsrat der FFA am 10. Juni 2015 seine Bereitschaft erklärt hat, im Rahmen einer Gemeinschaftsfinanzierung mit Bund und Ländern seinen Beitrag zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erbringen. Bund, Länder und die Branche tragen hier in der Tat eine gemeinsame Verantwortung.

Ich habe daher den Regierungschefinnen und -chefs der Länder vorgeschlagen, einen nachhaltigen Fahrplan für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erarbeiten, der auf den konzeptionellen Vorarbeiten des Kinematheksverbundes aufbauen sollte. Hierzu muss auch ein Plan zur gemeinsamen Finanzierung dieser großen Herausforderung gehören. Das PwC-Gutachten ist dafür eine hilfreiche Diskussionsgrundlage.“

Vollständiger Text der Pressemitteilung 274 vom 29.7.2015

Permalink: filmerbe.org/ref/?167

frühere/spätere Versionen

  • Erneut nur geringe Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Dezember 2020)
  • Leichte Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Oktober 2019)
  • Schleppende Digitalisierung – Kaum Fortschritte beim Online-Zugang  (Oktober 2018)
  • Erst ganz am Anfang – Digitalisierung des deutschen Filmerbes  (Januar 2018)

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