Stand der Digitalisierung

[2015/12/06]

Deutsche Kinemathek: "Langfristige Investitionen erforderlich“

Dezember 2015 – Rainer Rother, künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, und Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs, sprachen mit Heike Schlasse, Redakteurin des Fachblatts Restauro, Zeitschrift für Restaurierung und Konservierung, über das PwC-Gutachten zur "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes" Das Interview erschien bereits in der Oktober-Ausgabe; es ist nicht online verfügbar.

Als „Vandalismus“ kritisiert Rother den Vorschlag des Gutachtens, das filmische Ausgangsmaterial digitalisierter Filme zu kassieren. Allerdings, so Koerber, könnten „schon mal ein Dutzend Büchsen verkratzter und verfärbter Verleihkopien von einem Film, die nicht mehr gebraucht werden, weggeworfen werden.“

Koerber verweist darauf, dass die Pflege sowohl der analogen als auch der digitalen Medienarten „langfristige Investitionen“ erfordert. Zudem sei die Suche nach dem besten Ausgangsmaterial für eine Digitalisierung „sehr personalintensiv" und koste "viel Zeit und Geld“.

Rother stellt die Frage, „ob wirklich alles digitalisiert werden muß.“ Der analog überlieferte Film könne ja weiterhin im Archiv und in Bibliotheken gesichtet werden.

Koerber präzisiert das Digitalisierungskonzept der Deutschen Kinemathek: Zum einen digitalisiere man jährlich etwa 80 Titel aus dem Bestand des DDR-Filmerbes, zum anderen in erster Linie Klassiker der deutschen Filmgeschichte, die man bereits in analoger Form verleiht.

Zur Website von "Restauro"

In einer ersten Fassung dieser Meldung hieß es, Rainer Rother und Martin Koerber hätten in dem Interview über den "Digitalisierungswahn" gesprochen. Diese Formulierung stammt aus dem Inhaltsverzeichnis; sie findet sich aber ebensowenig in dem Interview wieder wie die als Überschrift benutzte Aussage "Das deutsche Filmerbe ist nicht in Gefahr". In beiden Fällen handelt es sich um eine Kommentierung durch die Redaktion von Restauro. (JpG)

Permalink: filmerbe.org/ref/?196

frühere/spätere Versionen

  • Erneut nur geringe Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Dezember 2020)
  • Leichte Fortschritte bei der Digitalisierung – Keine Verbesserung beim Online-Zugang  (Oktober 2019)
  • Schleppende Digitalisierung – Kaum Fortschritte beim Online-Zugang  (Oktober 2018)
  • Erst ganz am Anfang – Digitalisierung des deutschen Filmerbes  (Januar 2018)

  • © 2011-2022  filmerbe-in-gefahr.de | Impressum/Datenschutz | Zum Seitenanfang