Archive 2014

[2014/11/30]

Aus der Rede von Sigrid Hupach (Fraktion DIE LINKE) am 26.11.2014 in der Haushaltsdebatte

"Wozu, wofür werden die unter schwierigen finanziellen Bedingungen gewonnenen Mittel ausgegeben? Ich stelle fest: nicht für die Digitalisierung des kulturellen Erbes. Hier haben wir zwar seit dem Sommer eine Digitale Agenda, konkrete Handlungsabsichten aber fehlen.
Besonders deutlich wird das beim Thema Filmerbe. Die Stiftung Deutsche Kinemathek veranschlagt hier den Bedarf für die nächsten zehn Jahre mit 100 Millionen Euro. Im Haushalt findet sich hierfür nur 1 Million Euro. Nur zum Vergleich: Frankreich, unser Nachbarland, hat für einen Zeitraum von sechs Jahren insgesamt 400 Millionen Euro eingestellt. Die Zeit aber drängt; denn das Filmmaterial zerfällt in rasantem Tempo. Ein runder Tisch mit den Ländern allein hilft hier nicht weiter. Die Digitalisierung des Filmerbes ist eine originäre Aufgabe des Bundes. (Beifall bei der LINKEN)
Wir brauchen fachgerecht ausgestattete Depots, einen Kriterienkatalog für die vorrangige Digitalisierung und Ideen zur Langzeitarchivierung.
Deutschland liegt hier inzwischen im europäischen Vergleich weit zurück. Da hilft auch das Vorzeigeprojekt Deutsche Digitale Bibliothek wenig, für dessen dringend notwendigen Ausbau sich im Haushalt keine adäquaten Mittel finden. Wir brauchen keine weiteren Ankündigungen. Was wir brauchen, ist eine nationale Digitalisierungsstrategie (Beifall bei der LINKEN) untersetzt mit einem Sonderprogramm von 30 Millionen Euro. Die Linke fordert dies seit Jahren."
http://www.linksfraktion.de/reden/geld-kultur-muss-besser-genutzt-werden/

[2014/11/30]

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur teilweisen Erhöhung des Kultur- und Medienetats des Bundes für 2015

Tabea Rößner, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärte am 13.11.2014 zur teilweisen Erhöhung des Kultur- und Medienetats des Bundes für 2015:
"Nach Wochen des Streits um die Digitalisierung des filmischen Erbes hingegen hat die Große Koalition zumindest die Notbremse gezogen. Ursprünglich waren für das nächste Jahr keine weiteren Mittel für die zeitgemäße Archivierung und den Zugang zum deutschen Filmerbe eingeplant. Unser Druck auf die Bundesregierung, zumindest eine weitere Million Euro für 2015 einzustellen, hat gewirkt: Auf der heutigen Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses hat die Große Koalition in letzter Minute ebendiese Million Euro für die Digitalisierung des Filmerbes bewilligt.
Dennoch ist klar: Das Geld ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein – und nach der Digitalisierung von maximal 20 historisch bedeutsamen Filmen wieder aufgebraucht. Staatsministerin Grütters muss jetzt zügig die angekündigte „nationale Digitalisierungsstrategie“ vorlegen und darin umfassende Antworten auf die Frage nach dem Umgang mit unserem filmischen Erbe liefern."
http://www.tabea-roessner.de/presse/pressemeldungen/artikel/62f90e17b4/zum-etat-des-bundes-fuer-kultur-und.html

[2014/11/30]

Unhappy Medium: The Challenges With Archiving Digital Video

scrambling to find byte-based alternatives.

Im Washingtonian vom 10. September 2014 schreibt Vicky Gan über die digitale Herausforderung für die Filmarchive: "For these institutions dedicated to preserving millions of miles of footage for posterity, the end of film signals a wrenching technical, cultural, and budgetary shift."
http://www.washingtonian.com/articles/people/unhappy-medium-the-challenges-with-archiving-digital-video/

[2014/11/15]

Positionspapier der Medien- und Netzpolitischen Kommission beim SPD-Parteivorstand

Das Papier trägt den Titel: "Filmförderung verbessern! – Anforderungen an die FFG-Novelle aus sozialdemokratischer Sicht" und datiert vom 11. November 2014. Zum Thema "Filmerbe sichern und zugänglich machen" heißt es u.a.:
"Wir brauchen eine umfassende und abgestimmte Strategie zur Sicherung und Digitalisierung des Filmerbes. Hierbei sind alle Beteiligten - Bund, Länder, Filmwirtschaft, öffentlich-rechtliche Sender, Filmförderungseinrichtungen, Filmarchive, Kinematheken und technische Dienstleister - einzubeziehen. Hierzu werden wir zusammen mit den Akteuren zeitnah Eckpunkte erarbeiten.
Auch das FFG soll hierzu einen besseren Beitrag leisten. Statt eines „archivfähigen Formats“ geförderter Filme soll künftig - nach einer angemessenen Auswertungsfrist - das originale Datenpaket, das digitale Master (Digital Cinema Distribution Master DCDM) hinterlegt werden. Im Falle analoger Produktionen das Originalnegativ. Denn nur das Ausgangsmaterial wird den Erfordernissen einer Langzeitsicherung gerecht. Zudem sollen die Kosten der Langzeitsicherung künftig in die Kalkulation der Budgets Eingang finden. So wird die Bewahrung bereits in der Produktionsförderung festgeschrieben und die Langzeitsicherung eines Films wird bereits bei seiner Herstellung mitgedacht.
Die Einrichtungen des Kinematheksverbundes – die Stiftung Deutsche Kinemathek, das Bundesfilmarchiv und das Deutsches Filminstitut - müssen im Rahmen der staatlichen Förderung ausreichend ausgestattet und unterstützt werden."
Das Positionspapier als pdf herunteraden

[2014/11/14]

Asynchron

Digitalisierte Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust aus der Sammlung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Das Jahr 2015 steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocausts – ein Thema, das für unsere Institution von besonderer Bedeutung ist, bildet doch die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust seit Vereinsgründung 1963 – damals noch als Freunde der Deutschen Kinemathek – eines der Kernanliegen unserer Arbeit.
Diese besonderen audiovisuellen Zeitdokumente laufen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten. Zum einen ist der Bestand der Filmkopien durch Zerfalls- und Abnutzungsprozesse bedroht, zum anderen gibt es durch den medialen Wandel der letzten Jahre immer weniger Vorführorte für analoge Filme.

Um die filmische Erinnerung auch für kommende Generationen zugänglich zu halten, wurde aus unserer Filmsammlung eine Auswahl 46 Titeln zusammengestellt, von denen im Laufe der nächsten Monate zehn Filme digitalisiert bzw. wenn bereits vorhanden, in digitaler Kinofassung (DCP) angekauft werden. Dabei haben wir sowohl bekannte Filme als auch bisher zu wenig beachtete oder zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke berücksichtigt. Zu den thematisch passenden Werken aus unserer Sammlung liegt ein Katalog vor, der die Filme vorstellt und kontextualisiert.

Die gesamte Filmauswahl wird über arsenal distribution bundesweit den Kinos für Veranstaltungen zum Gedenkjahr angeboten.

Das Projekt "Asynchron. Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust. Aus der Sammlung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V." wurde gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.


http://www.arsenal-berlin.de/distribution/asynchron.html

[2014/11/14]

Erste Details einer "umfassenden Strategie für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes" der BKM

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE, zum Thema "Aktueller Stand des Projekts Deutsche Digitale Bibliothek", 30. Oktober 2014:

„Mit der Digitalen Agenda 2014 bis 2017 hat die Bundesregierung beschlossen, eine übergreifende Strategie und Aktionspläne mit geeigneten technischen Lösungen und Standards zur Digitalisierung von Kulturgütern (unter anderem Kino- und Filmdigitalisierung) sowie zur langfristigen Bewahrung von Wissen, Informationen und Kulturgütern in digitaler Form zu entwickeln und die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. [...]
Hinsichtlich der Digitalisierung des nationalen Filmerbes steht die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bereits im unmittelbaren Austausch mit dem Kinematheksverbund, dem Verband technischer Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) und der Filmförderungsanstalt (FFA), um eine umfassende Strategie für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erarbeiten. Im Mai 2014 fand ein Runder Tisch statt, in welchem hierfür die ersten Grundlagen erarbeitet wurden. Notwendig ist eine Beteiligung der Länder, da es sich bei der Digitalisierung des Filmerbes um eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern handelt. Zunächst wird eine Kostenschätzung erstellt, die voraussichtlich Ende des Jahres 2014 vorliegen wird. [...]
Die Digitale Agenda 2014 bis 2017 bietet einen geeigneten Rahmen, um eine allgemeine Prüfung der Aufwände für die Digitalisierung der Bestände von Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen vorzunehmen. Bei dem [...] erwähnten Runden Tisch zum Thema Digitalisierung Filmerbe im Mai 2014 hat die Filmförderungsanstalt (FFA) die Aufgabe übernommen, eine differenzierte Kostenschätzung zur Ermittlung des notwendigen Kostenrahmens für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes bis Ende des Jahres 2014 einzuholen."
Deutscher Bundestag Drucksache 18/3011, 18. Wahlperiode Antwort der Bundesregierung auf die Kleine

Bemerkenswert an dieser Ausführung ist, dass vor der Ausarbeitung der angekündigten "umfassenden Strategie" eine "differenzierte Kostenschätzung" erfolgen soll, das sprichwörtliche Pferd somit von hinten aufgezäumt wird.

[2014/11/09]

Von der Rolle — Hamburger Nachkriegsfilme digitalisiert

Kurzfilme der Real-Film Hamburg
Das Staatsarchiv Hamburg hat in einem Pilotprojekt die Digitalisierung seines historischen Filmmaterials erprobt. Ausgewählt wurde der Firmennachlass 621-1/105 "gong-Film Bodo Menck" mit mehreren Dutzend Kurzfilmen, die zwischen 1948 und 1953 von der REAL-Filmgesellschaft Hamburg produziert wurden. Nach der Prüfung des konservatorischen Zustandes wurden im Herbst 2013 elf 16mm- und acht 35mm-Filme mit bereits Zersetzungserscheinungen („Essig-Syndrom“) digitalisiert.
Im Archivjournal. Neuigkeiten aus dem Staatsarchiv Hamburg (1/2004) informieren Nicole van de Kamp und Volker Reißmann über die technischen Parameter: "Die Digitalisierung des Filmmaterials umfasst die Reinigung, die technische Vorbereitung für die Abtastung, die Abtastung in Apple ProRes (1080p/24) sowie die Ausspielung auf Festplatte. Als zusätzliches Sichtungsformat wird eine MP4-Datei erstellt. Ziel der Digitalisierung ist eine möglichst originalgetreue 1:1 Kopie des Ausgangsmaterials inklusive Kratzern und Knackgeräuschen. Auf die Nachbearbeitung des Materials wird daher verzichtet. Die Archivierung der Digitalisate erfolgt rein filebasiert und damit geräte- und trägerunabhängig. Zusätzliche Maßnahmen zur Erhaltung der materiellen Substanz der Originale werden nicht ergriffen. Alle Titel sind mit filmografischen und technischen Angaben in der Verzeichnungsdatenbank des Staatsarchivs erfasst und können über scopeQuery recherchiert werden. Benutzerinnen und Benutzer können die Digitalisate direkt an den PC‑Terminals im Lesesaal anschauen. Nach einer Evaluation des Projektes könnten in naher Zukunft weitere historische Filme aus den Beständen des Staatsarchivs digitalisiert werden."
Archivjournal. Neuigkeiten aus dem Staatsarchiv Hamburg (1/2004)

[2014/11/02]

Filmerbe 2.0

10. Kongress des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit vom 5. bis 7. Dezember 2014, Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum

Aus der Ankündigung:
„Wer interessiert sich noch für Filmgeschichte? Findet diese noch ihr Publikum? Oder ist alles, was älter als drei Monate ist, nur noch etwas für Cineasten, die von den Zeiten schwärmen, als Kino noch der einzige Tempel für den Film war und nicht nur eine Abspielstätte neben vielen? Es geht darum, die Augen nicht vor den Veränderungen in der Kinolandschaft zu verschließen und eine neue Begriffsbestimmung für das zu finden, was Kommunale Kinos und filmkulturelle Arbeit ausmacht. Wie werden neue Auswertungsmodelle aussehen? Welchen Sinn macht es, aufwändig in den Erhalt des audiovisuellen Erbes zu investieren, wenn Fernsehen und Filmtheater die Werke kaum zeigen?“
Hier der Link zum Programmflyer im pdf-Format.
Anmeldung hier

[2014/11/01]

Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe

Konferenz am 13. und 14. November 2014 im Hamburger Bahnhof in Berlin

Aus der Ankündigung:
"Die Digitalisierung bietet die große Chance, den Zugang zum kulturellen Erbe erheblich zu erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag zur Wissensgesellschaft der Zukunft zu leisten. Wie in den vergangenen Jahren sollen auch 2014 die mit der Digitalisierung zusammenhängenden Chancen, Hindernisse, Herausforderungen und Veränderungen von Bibliotheken, Archiven und Museen und ihr Verhältnis zu anderen Institutionen, Initiativen und Wirtschaftsunternehmen diskutiert werden. Im Vordergrund steht dabei die Analyse der zahlreichen Digitalisierungsprojekte zum kulturellem Erbe. Was ist dabei herausgekommen, was sind die Erfolge, wo liegen die Probleme, welche Anstrengungen sind gescheitert?"
Dokumentation der Vorträge

[2014/10/28]

Wider die METROPOLISierung des Filmerbes

Chris Wahl zum 10. UNESCO-Tag des Audiovisuelles Erbes:
"Auf der einen Seite müssen Filmarchivare, -historiker und Cinephile wohl damit leben, dass auch in naher Zukunft nicht alle audiovisuellen Materialien erhalten werden können – nicht einmal all die, die es vielleicht wert wären. Was aber andererseits fehlt, ist der politische Wille, die tatsächliche Situation des Filmerbes anzuerkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln. Um die Politik zu überzeugen braucht man mehr als eine Handvoll entschlossener Archivare, es muss wenn nicht öffentlichen Druck, so doch einen breiten Konsens über die Notwendigkeit der Filmarchivierung geben."
http://www.memento-movie.de/2014/10/wider-die-metropolisierung-des-filmerbes/

[2014/10/26]

World Day for Audio Visual Heritage 2014

"Archives at Risk: Much more to do" is the slogan of this year's celebration of the World Day for Audiovisual Heritage (27 October).
The world’s audiovisual heritage of sound recordings and moving images are extremely vulnerable as a result of factors ranging from neglect, natural decay to technological obsolescence, as well as deliberate destruction. Consequently, UNESCO has made it part of its mission to raise public consciousness of the importance of preservation of these recordings through the World Day for Audiovisual Heritage. In adopting 27 October as the World Day for Audiovisual Heritage, UNESCO, in cooperation with the Co-ordinating Council of Audiovisual Archives Associations (CCAAA) and other institutions, has helped to raise the profile of the issues at stake and focus global attention on the fragility of this heritage. All of the world's audiovisual heritage is endangered. Therefore the World Day for Audiovisual Heritage and the Memory of the World Programme, have become the two key actions for UNESCO and the world to honour preservation professionals that help to safeguard this heritage for future generations despite the many technical, political, social, financial and other factors that threaten its survival.

[2014/10/25]

Das Film-Erbe in der Zukunft. Digitalisierung als Rettung?

Vortrag von Karl Griep, Leiter der Abteilung Filmarchiv des Bundesarchivs

Zum UNESCO Welttag des Audiovisuellen Erbes 2014 informiert CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung in Kooperation mit Bundesarchiv, Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein und Kinemathek Hamburg e.V. über die Herausforderungen, das audiovisuelle Erbe zu erhalten und zu pflegen.
27.10.2014, 17 Uhr, Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Eintritt frei
http://www.buecherhallen.de/UNESCO/

[2014/10/11]

Anstehende Digitalisierungen der DEFA-Stiftung und des Deutschen Filminstituts-DIF

Die Mittel des BKM für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes 2014


Die DEFA-Stiftung wird wichtige Titel erstmals hochauflösend digitalisieren und bearbeiten, darunter Filme des Regisseurs Siegfried Kühn für eine DVD-Box, 20 Trickfilme zum 60. Geburtstag des DEFA-Trickfilmstudios 2015 und einige Märchenfilme. (DEFA-Stiftung Newsletter, September 2014, S. 1)

Das Deutsche Filminstitut–DIF wird die thematische Schwerpunktsetzung der Digitalisierungsoffensive 2013 fortsetzen: Um die Filme für die Öffentlichkeit verfügbar zu halten und in den digitalen Kinos auch projizieren zu können, ist es notwendig, hochaufgelöste digitale Verleihkopien, so genannte Digital Cinema Packages (DCP) und Blu-rays herzustellen. Neben häufig nachgefragten Klassikern werden auch Filme berücksichtigt, die das gesamte künstlerische Spektrum des deutschen Films dokumentieren. Digitalisiert werden Titel wie Fritz Langs letzte Arbeit vor seiner Emigration, Das Testament des Dr. Mabuse (D 1932/33), Peter Lorres grandioses Regiedebüt Der Verlorene (BRD 1950/1951) oder Nachts, wenn der Teufel kam (BRD 1957, R: Robert Siodmak), einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsfilme. Ebenfalls fortgesetzt wird die Digitalisierung von Tonbildern, die vom Zerfall bedroht sind. (Filmmuseum. Oktober 2014. Kinoprogramm, S. 4)

[2014/10/09]

Europäische Kommission

Europas Kulturerbe online: Chancen für die Zukunft


Am 2. Oktober 2014 veröffentlichte die Europäische Kommission zwei Berichte, in denen sie Kultureinrichtungen in Europa dringend auffordert, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um mithilfe staatlicher Förderung Kulturgüter online zur Verfügung zu stellen.

Im ersten Berichts wird untersucht, wie das Kulturerbe digitalisiert, zugänglich gemacht und bewahrt werden kann. Er zeigt, dass die Digitalisierung nach wie vor eine Herausforderung ist: Nur ein Bruchteil der europäischen Sammlungen ist bereits digitalisiert (durchschnittlich rund 12 % der Bibliotheken und weniger als 3 % der Filme).

Im zweiten Bericht wird erläutert, wie wir unser Filmerbe vor dem Verfall retten können. Er zeigt Probleme bei der Digitalisierung und beim Online-Zugang im Filmbereich auf, wie etwa die mangelnde Finanzierung (von 100 €, die die öffentliche Hand bereitstellt, fließen 97 € in die Herstellung neuer Filme und lediglich 3 € in die Bewahrung und Digitalisierung dieser Filme) oder die hohen Kosten und die komplizierte Abklärung von Urheberrechten.Die Analyse zeigt, dass die Pflege des europäischen Filmerbes Gefahr läuft, die digitale Entwicklung zu verpassen.
(Nach einer Pressemitteilung, Brüssel/Rom, 2. Oktober 2014)

[2014/08/30]

Förderung der Digitalisierung von (Film-)Content

Bewilligungen der FFA für 2012/13 und 2014

Erstmals 2012 unterstützte die Filmförderungsanstalt (FFA) auch die Digitalisierung von Filmen, die dem nationalen Filmerbe zuzurechnen sind sowie einen filmhistorisch und künstlerisch einen besonderen Wert haben. Die Höchstfördersumme pro Film beträgt 15.000 Euro. Im Jahr 2013 wurden 76 historische Filme mit rund 1.000.000 Euro gefördert.
Gefördert wird die Digitalisierung von programmfüllenden, deutschen Filmen, die für eine Kinoauswertung bestimmt sind; ferner wird ein plausibles und detailliertes Auswertungskonzept verlangt. Die detaillierten Förderbedingungen sind auf der Website der FFA unter "Förderbereiche" - Förderung der Digitalisierung von Content ("Sicherung des filmischen Erbes") – einsehbar.
Unter "Digitalisierung von Content" bei "Förderentscheidungen" in der Rubrik "Förderungen und Anträge" sind alle geförderten Filme angeführt:
- für 2013 wurden 82 Filme gefördert; fast alle aus der Zeit nach 1945. Vier Filme entstanden in der Weimarer Republik, drei im "Dritten Reich".
- für 2014 wurde bisher die Digitalisierung von 41 Nachkriegsfilmen sowie von drei Filmen aus der Weimarer Republik gefördert.
http://www.ffa.de/downloads/publikationen/GB_FFA_2013.pdf

[2014/08/10]

Kulturstaatsministerin Grütters fördert Digitalisierung des nationalen Filmerbes mit 1 Million Euro

Pressemitteilung, 8.8.2014

Für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes stellt Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Haushaltsjahr 2014 insgesamt 1 Million Euro zur Verfügung.
Folgende Einrichtungen des deutschen Kinematheksverbunds erhalten jeweils eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro für die Digitalisierung ausgewählter Filme: die Stiftung Deutsche Kinemathek, das Deutsche Filminstitut e.V., die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und die DEFA-Stiftung.
Darüber hinaus fördert die Kulturstaatsministerin in 2014 den Ausbau des Bestandskatalogs des Kinematheksverbunds in Höhe von 200.000 Euro, der in Zukunft eine umfassende Übersicht über die in den Filmarchiven lagernden Filmmaterialien ermöglichen und somit die Digitalisierung des nationalen Filmerbes erleichtern wird.
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2014/08/2014-08-08-bkm-filmerbe.html?nn=402566

[2014/07/10]

"Was bedeutet der Zivilgesellschaft dieses Erbe?"

Rettungsaktion der AG Dokumentarfilm

Das Bundsesarchiv/Filmarchiv gab im Juni 2014 etwa 20 000 Filmrollen der AG Dok zur Inventarisierung an das Filmlager Berlin-Wilhelmshagen. "Unser vordringliches Ziel ist natürlich, das Material den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben. Wenn wir die 500 Quadratmeter mieten müssten, die uns das Filmarchiv zur Verfügung stellt – das hätten wir nicht stemmen können." (Thorolf Lipp, AG Dok Berlin). Im Grunde gehe es um den Erhalt des Filmerbes insgesamt. „Das kann die AG Dok nicht alleine, das kann auch das Bundesarchiv nicht allein. Wir haben in unserer Verantwortung etwa 1,1 Mio. Rollen – etwa 150.000 Filmtitel. Wir werden auch zukünftig analoge Materialien übernehmen. Die große Aufgabe ist, dieses Erbe nutzbar zu halten.“ (Karl Griep, Leiter des Bundesarchiv/Filmarchivs) Mit dem Budget, das dem Archiv derzeit zur Verfügung steht, sei diese Aufgabe nicht bewältigen.
verdi.de:«M» - MENSCHEN - MACHEN - MEDIEN 05/2014

[2014/06/07]

1 Millionen € für die Digitalisierung des Filmerbes

Kulturetat 2014

Im jetzt beschlossenen Bundeshaushalt 2014 sind unter Kapitel 0405 bei Titel 683 23 eine Million € für die Digitalisierung des Filmerbes veranschlagt. Dieses Programm richtet sich an die Archive. Ein Konzept befindet sich derzeit (Stand: 4.7.2014) in der Abstimmung.
Für die Digitalisierung der Kinos sind bei Titel 892 21 870.000 € eingesetzt. Damit sollen Kinos in das Förderprogramm zur Digitalisierung einbezogen werden sollen, die als Kulturort eine besondere Funktion wahrnehmen, bisher aber die Mindestfördervoraussetzungen nicht erfüllen konnten.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am 5. Juni 2014 in seiner abschließenden Sitzung zusätzlich 90 Millionen Euro für den Kulturetat 2014 bewilligt. (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung; Freitag, 6. Juni 2014)
Deutscher Bundestag, 18. Wahlperiode. Drucksache 18/1023: Ergänzungen zu den Beschlussempfehlungen d

[2014/05/22]

"Runder Tisch" zum Thema Filmerbe

Initiative der Filmförderungsanstalt (FFA)

Bei der Filmförderungsanstalt (FFA) hat sich ein "runder Tisch" zum Thema Filmerbe gebildet. Dazu gehören die Deutsche Kinemathek, das Bundesarchiv, filmtechnische Betriebe und Interessengruppen der Filmwirtschaft. Diastor veröffentlichte vor kurzem auf ihrer Internetseite eine diesbezügliche Mitteilung der Sektion Regie der Deutschen Filmakademie. Laut Auskunft der FFA tagte der Runde Tisch am 28. April zum zweiten Mal. Die Expertenrunde setzt sich zusammen aus technischen Dienstleistern, Archiven, der Politik und Förderern. Sie diskutiert über Rahmenbedingen für die weitere Vorgehensweise bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen, u.a. Erstellung eines Konzepts, Einrichtung eines zentralen digitalen Archivs, Entwicklung von Kriterien für die Auswahl von Filmen, die digitalisiert werden sollen u.a.m. Die genaue Zusammensetzung des Rundes Tisches war nicht erfahren; die ersten Sitzungen waren "rein interner Natur", wie die Pressestelle der FFA mitteilte.
http://diastor.ch/2014/05/09/aus-dem-mailing-der-deutschen-filmakademie/

[2014/05/03]

EYE Film Institute Netherlands intends to remain forerunner in the area of digitisation and restoration

EYE veröffentlicht Aktionsplan für die Jahre 2014-2017

"Digitisation remains a top priority for the coming years. The digitisation of the (primarily) analogue collection made progress by leaps and bounds in recent years with the project Images for the Future. To date, 15% of the collection has been digitised. Digitisation is essential for the management and preservation of the collection, as well as for making it as optimally and widely accessible as possible." (Pressemitteilung vom 26.3.2014)
Das ausführliche Papier Collection Policy 2014-2017 kann als pdf heruntergeladen werden. Es enthält detaillierte Informationen zu den Aufgaben und Zielen der Digitalisierung und die deren Umsetzung in den kommenden Jahren.
http://www.eyefilm.nl/en/news/eye-intends-to-remain-forerunner-in-the-area-of-digitisation-and-restoration

[2014/05/03]

Le 7e art va-t-il perdre la mémoire ?

Samuel Blumenfeld in "Le Monde" vom 17. April 2014

Blumenfeld beschreibt die Digitalisierung von Kino und Film als "Koloss auf tönernen Füßen". In Frankreich sind derzeit 93% aller Kinos auf digitale Projektion umgestellt; eine digitale Kopie kostet nur noch 90 € im Vergleich zu 1.500 € für eine entsprechende 35mm-Kopie. Die Langzeitsicherung dieser digitalen Kopien – die gesamte gegenwärtige Filmproduktion – sei aber keineswegs gesichert. Die Ausbelichtung eines digitalen Films auf Filmmaterial zu Archivzwecken koste ungefähr 30.000 € – Ausgaben, die aber die wenigsten Produzenten in ihre Kalkulation einbeziehen. Serge Bromberg von Lobster Film weist darauf hin, dass heute pro Jahr soviel audiovisuelles Material produziert wird wie in den letzten 50 Jahren zusammen. "Für Firmen wie Lobster und auch für die Kinematheken ergibt sich das Problem, dass tausende der bei ihnen eingelagerten Filme niemals restauriert werden können." (Le Monde, 17.4.2014)
Der vollständige Text der Online-Version des Beitrags kostet 2 €.
http://www.lemonde.fr/culture/article/2014/04/17/le-spectre-de-l-ecran-noir_4403493_3246.html

[2014/05/03]

Bedrohtes Filmerbe. Deutsche Kinemathek im digitalen Zeitalter

Radioreportage von Moritz Holfelder, 2.5.2014

Moritz Holfelder stellt zuerst die neue Webseite der Transit Film GmbH, Digital Collections, und des Bundesarchivs mit digitalisierten Wochenschauen vor und porträtiert anschließend die Deutsche Kinemathek. Der Schwerpunkt seiner halbstündigen Radioreportage liegt auf der Marlene Dietrich-Sammlung. Zur Finanzierung der Digitalisierung des Filmerbes sagt Rainer Rother: "Ich glaube aber auch nicht, dass der richtige Weg darin besteht, jetzt Riesensummen aufzurufen, denn für mich ist es viel wichtiger, dass man in einer langfristigen Perspektive auch für die jeweils beteiligten Betriebe die richtigen Entscheidungen jetzt trifft und sich darauf einstellt, dass man damit auch lange Zeit rechnen kann. Das wäre mein Wunsch." Werner Sudendorf fragt nach den Kriterien, nach denen Filme für eine Digitalisierung ausgewählt werden sollen. (2.5.2014, Nahaufnahme, Bayern 2, 15.30-16.00 Uhr)
http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/nahaufnahme/filmerbe-bedroht-kinemathek-deutsche-100.html

[2014/04/22]

"Nein, wir haben keine Zeit mehr"

Claudia Dillmann, Direktorin Deutsches Filminstitut–DIF: „Unsichtbar, vergessen. Vom drohenden Verschwinden des Filmerbes im digitalen Zeitalter." Vortrag auf der Konferenz Crossing Borders – The Future of Access in Frankfurt am Main, 7.-8. April 2014,
„Nein, wir haben keine Zeit mehr. Es gilt, unsere Sammlungen, dieses visuelle Gedächtnis des 20. Jahrhunderts, vor dem dauerhaften Unsichtbarwerden zu bewahren. Future of Access? Wenn diese Frage darauf abzielt, Zugang zu Kultur und Wissen auch außerhalb der Archive sicherzustellen, in einem gemeinsamen virtuellen Raum frei von Marktinteressen, wenn es dabei gilt, möglichst vielen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen und dadurch das kulturelle Gedächtnis lebendig zu halten, dann ist Digitalisierungsförderung die unabdingbare Voraussetzung. Und zwar Digitalisierungsförderung in großem Stil.“
http://www.dnb.de/SharedDocs/Downloads/DE/DNB/netzpub/crossingBordersDillmann.pdf?__blob=publication

[2014/04/17]

"Drängender ist aber der Zeitverzug beim Filmerbe"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Interview mit Andreas Kilb für die Frankfurter Allgemeine Zeitung

" [...] es ist evident, dass man viel mehr Geld brauchte, um unser Kulturerbe vor dem Verfall zu sichern. Drängender ist aber der Zeitverzug beim Filmerbe, denn die klassischen Trägermedien, die Filmrollen, verfallen buchstäblich. Es gibt spektakuläre Restaurierungen, "Caligari" oder "Metropolis", aber das sind nur Einzelprojekte, um der Öffentlichkeit zu zeigen, was auf dem Spiel steht." (Interview mit: Monika Grütters, FAZ, 16.4.2014)
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2014/04/2014-04-16-gruetters-faz.html

[2014/04/17]

Savefilm.org

Website mit zahlreichen Information und Adressen zum Thema Filmarchivierung und Sicherung des Filmerbes.
http://www.savefilm.org

[2014/04/17]

Petition: Savefilm.org

Petition an die UNESCO, den Film, die Filmproduktion und die Filmprojektion als Weltkulturerbe anzuerkennen

With the advent of digital, the medium of film is gravely threatened and might, unless action is taken, simply disappear. From the earliest fragments of captured movement, it has allowed us to watch, document, educate and depict ourselves in untold ways using just the mechanics of light, lenses and chemistry. It is one of our greatest inventions, the art form of the 20th century and we are on the point of losing it.
It is now clear that film will not survive if it is left to rely solely on the market. The situation has become so grave, so rapidly, that we are coming together as a body to raise awareness at the highest international level in order to find a way to guard our ability to manufacture, shoot, process, print, make and project film.
Therefore we are approaching national and international organisations to take active steps to protect the medium of film, and requesting that UNESCO recognise film, the practice of filmmaking and film projection as world cultural heritage, so that future generations will be able to experience the ingenuity, specificity and beauty of film in the way we have done.
http://www.savefilm.org/savefilm-org/

[2014/03/31]

31. März 2014: Deutsche Digitale Bibliothek schaltet ihre erste Vollversion frei

Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), seit November 2012 mit einer Beta-Version online, will nach eigener Darstellung „jedermann über das Internet freien Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands“ erschließen, „also zu Millionen von Büchern, Archivalien, Bildern, Skulpturen, Musikstücken und anderen Tondokumenten, Filmen und Noten.“ Als zentrales Portal sieht sie ihre Aufgabe darin, „die digitalen Angebote aller deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen“ in einem „Anlaufpunkt“ zu vernetzen. Dem Nutzer will sie die Möglichkeit bieten, in allen Medienbereichen zu recherchieren und die Dokumente selbst bei den beteiligten Institutionen (z.B. den Filmarchiven oder auf filmportal.de) abzurufen.
Als deutscher Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek „Europeana“ wird die DDB von Bund und Ländern gemeinsam finanziert.
Deutsche Digitale Bibliothek (DDB)

[2014/03/18]

"Wir verlieren unser filmhistorisches Erbe"

Barbara Flückiger; Professorin am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, im Gespräch mit Annette Wirthlin zum Erhalt des filmischen Erbes in der Schweiz:
„Bei bereits digitalisierten historischen oder neuen, digital gedrehten Filmen gibt es noch ein zusätzliches Problem: Die digitalen Formate sind einem dynamischen Wandel unterworfen. In der Schweizer Filmbranche ist noch nicht wirklich durchgedrungen, dass jeder einzelne Filmemacher vor dem Problem steht, wie er seine Werke für die Zukunft sichern kann. Dazu braucht es eine nationale filmpolitische Strategie. Bei der Entwicklung einer solchen Strategie steht die Schweiz bedauerlicherweise noch ganz am Anfang.“
Universität Zürich-News 10.3.2014

[2014/03/01]

In eigener Sache: Resonanz auf unsere Petition in den USA

Jan-Christopher Horak: "The German language has a few virtually untranslatable words, often made up of two other words. One of my favorites is Schadenfreude, which means joy at the misery of others. Another is Zerstörungswut, which translates as destroying with anger, but actually means the lust for destruction. If language defines national character, then both of these terms are right on the money."
UCLA - Zerstörungswut: Saving German Silent Films-28.2.2014

[2014/02/15]

FFA: Mit wirkungsvollen Maßnahmen das filmische Erbe bewahren

Auf der Jahrespressekonferenz der Filmförderungsanstalt (FAA) am 13. Februar 2014 in Berlin stellte FFA-Präsident Bernd Neumann die Ziele seiner filmpolitischen Arbeit vor. Dabei erklärte er u.a.: „Es ist unsere Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, mit wirkungsvollen Maßnahmen das filmische Erbe in Deutschland für nachfolgende Generationen zu bewahren.“
Pressemitteilung der FFA, 13.2.2014

[2014/02/10]

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): „Filme müssen bleiben, wenn sie aus den Kinos verschwunden sind.“

Die EKD-Kulturbeauftragte Bahr weist auf die große kulturpolitische Aufgabe hin, das Filmerbe zu sichern. „Filme gehören zum kulturellen Bild-Gedächtnis der Gesellschaft.“ Sie seien Erinnerungen daran, „wer wir waren und wie wir werden wollten. Sie sind wichtige Zeugnisse der Zeit“. Die anstehende Digitalisierung dürfe nicht zu einer kulturellen Demenz führen, vielmehr brauche es gut gepflegte Filmdepots für die bewegten Bilder. „Filme müssen bleiben, wenn sie aus den Kinos verschwunden sind.“
Pressemeldung der EKD zur Berlinale, 9.2.2014

[2014/02/06]

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will die Filmwirtschaft an den Kosten der Digitalisierung des Filmerbes beteiligen

Anlässlich der Eröffnung der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters u.a. auch: "Die dringend notwendige Digitalisierung des nationalen Filmerbes wurde ausdrücklich in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Die kulturhistorisch wichtige Sicherung des Filmerbes ist jedoch eine große finanzielle Herausforderung, die auch eine Beteiligung der Filmwirtschaft selbst erfordert. Denn gerade sie wird der wirtschaftliche Nutznießer der künftigen Verfügbarkeit analoger Filmbestände sein."
Pressemitteilung der Bundesregierung vom 5.2.2014

[2014/02/04]

9. Februar 2014: Uraufführung der digital restaurierten Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Die digital restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920), eine Koproduktion mit ZDF/ARTE, wird am 9. Februar bei der Berlinale mit der Musik von John Zorn uraufgeführt und drei Tage später auf ARTE ausgestrahlt. Bei der Restaurierung arbeitet die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv und weiteren Archiven zusammen. Neben Bertelsmann als Hauptsponsor förderten auch die VGF Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien das Projekt. Mit seinem Engagement setzte Bertelsmann damit nach eigenen Angaben „ein Zeichen für die dringend benötigte Digitalisierung des Filmerbes.“ In einer Pressemitteilung heißt es weiter: „Für Kinos, Festivals und Veranstalter ist der Film ab 17. Februar als DCP im Verleih der Murnau-Stiftung erhältlich; Home-Entertainment-Editionen auf DVD und Blu-ray sollen folgen. Ohne die digitale Restaurierung hätte der Film aus dem Ufa-Bestand in den kommenden Jahren nur noch in wenigen Kinos mit analoger Technik abgespielt werden können.“
Bertelsmann News & Media

[2014/02/04]

5. Juni 2014: DIASTOR-Tagung im Filmpodium Zürich

Filmproduzenten, Filmemacher und Verleiher stehen vor der großen Herausforderung, ihre analog gedrehten Filme zu digitalisieren und die digitalen Elemente nachhaltig zu sichern und zu bewirtschaften. Die Anforderungen an die Archive sind nicht weniger groß, denn auch sie müssen neue Strategien entwickeln, wie sie den Zugang zu ihrem Bestand optimieren und die Filme dauerhaft archivieren. Ziel der Tagung ist es, einem Publikum aus Branchenvertretern, politischen Entscheidungsträgern und Archivaren einen Überblick über das komplexe Gebiet zu geben. In der gegenwärtigen öffentlichen Debatte ist das Bewusstsein für den Wandel und die Kenntnis der möglichen Lösungsansätze noch nicht vorhanden. Dabei ist die Thematik von größter Bedeutung, wenn die Schweiz ihr Filmerbe bewahren und sichtbar machen will.

Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt DIASTOR Bridging the Gap Between Film History and Digital Technology entwickelt seit Mai 2013 Standards und Workflows für die Digitalisierung und Langzeitsicherung von Filmen im Austausch mit internationalen Experten.
Infos und Kontakt: Diastor-Tagung

[2014/01/30]

Aus der Rede von Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Rahmen der Regierungserklärung, 29. Januar 2014

»Mit den digitalen Techniken sind natürlich nicht nur Risiken verbunden. Sie ermöglichen vielmehr in bisher ungeahnter Weise den Zugang zu Information, zu Kunst, Kultur und Bildung. Die Digitalisierung von Kulturgut ist eine der zentralen kulturpolitischen Aufgaben und – das will ich nicht verschweigen! – leider auch eine der teuersten. Verglichen mit Ländern wie Frankreich tut Deutschland noch immer viel zu wenig, das müssen wir selbstkritisch feststellen. Gerade das nationale Filmerbe braucht unmittelbar Hilfe! Das betrifft nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die sichere Aufbewahrung. Darum muss dringend das Bundesarchiv als unser nationales Filmarchiv personell und finanziell besser ausgestattet werden.«
www.bundesregierung.de


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