Archive 2015

[2015/12/23]

Arri AG schließt Kopierwerk

Zum 31. Dezember 2015

23. Dezember 2015. – Geringe Umsätze stünden zu hohen Kosten gegenüber, begründet der Geschäftsführer von Arri Media, Josef Reidinger, die Schließung des Arri Labs zum 31. Dezember 2015. „Entwickelte Arri in seinem Labor 2009 noch drei Millionen Meter Film im Jahr, waren es zuletzt, 2014, noch 25000 Meter.“ Vor sechs Jahren kopierte Arri 30 Millionen Meter Film, 2014 hingegen nur noch 70000 Meter.

In der Süddeutschen Zeitung verweist Katja Riedel darauf, dass es nach der Schließung des Ari-Labors zwar noch weitere Kopierwerke in Los Angeles und New York, in London sowie zwei in Frankreich gebe: „Dort muss von jedem geförderten Film ein Negativ und eine Filmrolle produziert werden. Aus Archivierungszwecken. Deutschland setzt hingegen auf das digitale Archiv.“ Die Restmannschaft des Kopierwerks kümmere sich nun noch darum, „altes Filmmaterial zu restaurieren.“


Zum vollständigen Beitrag br>Süddeutsche Zeitung, 23.12.2015

[2015/12/21]

SPD: Zusätzliche Förderung der Filmerbeeinrichtungen

Sozialdemokratische Kultur- und Medienpolitik – eine Halbzeitbilanz

14. Dezember 2015 – Zum Jahresende blickte die Ausschussarbeitsgruppe „Kultur und Medien“ der SPD-Bundestagsfraktion auf das Erreichte und die noch ausstehenden Vorhaben in der Großen Koalition zurück.

Im Kapitel „Filmförderung“ verspricht die Arbeitsgruppe, dass im kommenden Jahr 15 Mio. Euro zusätzlich bereitgestellt werden, um die kulturelle Filmförderung und den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) zu stärken. „Die Kulturelle Filmförderung des Bundes soll den künstlerischen Rang des deutschen Films steigern und die Entwicklung der Kinos als Kulturstätten fördern. Sie umfasst Produktions- und Drehbuchförderungen sowie Preise wie den Deutschen Filmpreis, aber auch Preise für Drehbuch, Kino und Verleih. Daneben werden Filmfestivals, aber auch die Filmerbeeinrichtungen des Kinematheksverbundes gefördert.“

Als Leistung verbucht die Arbeitsgruppen, dass 2014 das „Förderprogramm zur Digitalisierung der Kinos erfolgreich abgeschlossen“ werden konnte.

„Um das Filmerbe als Teil unseres nationalen Gedächtnisses zu erhalten und zu digitalisieren“, will sich die Arbeitsgruppe „für eine zwischen Bund, Ländern und Filmbranche abgestimmte Digitalisierungsstrategie“ einsetzen.


Kulturpolitische Halbzeitbilanz der SPD-Bundestagsfraktion

[2015/12/14]

Positionspapier zur Digitalisierung des Filmerbes

filmportal.de veröffentlicht die Position des Kinematheksverbundes

14.12.2015. – Die Mitglieder des Kinematheksverbundes (Bundesarchiv, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Deutsches Filminstitut - DIF) haben ihre Vorschläge zur Ausgestaltung der Digitalisierung des Filmerbes veröffentlicht. Seit heute ist ihr Positionspapier auf filmportal.de, der zentralen Internet-Plattform zum deutschen Film, online verfügbar.
Stellungnahme des Kinematheksverbundes zur Digitalisierung des Filmerbes vom 14. Dezember 2015

[2015/12/06]

Deutsche Kinemathek: "Langfristige Investitionen erforderlich“

Dezember 2015 – Rainer Rother, künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, und Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs, sprachen mit Heike Schlasse, Redakteurin des Fachblatts Restauro, Zeitschrift für Restaurierung und Konservierung, über das PwC-Gutachten zur "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes" Das Interview erschien bereits in der Oktober-Ausgabe; es ist nicht online verfügbar.

Als „Vandalismus“ kritisiert Rother den Vorschlag des Gutachtens, das filmische Ausgangsmaterial digitalisierter Filme zu kassieren. Allerdings, so Koerber, könnten „schon mal ein Dutzend Büchsen verkratzter und verfärbter Verleihkopien von einem Film, die nicht mehr gebraucht werden, weggeworfen werden.“

Koerber verweist darauf, dass die Pflege sowohl der analogen als auch der digitalen Medienarten „langfristige Investitionen“ erfordert. Zudem sei die Suche nach dem besten Ausgangsmaterial für eine Digitalisierung „sehr personalintensiv" und koste "viel Zeit und Geld“.

Rother stellt die Frage, „ob wirklich alles digitalisiert werden muß.“ Der analog überlieferte Film könne ja weiterhin im Archiv und in Bibliotheken gesichtet werden.

Koerber präzisiert das Digitalisierungskonzept der Deutschen Kinemathek: Zum einen digitalisiere man jährlich etwa 80 Titel aus dem Bestand des DDR-Filmerbes, zum anderen in erster Linie Klassiker der deutschen Filmgeschichte, die man bereits in analoger Form verleiht.


Zur Website von "Restauro"

In einer ersten Fassung dieser Meldung hieß es, Rainer Rother und Martin Koerber hätten in dem Interview über den "Digitalisierungswahn" gesprochen. Diese Formulierung stammt aus dem Inhaltsverzeichnis; sie findet sich aber ebensowenig in dem Interview wieder wie die als Überschrift benutzte Aussage "Das deutsche Filmerbe ist nicht in Gefahr". In beiden Fällen handelt es sich um eine Kommentierung durch die Redaktion von Restauro. (JpG)

[2015/12/06]

Filme sind Kulturgut!

Harald Petzold (Fraktion DIE LINKE): Das Gutachten zum Finanzbedarfs zum Erhalt des filmischen Erbes umsetzen

November 2015 – In der Generaldebatte über den Haushalt der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramtes kritisierte Harald Petzold (Fraktion DIE LINKE) den Haushalt der Beauftragten für Kultur und Medien scharf. In Deutschland werde Film nicht als Kulturgut angesehen und entsprechend finanziell ausgestattet: „Da feilschen wir um eine Million Euro zur Bewahrung des Filmerbes. Da stagniert die Filmförderung seit Jahren. Da werden Frauen benachteiligt. Da sterben Filmschaffende aufgrund schlechter Vergütung einen Tod auf Raten. DIE LINKE will, dass dies anders wird. Sie fordert mindestens 30 Mio Euro jährlich zusätzlich für Filmförderung und die Erhaltung des Filmerbes. Und sie will ein alternatives Filmfördergesetz.“

Petzold beklagte, dass die Empfehlungen des pwc-Gutachtens zur „Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes“ bei der Haushaltsplanung nicht berücksichtigt wurden: „Dann wurde uns der Haushaltsentwurf vorgelegt, und darin stand eine Null. Es ist der Bereinigungssitzung und damit den Haushälterinnen und Haushältern zu verdanken, dass jetzt wenigstens 1 Million Euro im Haushalt auftauchen sollen. Dazu kann ich nur sagen: Vielen Dank dafür, aber mehr als ein symbolischer Betrag ist das natürlich nicht.“

DIE LINKE unterstützt die Ankündigung der Staatsministerin von August 2015, einen „nachhaltigen Fahrplan für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erarbeiten“, der auch die Bundesländer einbezieht, kritisiert aber, dass dies bisher der einzige Ansatz sei: „Es sollte wenigstens dieses Gutachten umgesetzt werden, und es sollten mindestens 10 Millionen Euro pro Jahr für einen Digitalisierungsprozess zur Rettung und Bewahrung des Filmerbes eingestellt werden.“


Vollständiger Text der Rede hier

[2015/11/28]

Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes

FFA veröffentlicht vollständigen Text der pwc-Studie

26. November 2015 – Die Filmförderungsanstalt (FFA) hat das von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (pwc) erstellte Gutachten zur "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes" vollständig veröffentlicht. Das in ihrem Auftrag erstellte 50seitige Gutachten datiert vom 19. November 2015. Bisher war nur eine zusammenfassende und daher in teilen missverständliche Darstellung bekannt.
Vollständiger Text des pwc-Gutachtens "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes"

In Kürze werden wir hier eine Kommentierung dieses Gutachtens veröffentlichen.

[2015/11/16]

Keine Aufstockung: Wieder nur 1 Million € für die Digitalisierung des Filmerbes

12. November 2015: Abschließende Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner abschließenden Sitzung zusätzlich rund 115 Millionen Euro für den Etat 2016 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bewilligt.

Unter Kapitel 0405 (BKM) bei Titel 683 23 sind aber erneut nur eine Million Euro für die Digitalisierung des Filmerbes vorgesehen. Tabea Rößner, die filmpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärte dazu am 13. November: „Beim Filmerbe wissen wir seit Langem, dass mehr passieren muss: Nun ist wieder eine Million Euro vorgesehen. Wenn die BKM den vom eigenen Haus vorgestellten Zahlen zum Finanzierungsbedarf traut, sollte das Filmerbe aber jährlich mindestens mit 10 Mio. Euro gefördert werden. Da wirkt die eine Million doch eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Auch für Sigrid Hupach (Fraktion DIE LINKE) ist die zur Rettung des Filmerbes eingestellte Million "angesichts der Aufgabe geradezu lächerlich. Es geht hier – wie beim Erhalt des Kulturellen Erbes allgemein – nicht nur um die Digitalisierung, sondern auch um den Erhalt der Originale. Jedes Jahr Verzögerung kommt uns hier teuer zu stehen." (Pressemitteilung, 13.11.2015)

Der Bundeshaushalt wird Ende November dem Parlament vorgelegt werden.

Der Antrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Ausschuss für Kultur und Medien vom 30. September 2015, die Digitalisierung des Filmerbes im Haushalt 2016 mit 5 Millionen Euro zu fördern, wurde von der Regierungskoalition abgelehnt.

Der Antrag der Fraktion DIE LINKE, dem Hinweis der Studie „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmerbes“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) folgend, zehn Millionen Euro zur Digitalisierung des Filmerbes in den Haushalt 2016 einzustellen, wurde gleichfalls abgelehnt.

Bereits am 12. November 2015 war in einer Bereinigungssitzung der Etat der Siftung Deutsche Kinemathek um 400.000 € „zum Erhalt und zur Erschließung von Sammlungsbeständen sowie für Ausstellungen und Veranstaltungen“ angehoben worden.


[2015/11/06]

Dolly sucht Publikum. Wer kümmert sich heute um die Verbreitung des Film-Erbes?

17. November 2015: Forum beim Cinefest 2015

Bisher wurde das Film-Erbe nur selten in regulären Lichtspielhäusern gezeigt. Jetzt bleiben fast nur noch die Kommunalen Kinos, die sich weiterhin intensiv um die Filmgeschichte bemühen. Aber es bleibt ein Nischenprogramm. Welche Bemühungen gibt es, ein großes Publikum auf das Film-Erbe aufmerksam zu machen. Schließlich kann eine Nachfrage nur entstehen, wenn die Filme auch für jüngere Generationen sichtbar bleiben. Was macht das Fernsehen? Welche Verlage publizieren noch Filmbücher? Welche Perspektiven und neuen Wege gibt es?

Über die Verbreitung des Film-Erbes diskutieren Stefanie Eckert (DEFA-Stiftung), Ernst Szebedits (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) sowie Christian Granderath (Leiter Abt. Fernsehfilm, Spielfilm und Theater, NDR; angefragt)

17. November 2015, Vortragssaal der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, 14:00-16:00 Uhr


http://cinefest.de/d/pro_workshops.php

[2015/11/04]

Konferenz: Zugang gestalten! – Was sind die Zukunftsstrategien?

5. und 6. November 2015, Hamburg (Altonaer Museum)

Im Fokus der Konferenz stehen Strategien für den Zugang zum kulturellen Erbe:

  • Wohin entwickeln sich Produktions- und Verbreitungsstrukturen?
  • Welche Konzepte gibt es für Partizipation in der Zukunft?
  • Wohin entwickeln sich die rechtlichen Rahmenbedingungen?


    http://www.zugang-gestalten.de

  • [2015/10/27]

    Archives at risk: Protecting the world’s identities

    27 October 2015: Message from Ms Irina Bokova, Director-General of UNESCO, on the occasion of the World Day for Audiovisual Heritage

    In ihrer Botschaft zum UNESCO-"Welttag des audiovisuellen Erbes” führt Irina Bokova u.a. aus: “Th[e] audiovisual heritage must be accessible to one and all. Yet audiovisual documents are both living things and delicate and vulnerable. A large share of the world’s audiovisual heritage has already been lost forever through negligence, destruction, bad luck or a lack of appropriate resources, competencies and structures, thereby depleting the memory of humanity. That vulnerability is especially acute in conflict situations. Its disappearance can also sometimes deprive us of a subtle grasp of the nature of societies and their peoples.

    We have 10 to 15 years left to transfer available audiovisual recordings to digital media and prevent their loss. We need to join forces to change the situation – for it is of the utmost importance that this recent history be understood and shared not only for issues of identity and affiliation but also for a clearer grasp of relationships and challenges in contemporary societies.”

    The fact is that “safeguarding for safeguarding’s sake” is not enough: the individual also needs to be able to put the documents in perspective so as to shed light on their meaning today, as well as to understand what they mean to individual societies and what they can tell us about our common humanity. The audiovisual heritage plays a key role in this work to promote what unites us and not what divides us. In so doing it can help to nurture universal values and to build a culture of tolerance and peace.

    In that spirit, for this world day, I am asking all Member States, the producers and consumers of sounds and pictures, and the institutions in charge of safeguarding them to join forces to protect and share our common audiovisual wealth."


    Hier geht es zum vollständigen Text

    [2015/10/15]

    Lumiere Fest: Classic Film Market Confirms Heritage Biz Global Growth

    14. Oktober 2105. – John Hopewell berichtet über die wachsende wirtschaftliche Bedeutung von Filmklassikern

    John Hopewell, internationaler Korrespondent von Variety, berichtet von dem Grand Lyon Film Festival Lumière 2015 in Lyon (12.-18. Oktober 2015) und den wachsenden Markt mit Filmkassikern und restaurierten Filmen: „Poland, Russia, Sweden, Mexico, Argentina all bring restorations to classic film fest and its market. Step-by-step, the classic film biz is gaining more converts outside its major strongholds of France and the U.S. [...] A case in point: the 3rd Lyon Lumière Fest Classic Film Market, which runs Oct.14-16. The world’s first heritage film business forum, it looks set to confirm continued build in the boutique classic film biz, not only in France’s distribution-exhibition-services sector, but also across Europe and beyond.

    This is a real trend, a real political commitment towards the restoration of films in order to keep their memory alive,” [Classic Film Market project manager Gerald] Dauchovvsky said. National film institutes are moving very “fast now,” “proactively,” and are also concerned that audiences see the films they restore, he added.

    In such a context, the Lumiere Grand Lyon Film Festival plays various roles. Brilliantly marketed to the city by Bertrand Tavernier and Thierry Fremaux, Lumiere Institute president and director general – many presentations are like live shows with heritage titles introduced by stars or star directors, such as Nicolas Wending Refn this year, who is talking up 1971 time travel/slavery movie “Farewell Uncle Tom,” helmed by Italy’s Gualtiero Jacopetti and Franco Prosperi – it provides an eye-opening demonstration of the audiences and excitement which heritage cinema can attract, particularly among younger cinemagoers. Meanwhile, its Classic Film Market acts as a business conduit and forum for best practice discussion in a still young sector.“


    Hier geht es zum vollständigen Artikel

    Ausweislich der Website des Festivals sind deutsche Archive, Kinematheken und Unternehmen auf der "Messe des klassischen Films" beim Grand Lyon Film Festival Lumière 2015 nicht vertreten. Allerdings wurde in der Sektion „Archival Treasures“ WESTFRONT 1918 von Georg Wilhelm Pabst (1930) digital in einer verbesserten restaurierten Fassung gezeigt – eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek und des British Film Institute.

    [2015/10/10]

    Tagung der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ Die Rettung des Filmerbes und die Fachwissenschaften - Neue Studiengänge an deutschen Hochschulen

    B3-Biennale des bewegten Bildes Frankfurt am Main, Kino im Deutschen Filmmuseum Sonntag, 11. Oktober 2015, 10:00 - 14:30 Uhr

    Staatsminister a.D. Bernd Neumann, Präsident der Filmförderungsanstalt (FFA), erklärte jüngst, die Digitalisierung unseres filmischen Erbes sei "eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben der Gegenwart". Sollen die "historischen Werke deutschen Filmschaffens auch nachfolgenden Generationen zugänglich" sein, müsse gehandelt werden - "und dies nicht morgen, sondern jetzt!"

    Die FFA beziffert die Kosten für eine umfassende Digitalisierung des archivierten Filmmaterials auf ein jährliches "Mindestvolumen" von 10 Millionen Euro über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Voraussetzung für eine solche Anstrengung ist ein grundlegender Konsens, den der Gesetzgeber, die Archive und die Akteure der Medienindustrie herstellen müssen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

    Das Verständnis für die Notlage unserer Filmarchive und den kulturellen Wert des teilweise vom Zerfall bedrohten Materials ist in breiten Teilen der Gesellschaft gewachsen, seitdem Fachleute in den letzten Jahren Alarm geschlagen, seitdem Initiativen wie die Petition "Filmerbe in Gefahr" vielfache Unterstützung gefunden und ein beträchtliches Presse-Echo ausgelöst haben. Auch die Politik beginnt zu reagieren, nachdem die Stärkung der Filmarchive und die Aufgabe der Digitalisierung in den Koalitionsvertrag der beiden großen Parteien aufgenommen wurden. Vieles geschieht jedoch noch hinter verschlossenen Türen. Fragen des strategischen Vorgehens, das Ringen um ein gemeinsames Konzept oder Vereinbarungen "Runder Tische" gehören in einer demokratischen Gesellschaft an die interessierte Öffentlichkeit.

    Zu den erfreulichsten Entwicklungen gehört zweifellos, dass Universitäten und Hochschulen, die in der Regel "zeitversetzt" auf aktuelle Probleme reagieren, in der Frage der Sicherung und Zugänglichkeit der historischen Filmbestände zur Zeit das Tempo bestimmen. Auf unserer Tagung "Die Rettung des Filmerbes und die Fachwissenschaften" stellen sich drei neue Studiengänge vor, die in Theorie und Praxis die film- und medienhistorischen Perspektiven, die wissenschaftlichen, personellen und technischen Anforderungen an Archive und Museen im Umbruch zum digitalen Zeitalter ausloten wollen - nicht zuletzt, um einen problembewussten Nachwuchs auszubilden und das bestehende Fachwissen zu vertiefen - und dies nicht morgen, sondern jetzt!


    [2015/10/09]

    Wer ist zuständig für die Sicherung des Filmerbes?

    9. Oktober 2015: Viertes kulturpolitisches Spitzengespräch verweist auf die Staats- und Senatskanzleien der Länder

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters traf Anfang Oktober 2015 im Bundeskanzleramt in Berlin zum vierten kulturpolitischen Spitzengespräch mit den Kulturministerinnen und -ministern der Länder, den kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Gästen zusammen. Besprochen wurden auch die weiteren Schritte hin zu einer Bund-Länder-Initiative zur Sicherung des nationalen Filmerbes.

    Frau Grütters betonte „die Bedeutung des Erhalts und der Zugänglichmachung des nationalen Filmerbes als gesamtstaatliche Aufgabe, die gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern und Filmwirtschaft erfordere. Die Zuständigkeit zur Sicherung des Filmerbes liegt bei den Ländern regelmäßig nicht bei den Kulturministerien, sondern den Staats- und Senatskanzleien. Gleichwohl wurde auch im Gespräch mit den Kulturministern und -ministerinnen der Länder die große kulturelle Bedeutung des filmischen Erbes betont.“

    Das nächste Spitzengespräch wird erst wieder im Juni 2016 in Berlin stattfinden. (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Pressemitteilung 353/2015)


    Vollständiger Text der Pressemitteilung

    [2015/10/06]

    Für ein deutliches Engagement des Bundes bei der Sicherung des Filmerbes

    1. 10. 2015. – Tabea Rößner, Sprecherin für Filmpolitik der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zu den Haushaltsberatungen im Bereich Filmförderung:

    „Es ist höchste Zeit, die Weichen für eine nachhaltige Neuordnung der Filmförderung zu stellen. Ich kämpfe für eine wesentliche Stärkung der kulturellen und der wirtschaftlichen Förderung im Haushalt der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) und für ein deutliches Engagement des Bundes bei der Sicherung des Filmerbes. Deshalb habe ich für die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei den gestrigen Haushaltsverhandlungen im Ausschuss für Kultur und Medien beantragt, in diesen drei Bereichen die notwendigen Mittel bereitzustellen.“

    Die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat beantragt, so Tabea Rößner weiter, „die Digitalisierung des Filmerbes im Haushalt 2016 mit 5 Millionen Euro zu bedenken, die hier – unabhängig der Höhe der Beteiligung von Filmbranche und Ländern – gut angelegt sind. Angesichts der im Sommer veröffentlichten Kostenabschätzung von knapp 500 Millionen Euro sollte der Bund mit einer Investition in die Zukunft der deutschen Filmgeschichte vorangehen!“


    Hier geht es zum vollständigen Text!

    [2015/09/09]

    Das BKM drückt sich um Antworten

    10. 9. 2015: Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zum Haushaltsentwurf 2016 der Bundesregierung, Bereich Filmerbe

    „Für das Filmerbe hat im Sommer sogar Grütters‘ Vorgänger und Parteikollege Bernd Neumann – Staatsminister a.D. und Präsident der Filmförderungsanstalt – größeres Engagement angemahnt. Dabei blieben seine Forderungen ohnehin bescheiden, denn eine Sicherung der Filmgeschichte in ihrer ganzen Vielfalt schloss er angesichts der Unterfinanzierung bereits aus. Auf unsere Schriftliche Frage, welche Summe die Bundesregierung als Beitrag des Bundes für die Digitalisierung der Filmgeschichte für angemessen hält, drückt sich die BKM um eine Antwort und vertröstet auf eine noch ausstehende gemeinsame Strategie mit Ländern und Filmbranche. Die ist aber überfällig. Denn seit Jahren sind die Mittel (jährlich eine Million Euro) viel zu gering.

    Umso merkwürdiger ist es, dass im Haushaltsentwurf für das Filmerbe nun noch weniger, nämlich null Euro, eingestellt ist. Auch wenn die Bundesregierung noch nachjustiert: Es zeigt, wie wenig sich Grütters in diesem Bereich festlegen will. Ihrer Rolle als Kulturstaatsministerin wird sie so nicht gerecht.“


    Zum vollständigen Text

    [2015/09/09]

    Ein starkes Signal – bloß nicht für die Filmarchive

    9.9.2015: Rede der Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Ersten Lesung des Bundeshaushalts 2016

    In ihrer Rede im Deutschen Bundestag führt Kulturstaatsministerin Monika Grütters u.a. aus: „1,28 Milliarden Euro sieht der Haushaltsentwurf der Bundesregierung im Jahr 2016 für Kulturausgaben vor. Das sind 56 Millionen Euro mehr als im Regierungsentwurf des Vorjahres. Ein starkes kulturpolitisches Signal.“ Die Unterfinanzierung der Filmarchive und die Diskussion um die Sicherung des Filmerbes erwähnt sie aber nicht. Sie begründet auch nicht, warum in diesem Entwurf bisher keine neuen Mittel zur Digitalisierung des Filmerbes vorgesehen sind. Noch 2014 und 2015 hatte sie jeweils eine Million Euro unter dem Titel 683 23-187 bereitgestellt, die anteilig an die Deutsche Kinemathek, das Deutsche Filminstitut–DIF, die Murnau-Stiftung sowie die DEFA-Stiftung verteilt wurden.


    Rede der Kulturstaatsministerin anlässlich der Ersten Lesung des Bundeshalts 2016

    [2015/09/02]

    Verstärkung für unsere Initiative

    2.9.2015. Neues Internet-Blog zum Thema Filmerbe

    Helmut Herbst, Mitbegründer unserer Initiative "Filmerbe in Gefahr", und Daniel Kothenschulte, Filmkritiker und Erstunterzeichner unserer Petition, haben unter dem Namen "kinematheken.info" ein neue Website ins Leben gerufen. Erklärtermaßen wollen die Kollegen dazu beitragen, "einen dringend gebotenen Paradigmenwechsel in der deutschen Archiv-Politik" herbeizuführen. Nicht zuletzt mit Beiträgen zu technischen Fragen und Problemlösungen im Kontext der digitalen Revolution wird die neue Publikation eine willkommene Ergänzung unserer Bestrebungen sein.
    Zum kinematheken.info geht es hier

    [2015/08/24]

    Zukunftfähig in 4K

    22.8.2015. Filmemacher Wim Wenders in der Sendereihe zur Digitalisierung von Deutschlandradio Kultur

    Der Filmemacher Wim Wenders berichtet über die digitale Restaurierung seiner Filme in Eigenregie. Durch die 4K-Digitalisierung würden sie jetzt aussehen wie in der ersten Festivalkopie: „Mit diesen neuen digitalen Mastern sind sie zukunftsfähig und können auch noch in 20 oder 50 Jahren gesehen werden.“


    Hier geht es zur Audio-Datei des Interviews und den übrigen Beiträgen dieser Sendereihe br>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 22. August 2015

    [2015/08/23]

    Digitalisierung: Kein Allheilmittel zur Sicherung des Filmerbes

    21.8.2015. Der Historiker Dirk Alt im Deutschlandradio Kultur

    Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur unterscheidet der Historiker Dirk Alt zwischen der Filmsicherung in den Archiven und dem Zugang zum Filmerbe. Gegenwärtig sei die Digitalisierung noch kein Allheilmittel zur Sicherung des Filmerbes: „Zur langfristigen Aufbewahrung eignet sich die Digitalisierung deswegen nicht, weil wir bis heute kein tragfähiges Modell zur Datenarchivierung auf lange Zeit haben, und selbst wenn wir es hätten oder ein solches Modell in Aussicht wäre, dann müsste es sich erst in der Praxis bewähren und kritisch geprüft werden, bevor man einem solchen System einen Schatz wie das deutsche Filmerbe überhaupt anvertrauen könnte.“

    Die einzige Möglichkeit, um heute Filme langfristig zu sichern, sei deren Aufbewahrung als „physische Kopie“ auf Polyesterfilm. „Polyesterfilm hat unter normalen Bedingungen eine garantierte Lebenserwartung von 300 Jahren, unter Archivbedingungen, also klimatisiert, erhöht sich diese Lebensdauer auf 500 bis 1000 Jahre.“

    Wenn man aber die Bereiche Sicherung und Zugang mittels der Digitalisierung verklammern möchte, „dann müsste man so verfahren, dass man die Originalfilme höchstauflösend digitalisiert und diese Digitalisate wiederum auf Polyesterfilm ausbelichtet. Das ist dann die Archivkopie.“ Mit den Datensätzen könnte man dann gefahrlos experimentieren und die digitale Archivierung erproben. Außerdem stehe immer noch das Ausgangsmaterial zur Verfügung.

    Alt kritisiert den Vorschlag der pwc-Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmerbes, Filme nach erfolgter Digitalisierung zu entsorgen. „Da würde mich wirklich interessieren, wessen Einflüsterungen die Gutachter da gehorcht haben, weil das meiner Meinung nach nicht nur mit Leichtsinn zu erklären sein, sondern das kommt im Grunde schon einem Anschlag auf das Filmerbe gleich.“


    Hier geht es zur Audio-Datei des Interviews und den übrigen Beiträgen dieser Sendereihe br>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 21. August 2015

    [2015/08/22]

    Plädoyer für die Sicherung auf 35mm

    20.8.2015. Deutschlandradio Kultur: Thomas Heise, Regisseur und Unterzeichner der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ im Interview

    Thomas Heise plädiert für die Sicherung seiner Filme auf 35mm-Filmmaterial. Er berichtet über einen Film, den er 1987/88 am Deutschen Theater anlässlich der Inszenierung von „Lohndrücker“ durch Heiner Müller drehte. „Das ist ein Halbstunden-Film auf VHS-Material, und wenn das Material 10, 12 Jahre alt, dann wird es langsam schlecht. Und dieses Material von 1987/88 haben wir etwa 2003 zusammen mit dem Brecht-Zentrum in Berlin sozusagen eindigitalisiert und haben daraus einen Film gemacht, der auch auf dem Festival in Leipzig lief, aber als digitale Kopie. Dann habe ich gedacht: Man muss das jetzt doch auf 35mm machen und dann liegt es auch im Archiv für die nächsten 250, 300, 400 Jahre. Da kann man es bei guter Lagerung einfach erhalten.“ Das 35mm-Material (Negativ und Kopie) wird heute im Filmmuseum Wien aufbewahrt. Heise würde auch gerne seine bereits digital gedrehten Filme analog sichern, leider gäbe es dafür aber keine Finanzierung.


    Hier geht es zur Audio-Datei des Interviews und den übrigen Beiträgen dieser Sendereihe br>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 20. August 2015

    [2015/08/20]

    „Prioritäten setzen“

    19.8.2015. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek, im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur

    Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek, begrüßt das in der pwc-Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmerbes vorgeschlagene Drei-Säulen-Modell, das eine gleichberechtigte Digitalisierung nach drei Kriterien – Auswertung durch die Filmwirtschaft, konservatorische Sicherung, kuratorischer Bedarf – vorschlägt. Dieses „Drei-Säulen-Modell“ gehe auf einen Beschluss des Kinematheksverbundes von 2014 zurück.

    Zur Frage der Auswahl verweist Rother auf das Vorbild Frankreich, wo ein Gremium, in dem u.a. die Filmwirtschaft und die Archive und Kinematheken vertreten sind, entscheidet, welche Filme vorrangig digitalisiert werden sollen. Mit dem von PricewaterhouseCoopers vorgeschlagenen Programm – auf zehn Jahre verteilt 100 Millionen Euro – werde man „nicht alles digitalisieren können, aber man kann Prioritäten setzen, man kann Entscheidungen treffen und man kann auch die ganze Filmegeschichte, wenn auch nur in einem Teil, prioritär abbilden.“ Nach zehn Jahren, so Rother, sei eine Evaluierung vorgesehen, um zu überprüfen, ob dieses Budget ausreicht oder ob es erhöht werden muss.

    Dem Vorschlag des pwc-Gutachtens, die analogen Filmmaterialien nach der Digitalisierung zu kassieren, erteilt er eine klare Absage; das sei „Vandalismus“. Der Kinematheksverbund habe immer gefordert, die Sicherung des analogen Filmes müsse eine „Zukunftsaufgabe“ bleiben.

    In Bezug auf die Umsetzung des Programms mahnt Rother dringenden Handlungsbedarf an. Ohne eine langfristige Digitalisierungs-Perspektive drohen die jetzt noch in Deutschland vorhandenen filmtechnischen Kapazitäten und das entsprechende Know-How verloren zu gehen. Es sei zudem notwendig, die Digitalisierungsgelder fest im Bundeshaushalt zu verankern. Wichtig sei auch ein Zeitpunkt, an dem das Programm beginnen kann: „Je früher, desto besser, weil sich dann alle auch darauf vorbereiten können. Es bedarf bestimmter Vorarbeiten. Man muss sich über die Priorisierung Gedanken machen, wie könnte ein solches Gremium zusammengesetzt sein, wie ist eine Kontrolle zu gewährleisten, ob das Material dann auch entsprechend digitalisiert wurde, das ist eher in den Archiven intern zu realisieren, und das bedarf schon eines gewissen Vorlaufes, das geht nicht von heute auf morgen.“


    Hier geht es zur Audio-Datei des Interviews und den übrigen Beiträgen dieser Sendereihe br>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 19. August 2015

    [2015/08/19]

    „Wir werden nie alles digitalisieren können“

    18.8.2015. Bernd Neumann, Chef der Filmförderungsanstalt (FAA), im Gespräch mit Britta Bürger von Deutschlandradio Kultur

    Bernd Neumann, Chef der Filmförderungsanstalt (FAA), bewertet die pwc-Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmerbes als „realistisch“: Das Gutachten hatte vorgeschlagen, dass Bund, Länder und FAA für die nächsten 10 Jahre jeweils 10 Millionen Euro Digitalisierungsgelder aufbringen. „Prinzipiell besteht das Gutachten nicht aus neuen Überlegungen, sondern wir haben endlich mal eine Gesamtzusammenzustellung der Daten, dessen, was notwendig ist, was auch erforderlich wäre, wenn man alles digitalisieren würde, was nie der Fall sein wird.“

    Neumann stellt im Rahmen der anstehenden Novellierung des Filmfördergesetzes eine Erhöhung der Digitalisierungsförderung durch die FAA in Aussicht. Er ist allerdings pessimistisch, ob sich alle Bundesländer an der Digitalisierung des Filmerbes beteiligen werden. Auch Teile der Filmwirtschaft müssten noch überzeugt werden, sich an Kosten der Digitalisierung zu beteiligen.

    Allerdings sei die vom pwc-Gutachten errechnete Summe von 473 Millionen Euro für die Digitalisierung des gesamten Filmerbes nicht aufzubringen. „Es ist illusorisch zu meinen, in absehbarerer Zeit könne diese Summe aufgebracht werden. [...] Es ist deshalb besonders wichtig, für die verschiedenen Bereiche, die typischen, in jeder Weise, nicht nur nach Qualität, sondern auch nach gesellschaftlicher Bedeutung herausgehobenen Filme zu sortieren und mit ihnen die Digitalisierung zu beginnen. Sie werden es kaum erreichen, dass sie nun alle Filme, die es jemals gegeben hat [...] digitalisieren.“

    Die Auswahl der zu digitalisierenden Filme sollte breit gestreut sein: „Wir wollen ja nicht nur die Spitzenfilme haben, sondern da sollten auch gute Dokumentarfilme dabei sein, es sollten Kinderfilme dabei sein, es soll sich bei der Darstellung des Filmerbes die filmische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland widerspiegeln.“

    Dem Vorschlag des pwc-Gutachtens, nach erfolgter Digitalisierung aus Kostengründen nur noch eine sehr selektive analoge Archivierung vorzunehmen, erteilte Neumann eine klare Absage: „Dass man, um Platz schaffen, bestimmte Filme praktisch vernichtet, finde ich nicht OK. Das Ziel als solches sollte es schon sein – selbst wenn wir nicht in der Lage sind, von heute auf morgen alles zu digitalisieren – das Filmerbe als solches möglichst zu erhalten.“


    Hier geht es zur Audio-Datei des Interviews und den übrigen Beiträgen dieser Sendereihe br>Deutschlandradio Kultur, Fazit, 18. August 2015

    [2015/08/03]

    Kommentar der Initiative "Filmerbe in Gefahr"

    ...zur Ankündigung von Björn Böhning, Chef der Berliner Senatskanzlei, als erstes Bundesland eigenständige Mittel zur Sicherung des Filmerbes bereitzustellen (22.7.2015), der Veröffentlichung des Gutachten zur „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“ durch die Filmförderungsanstalt und zur Erklärung der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (29.7.2015).

    3.8.2015. – In die Bemühungen, unser filmisches Erbe für das digitale Zeitalter zu sichern, ist Bewegung gekommen. Die Zeit der Lippenbekenntnisse scheint vorbei, es liegt eine Zahl auf dem Tisch: 10 Mio. Euro über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren seien allein für die Digitalisierung ausgewählter Filme erforderlich – so das Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers. Das ist eine seriöse, sozusagen seriös geschätzte Zahl. Das Gutachten hat die von der Kanzlerin beauftragte Staatsministerin für Kultur und Medien angeregt und wurde von der Filmförderungsanstalt (FFA) in Auftrag gegeben. Es bildet, wie Monika Grütters sagt, "eine hilfreiche Diskussionsgrundlage". Und die Zahl 10 Mio. bildet einen Richtwert, mit dem sich arbeiten lässt. Sie ist eine Mindestgröße, die mit dem Fortschreiten der Arbeit genauer (und gewiss nicht kleiner) werden wird.

    Doch es wird nicht nur über Geld gesprochen. Von einem "Schatz kulturhistorischer Zeitzeugnisse" ist jetzt die Rede, nicht mehr allein von den Spitzenleistungen des deutschen Films und den kommerziellen Erfolgen. Erstmals wird von höchster Stelle der Dokumentarfilm genannt, in dem sich ja auch unsere Kultur- und Gesellschaftsgeschichte, Politik und Alltag ablagern, unser historisches Gedächtnis aufbewahrt ist. Für die Sicherung dieses Kulturgutes tragen Bund, Länder und die Filmbranche "eine gemeinsame Verantwortung", so die Ministerin. Sie ruft zu einer "konzertierten Aktion" auf, die nicht nur der finanziellen Herausforderung, sondern auch den strategischen Aufgaben gerecht werden muss. Gemeint sind damit: Organisationsstrukturen, eine sinnvolle Mittelverteilung, konzeptionelles Denken – und ein Denken in kooperativen Strukturen.

    Ein gutes Beispiel für dieses kooperative Denken liefert jetzt das Land Berlin, das – so eine Ankündigung des Chefs der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning – als erstes Bundesland eigenständige Mittel zur Sicherung des Filmerbes bereitstellen will, für 2016 und 2017 jeweils 250.000 Euro. Ein entschlossenes politisches Signal dafür, dass die konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Branche gelingen kann, gelingen muss. Aber Böhning verweist auch auf offene Fragen: „Wohin genau soll das Geld für dieses Erbe fließen; auf welche Art und Weise soll das Geld fließen; wie ist die Struktur der Prioritätensetzung – also wer entscheidet, was wann wo gerettet wird?“

    Damit ist eine konzertierte Aktion der Filmarchive gefragt. Sie sind jetzt gefordert, gemeinsame Konzepte und Strategien zu entwickeln, einen gemeinsamen Zeitplan aufzustellen, gemeinsame Prioritäten zu setzen und an die großen personellen, administrativen und technischen Aufgaben gemeinsam heranzugehen. Allein die Sachlogik drängt die Kinematheken und ihren Verbund in die Rolle der Avantgarde: Wo wären die erforderlichen Fachkenntnisse, das historische Wissen, das technische Know-how versammelt, wenn nicht hier? Nur: die Archive müssen diese Rolle auch akzeptieren! Schon heute stehen sie, bedingt durch die technischen Umbrüche, vor der Aufgabe, ihre Institute personell erheblich zu erweitern und grundlegend umzubauen – eine Aufgabe, die ohne entsprechende finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder nicht zu lösen sein wird.

    Zusätzliche, bisher nicht berücksichtigte Kosten werden hinzukommen. Obwohl die Digitalisierung einen Schwerpunkt bildet, sind die langfristige Aufbewahrung und Pflege analogen Filmmaterials auf dem jeweils verfügbaren besten Material unumgänglich. Es gilt, den Bestand anderer, nicht im Kinematheksverbund zusammengefasster, auch kleinerer, teilweise privater Archive zu berücksichtigen. Die Erhaltung unseres Filmerbes benötigt die kontinuierliche und dauerhaft gesicherte Arbeit an einem Bestandskatalog. Und schließlich: Unsere Filmgeschichte muss – nach Klärung der Rechtsfragen im Einzelfall – in einem viel größeren, internationalen Maßstäben entsprechenden Umfang im Internet jedermann zugänglich gemacht werden.

    Klaus Kreimeier, Jeanpaul Goergen


    [2015/07/30]

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordert Fahrplan für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes

    29.7.2015. Das pwc-Gutachten zur Kostenabschätzung der digitalen Sicherung des filmischen Erbes sei eine „hilfreiche Diskussionsgrundlage“

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters kommentierte die Veröffentlichung des pwc-Gutachtens zur Zukunft des Filmerbes durch die Filmförderungsanstalt (FFA):

    „Die Sicherung und Digitalisierung unseres großartigen filmischen Erbes, das zur kulturellen Identität Deutschlands gehört, ist eine große strategische und finanzielle Herausforderung für Bund, Länder und die Filmbranche. Große Teile des nationalen Filmerbes werden dauerhaft und unwiederbringlich von der Leinwand verschwinden, wenn in diesem Bereich nicht in einer konzertierten Aktion gehandelt wird. Diese kulturpolitische Herausforderung gilt es jetzt gemeinsam zu meistern.

    Seit der Erfindung des bewegten Bildes vor über 100 Jahren stellt der Kinofilm ein unersetzliches Gedächtnis aller Facetten unserer Kultur und Geschichte dar. Von den großen filmischen Fiktionen bis zum Dokumentarfilm verfügen wir über einen Schatz kulturhistorischer Zeitzeugnisse. Filme, die gegenwärtig nur auf analogem Filmmaterial vorhanden sind, geraten aber immer mehr in Vergessenheit und verschwinden in unserer digitalen Mediengesellschaft zunehmend von der Kinoleinwand. Dies sollten wir nicht zulassen.

    Die Filmarchive tun bereits jetzt ihr Möglichstes, um Filmrollen sicher zu lagern und ihre Inhalte auf analogem wie digitalen Wege zugänglich zu halten. Sowohl aus Mitteln meines Kulturetats wie auch aus solchen der Filmförderungsanstalt (FFA) wurden seit 2012 mehrere Millionen Euro in die Digitalisierung investiert, so auch im laufenden Jahr 2015 eine Million Euro des Bundes. Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und des enormen archivarischen Aufwands kann dies aber nur ein erster Schritt sein.

    Es ist wichtig, dass der Verwaltungsrat der FFA am 10. Juni 2015 seine Bereitschaft erklärt hat, im Rahmen einer Gemeinschaftsfinanzierung mit Bund und Ländern seinen Beitrag zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erbringen. Bund, Länder und die Branche tragen hier in der Tat eine gemeinsame Verantwortung.

    Ich habe daher den Regierungschefinnen und -chefs der Länder vorgeschlagen, einen nachhaltigen Fahrplan für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu erarbeiten, der auf den konzeptionellen Vorarbeiten des Kinematheksverbundes aufbauen sollte. Hierzu muss auch ein Plan zur gemeinsamen Finanzierung dieser großen Herausforderung gehören. Das PwC-Gutachten ist dafür eine hilfreiche Diskussionsgrundlage.“


    Vollständiger Text der Pressemitteilung 274 vom 29.7.2015

    [2015/07/29]

    Gutachten zur „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“

    29.7.2015: FFA veröffentlicht zusammenfassende Darstellung

    Im Auftrag der Filmförderungsanstalt (FFA) hat die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (pwc) ein Gutachten erstellt, das die Kosten zur digitalen Sicherung des Filmerbes abschätzen soll.

    Die auf den 20. Juli 2015 datierte Studie, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kinematheksverbund und Vertretern der technischen Dienstleister entstand, wurde nun von der FFA auf ihrer Website in einer zusammenfassenden Darstellung veröffentlicht.


    Die pwc-Studie kann hier heruntergeladen werden

    [2015/07/24]

    Kulturetat 2016: Kein Euro für die Digitalisierung des Filmerbes?

    Initiative „Filmerbe in Gefahr“ fordert 5 Millionen Euro für den Haushalt 2016

    Die Kabinettsvorlage der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zum Bundeshaushalt 2016 sieht eine Steigerung um ca. 60 Millionen Euro und damit um rund 5 Prozent vor. In diesem Entwurf sind jedoch bisher keine neuen Mittel zur Digitalisierung des Filmerbes vorgesehen. Noch 2014 und 2015 hatte die BKM jeweils eine Million Euro unter dem Titel 683 23-187 bereitgestellt, die anteilig an die Deutsche Kinemathek, das Deutsche Filminstitut–DIF, die Murnau-Stiftung sowie die DEFA-Stiftung verteilt wurden.

    Erst Mitte Juni hat der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA) „dringenden Handlungsbedarf“ bei der Sicherung des filmischen Erbes angemahnt. Ein im Auftrag der FFA erstelltes Gutachten schlägt vor, die Digitalisierung ausgewählter Filme durch Bund und Länder gemeinsam mit einem jährlichen Mindestvolumen von 10 Millionen Euro zu finanzieren.

    Am 20. Juli d.J. hat der Künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek und Vorsitzende des Kinematheksverbunds, Rainer Rother, abermals darauf hingewiesen, dass die filmarchivarischen Einrichtungen in Deutschland mit ihren finanziellen Mitteln „bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und auch darüber hinaus gefordert“ seien.

    Im Vorgriff auf eine Bund-Länder-Vereinbarung hat nun Berlin als erstes Land beschlossen, für den Doppelhaushalt 2016/2017 vorsorglich entsprechende Mittel beim Medienboard Berlin-Brandenburg anzusetzen.

    Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ fordert die Staatsministerin für Kultur und Medien auf, vorbehaltlich einer entsprechenden Bund-Länder-Einigung bereits für den Haushalt 2016 fünf Millionen Euro zur Digitalisierung des Filmerbes einzusetzen. 

    Initiative "Filmerbe in Gefahr"
    Jeanpaul Goergen - Klaus Kreimeier


    [2015/07/24]

    Politisches Signal

    Als erstes Bundesland trifft Berlin Vorsorge für die Sicherung des Filmerbes

    Björn Böhning, den Chef der Berliner Senatskanzlei, bestätigte am 24. Juli im Gespräch mit der Berliner Zeitung, dass Berlin als erstes Bundesland eigenständige Mittel zur Sicherung des Filmerbes bereitstellen will. Für 2016 und 2017 sind jeweils 250 000 Euro vorgesehen. Dies hatte bereits am 22. Juli der Branchendienst Blickpunkt: Film gemeldet. Die Maßnahme versteht Böhning auch als politisches Signal: „Das machen wir, weil wir diesbezüglich ein klares Zeichen an die anderen Länder, aber auch an den Bund setzen wollen.“

    Der Erhalt des Filmerbes sichere zudem die hierzu erforderliche technische Infrastruktur wie Kopierwerke sowie die entsprechenden Arbeitsplätze. „Die Rettung des Filmerbes muss hierzulande dauerhaft und ausreichend finanziell gesichert werden.“

    Böhning findet es sehr schade, „dass im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2016 keine festen Gelder für die Sicherung des Filmerbes verzeichnet sind. Immerhin sind die Länder bereit, da in den Dialog zu treten.“ Er verweist aber auch offene Fragen, die kurzfristig geklärt werden sollten: „Wohin genau soll das Geld für dieses Erbe fließen; auf welche Art und Weise soll das Geld fließen; wie ist die Struktur der Prioritätensetzung – also wer entscheidet, was wann wo gerettet wird?“ (Berliner Zeitung, 24.7.2015)


    Das vollständige Gespräch hier.

    [2015/07/22]

    Berlin hält Mittel zur Sicherung des Filmerbes bereit

    Notfalls auch eigenständige Maßnahmen zur Sicherung des Filmerbes

    Im Berliner Doppelhaushalt 2016/2017 sollen die Mittel für das Medienboard Berlin-Brandenburg um insgesamt drei Millionen Euro aufgestockt werden. Darin enthalten ist auch ein Posten zur Sicherung des Filmerbes. Damit treffe Berlin, so Björn Böhning, Chef der Berliner Senatskanzlei, als „erstes Land konkrete Vorsorge für das Thema Filmerbe und für eine etwaige Bund-Länder-Vereinbarung zu dessen Sicherung.“

    Wie der Branchendienst Blickpunkt:Film meldet, würde Berlin, sollte diese Vereinbarung nicht zeitnah möglich sein, auch eigenständige Maßnahmen zur Sicherung des Filmerbes ergreifen. Böhning beruft sich auf ein kürzlich von der Filmförderungsanstalt (FAA) veröffentlichtes Gutachten, das einen jährlichen, von Bund und Ländern gemeinsam aufzubringenden Betrag von zehn Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes fordert. Die FAA hatte in einem Alarmruf „dringenden Handlungsbedarf“ bei der Digitalisierung des filmischen Erbes angemahnt.

    Der Doppelhaushalt 2016/2017 muss noch im Dezember vom Berliner Parlament bewilligt werden. (Nach Blickpunkt:Film, 21.7.2015)


    https://www.mediabiz.de/film/news/mittelerhoehung-fuer-das-medienboard/397212

    [2015/07/22]

    Bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit

    Kinemathek-Chef Rother beklagt die unzureichende finanzielle Ausstattung der Filmarchive

    Im Gespräch mit Anke Westphal von der Berliner Zeitung beklagt Rainer Rother, künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek und Vorsitzender des Kinematheksverbunds, dass die filmarchivarischen Einrichtungen in Deutschland mit ihren finanziellen Mitteln „bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und auch darüber hinaus gefordert“ seien. Die fehlenden Mittel zur Bewahrung des filmischen Erbes gefährdeten damit auch die wirtschaftliche Existenz der filmtechnischen Betriebe.

    Rother fordert daher für die Filmerbe-Institutionen ein ausreichend hohes Budget, langfristige Planungssicherheit sowie „feste – und größere – Haushaltsposten für die Digitalisierung des Filmerbes.“ Er begrüßt die Empfehlung des im Auftrag der Filmförderungsanstalt erstellten Gutachtens, jährlich mindestens zehn Millionen Euro Digitalisierungsgelder bereitzustellen. „Das ist ein Beginn; dieses Programm, das wir uns wünschen, würde in seinen Konditionen, die ja wesentlich den Empfehlungen des Kinematheksverbundes folgen, abdecken, was Filmgeschichte eigentlich bedeutet.“

    Digitalisiert werden sollten Filme aller Gattungen und Genres aus allen Perioden der Filmgeschichte – sowohl Filme, die aus konservatorischer Sicht digital gesichert werden müssen, als auch solche, die von Kuratoren etwa für Aufführungen und Ausstellungen nachgefragt werden, sowie Filme, die sich weiterhin wirtschaftlich auswerten lassen. (Berliner Zeitung, 20.7.2015)


    Das vollständige Gespräch hier.

    [2015/07/06]

    Kulturetat 2016: 60 Millionen Euro zusätzlich – aber nicht für das Filmerbe?

    Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2016 sieht eine Steigerung des Etats der Staatsministerin für Kultur und Medien um ca. 60 Millionen Euro und damit um rund 5 Prozent vor. Der Haushaltsentwurf steht aber noch unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens.

    In einer Pressemitteilung vom 1. Juli 2015 begrüßte die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters ihren Entwurf bereits als „großartiges Signal für die Kultur in Deutschland“. Der Film und die das Filmerbe bewahrenden Archive werden in der Mitteilung allerdings nicht erwähnt.


    Pressemitteilung 243 vom 1. Juli 2015

    [2015/06/21]

    Stellungnahme der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ zum Abschluss des Petitionsverfahrens

    Die Stellungnahme ist am 21. Juni 2015 erschienen und kann hier gelesen werden.
    PDF der Stellungnahme

    [2015/06/17]

    Dringender Handlungsbedarf bei der Digitalisierung des Filmerbes

    Alarmruf der Filmförderungsanstalt

    Der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA) sieht dringenden Handlungsbedarf der Branche und der öffentlichen Hand, um die Digitalisierung des filmischen Erbes schnellstmöglich voranzutreiben. Es drohe der unwiederbringliche Verlust von filmischen Originalmaterialien. Zudem seien technische und personelle Ressourcen bei den filmtechnischen Dienstleistern in Deutschland gefährdet.

    Der FFA-Verwaltungsrat stützt sich dabei auf ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), das für eine Digitalisierung ein jährliches Mindestvolumen von 10 Miollionen Euro über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahre ansetzt. Dem Gremiums lag zudem eine Analyse des Fraunhofer Instituts zur Initiierung eines einheitlichen digitalen europäischen Archivformates sowie das Konzept des Kinematheksverbundes zum Auswahlverfahren der zu sichernden Filme vor.

    Der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt appelliert deshalb an die Verantwortlichen von Bund und Ländern, bereits ab 2016 die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen. Die FAA sei bereit, im Rahmen einer Gemeinschaftsfinanzierung mit Bund und Ländern ihren Beitrag zu erbringen.

    FFA-Präsident und Staatsminister a. D. Prof. Dr. Bernd Neumann erklärt: „Die Digitalisierung des filmischen Erbes ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben der Gegenwart. Wenn wir die teilweise weit über 100 Jahre alten, historischen Werke deutschen Filmschaffens auch nachfolgenden Generationen zugänglich machen wollen, müssen wir handeln – und dies nicht morgen, sondern jetzt!“ (Nach einer Pressemitteilung der FFA, 16.6.2015)


    http://www.ffa.de/aid=1394.html?newspage=3&newsdetail=20150616-1393_filmisches-erbe-ffa-verwaltungsrat-sieht-dringenden-handlungsbedarf

    [2015/06/15]

    Neuer Master-Studiengang "Filmkulturerbe" in Potsdam

    Bewerbungsfrist 15. Juni bis 15. Juli 2015

    An der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam nimmt im Wintersemester 2015/16 der neue Masterstudiengang "Filmkulturerbe" seine Arbeit auf. Der Studiengang bietet ein "integrativ und interdisziplinär" angelegtes Curriculum in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam an.
    Allgemeine Informationen zum Lehrangebot

    [2015/05/22]

    Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017

    Stellungnahme des Verbands Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. (VTFF) (März 2015)

    In seiner Stellungnahme zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes weist der Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. (VTFF) darauf hin, dass die Qualität und Attraktivität eines Filmstandortes wesentlich auch von den technisch-kreativen Produktionsunternehmen abhängt. Mit mehr als 1.000 Unternehmen mit etwa 13.000 Mitarbeitern erwirtschafte dieser Wirtschaftszweig in Deutschland rund 1 Mrd. € Umsatz. Der Verband fordert daher eine stärkere Berücksichtigung der technisch-kreativen Produktionsunternehmen in Grundlage und Ausführung der Filmförderung.

    In Bezug auf die Digitalisierung des nationalen Filmerbes plädiert der VTFF für eine „zuverlässige Verstetigung ebenso wie für eine Erhöhung der Mittel. Mit etwa 5 % des FFA-Budgets für die kommenden fünf Jahre kann die Filmbranche einen angemessenen Beitrag zu einer umfangreichen Aufgabe leisten, für die eine kultur- und medienpolitische Lösung noch aussteht.“

    Neben der Erhöhung der Mittel wünscht der VTFF aber auch eine Beschleunigung der Digitalisierung. „Die Archivdigitalisierung muss umgehend in größerem Umfang vorgenommen werden, bevor die erforderliche technische Infrastruktur und die Kompetenzen rund um die Filmbearbeitung komplett abgebaut sind. Das zögerliche Vorgehen in Deutschland [...] bremst vor allem auch die technisch-kreativen Serviceunternehmen beim Erhalt oder gar der Entwicklung von Ressourcen, die für dieses spezielle Segment erforderlich sind. Wenn nicht bald eine konsequente Digitalisierung angeschoben wird, gehen – gerade bei der Restaurierung – Know-how und schlussendlich auch spezialisierte Arbeitsplätze bei den Filmdienstleistern in Deutschland verloren.“

    Der VTFF stellt fest, dass auf europäischer Ebene die deutschen Anbieter schon fast abgehängt seien und sich der Wachstumsmarkt vorwiegend im Ausland abspiele. „Es mag der Politik und der Branche nicht bewusst sein, dass man in diesem speziellen Segment mit oder ohne überschaubare, regelmäßige Mittel eine Marktstellung erarbeiten oder aber verlieren kann.“

    Schließlich verlangt der VTFF „eine zügige Entwicklung und Umsetzung eines Sicherungs- und Digitalisierungskonzeptes unter Einbeziehung der betroffenen kulturpolitischen und Brancheninstitutionen.“


    [2015/05/04]

    Verrotten lassen?

    Juliane Primus, B.Z., 3.5.2015

    Einem Bericht der B.Z. vom 3. Mai 2015 zufolge wurde die Anfang des Jahres von der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) bewilligte eine Million € für die Digitalisierung analoger Filmmaterialien bisher noch nicht ausgeschüttet. „Die erforderlichen Bewilligungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen“, so zitiert das Blatt einen Sprecher der BKM.

    Die Planungen für ein langfristige Förderung seien weiterhin in Arbeit: „Die Schätzung für den Finanzbedarf zum Erhalt des filmischen Erbes soll zeitnah vorgelegt werden.“


    http://www.bz-berlin.de/kultur/film/die-tragoedie-um-den-alten-deutschen-film

    [2015/05/02]

    Bericht über den europäischen Film im digitalen Zeitalter

    Europäisches Parlament fordert verstärkte Digitalisierung des Filmerbes

    Das Europäische Parlament hat am 28. April 2015 einen vom Ausschuss für Kultur und Bildung eingebrachten Bericht über den europäischen Film im digitalen Zeitalter verabschiedet. Damit will es den europäischen Film unterstützen und seine Förderung, seine Verbreitung und seinen Bekanntheitsgrad steigern, um allen Europäern die Möglichkeit zu geben, ihr kulturelles Erbe angemessen zu nutzen.

    Zum Thema „Archivierung und Digitalisierung“

  • fordert das Europäische Parlament die Mitgliedstaaten auf, "für die Digitalisierung von Filmkunstwerken zu sorgen und eine Pflichtabgabe für digitale Formate einzuführen oder ihre bestehenden Verfahren an solche Formate anzupassen und in diesem Rahmen für digitale Filme die Hinterlegung eines digitalen Standardmasterbandes vorzuschreiben“,
  • betont das Parlament, „dass audiovisuelle Archive – insbesondere von Einrichtungen für das Filmerbe und öffentlichen Rundfunkanstalten – von großer Bedeutung sind" und fordert die Mitgliedstaaten "eindringlich auf, eine angemessene Finanzierung und Regelungen für den Rechteerwerb sicherzustellen, damit sie ihren öffentlichen Auftrag leichter erfüllen können, wozu die Erhaltung, Digitalisierung und Verfügbarmachung des Filmerbes für die Öffentlichkeit gehört“,
  • verweist das Parlament auf „die wichtige Rolle der europäischen digitalen Bibliothek EUROPEANA als elektronisches Archiv des audiovisuellen Erbes Europas (in den Bereichen Film und Fernsehen).“
  • Ausgangspunkt der Überlegungen im Ausschuss für Kultur und Bildung war die Tatsache, dass unverändert bisher lediglich 1,5 % des europäischen Filmerbes digitalisiert wurden. Digitalisierung und Medienkonvergenz könnten aber „neue Chancen für Vertrieb und Förderung europäischer Filme über Grenzen hinweg sowie mehr Innovations- und Flexibilitätspotenzial eröffnen.“ Es müssten Mittel bereitgestellt werden, „mit denen das Filmerbe und das dazugehörige Material digitalisiert, erhalten und im Internet abrufbar“ gemacht wird. Auch seien „europäische Normen für den dauerhaften Erhalt digitaler Filme“ festzulegen.

    Das Europäische Parlament beauftragte seinen Präsidenten, die Entschließung dem Europäischen Rat und der Europäischen Kommission sowie den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten zu übermitteln.


    Berichts über den europäischen Film im digitalen Zeitalter – 2014/2148(INI) – vom 1. April 2015

    [2015/04/30]

    Orte des Kinos: Filmkunst und Filmerbe im Kino, im Netz oder im Museum?

    Diskussion am 9. Mai 2015 im Deutschen Filmmuseum

    Zur Debatte stehen mögliche zukünftige Kino-Orte, die Rolle des Kinos als Raum des gemeinsamen Filmerlebens, die zunehmende Verfügbarkeit von Filmen im Netz sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Fortleben von Filmerbe und Filmkunst. Unter anderem diskutieren Stefanie Schulte Strathaus, Ko-Direktorin des Arsenal-Institut für Film- und Videokunst in Berlin, sowie Natalie Gravenor, Mitgesellschafterin von EYZ Media und der Arthouse-on-Demand-Plattform realeyz.

    Ort: Frankfurt am Main, Kino im Deutschen Filmmuseum | Zeit: 18:30 Uhr


    http://deutsches-filminstitut.de/blog/kino-ein-ort-mit-zukunft/#4

    [2015/04/27]

    Digitale Verleihkopien über filmportal.de recherchierbar

    Seit Februar 2015 ist es über filmportal.de, der zentralen Internet-Plattform zum deutschen Film, möglich, die Verfügbarkeit von Filmtiteln auch nach der Kategorie „Verleih digital“ zu recherchieren. Bisher konnten nur analoge Verleihkopien, DVD/Blu-ray sowie online verfügbare Titel recherchiert werden.

    Einen Überblick über die derzeit auf DCP angebotenen deutschen Filme kann man sich in der Rubrik „Alle Filme von A-Z“ verschaffen.

    Mit Stand vom 27. April 2015 sind 1.739 auf DCP ausleihbare Filme gelistet. Setzt man den Beginn der Digitalisierung auf 2005 an, so wirft die Recherche für die Zeit davor 484 DCPs aus. Das Kaiserreich ist mit 23 Titeln vertreten; hier vor allem die vom Deutschen Filminstitut-DIF bearbeiteten Tonbilder. 65 Filme der Weimarer Zeit und 17 aus dem „Dritten Reich“ sind auf DCP verfügbar. Weitere Filtermöglichkeiten bietet diese Seite zur Zeit nicht an, so dass sich nicht aufschlüsseln lässt, wie viele Produktionen aus der Bundesrepublik bzw. der DDR digital ausleihbar sind.

    Insgesamt führt filmportal.de 84.848 Filme an.


    http://www.filmportal.de/movies

    Stand der Recherche: 27. April 2015.

    [2015/04/26]

    Internationales Kolloquium : „La mort des films“

    6. und 7. Mai 2015, Paris

    Dieses "Colloque international sur le caractère éphémère du support
    et de l'art filmiques" beschäftigt sich mit Problemen der Filmarchivierung und Filmrestaurierung, mit verschollenen Filmen, dem Mythos der „Endfassung“ eines Films, mit Filmprojekten und unvollendeten Filmen sowie mit der Rolle der Filminstitutionen und der Politik. Organisiert wird das Kolloquium von der französischen Gesellschaft Kinétraces.
    https://www.facebook.com/Kinetraces

    [2015/04/21]

    DDR-Amateurfilme digitalisiert

    Aus Museen und Archiven des Landes Brandenburg

    Erstmalig hat das Filmmuseum Potsdam Anfang 2015 Filme online gestellt. Auf dem Verbundportal „museum-digital“ sind zehn Filme des Amateurfilmzirkels Perleberg/Mellen und 36 des Amateurfilmstudios des Wohnungsbaukombinates (WBK Berlin) überwiegend in Ausschnitten zu sehen.

    Im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg seit 2013 geförderten Projekts „Regionale Bilder auf Filmen (1950-1990)“ erschließt, bearbeitet und digitalisiert das Filmmuseum Potsdam derzeit Amateurfilme aus der DDR, die sich in Museen und Archiven des Landes Brandenburgs befinden.

    - Zu den Filmen des Amateurfilmstudios WBK Berlin
    - Zu den Filmen des Amateurfilmzirkels Perleberg/Mellen

    Die 30 Filme aus dem Bestand des Stadtarchivs Perleberg zeigen den Alltag in der Prignitz, landwirtschaftliche Aktivitäten sowie Feste und Feiern. Das WBK-Studio dokumentiert in über 350 Filmen Neubauvorhaben in Ost-Berlin, Aspekte des industriellen Wohnungsbaus, Arbeitsschutz sowie politische Kundgebungen und Auslandsreisen. Die Filme belegen die ideologische Überformung der Alltags- und Arbeitswelt in der DDR, ermöglichen aber oft auch einen anderen Blick auf die DDR.


    http://www.filmmuseum-potsdam.de/de/350-3844.htm

    Nach einer undatierten Mitteilung, aufgerufen am 20.4.2015.

    [2015/04/11]

    500 Filme sind zu wenig!

    AG DOK mahnt andere Prioritäten im Umgang mit dem audiovisuellen Erbe an

    Die AG DOK weist darauf hin, dass die Sicherung des audiovisuellen Erbes für Dokumentarfilmschaffende eine ganz entscheidende Rolle spielt, seien „sie doch aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln davon betroffen: als Nutzer historischer Filmmaterialien, die sie für ihre Eigen-Produktionen nutzen, ebenso wie als Produzenten, die in ihrem Berufsleben oftmals selbst zeitgeschichtlich bedeutsame Aufnahmen erstellt haben.“

    Für die AG DOK reiche es daher nicht aus, nur die Filme der 500er-Liste der Filmförderungsanstalt (FFA) zu digitalisieren.

    Der Verband wird daher Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters ein Projekt vorschlagen, das auch die Sicherung zeitgeschichtlich bedeutsamer Filme aus kleineren Archiven, Nachlässen und Privatsammlungen anstrebt: „Es geht – vereinfacht gesagt – darum, bedrohtes Material dort abzuholen, wo es unter teilweise verheerenden Bedingungen auf Dachböden oder in Kellern gelagert ist. Denn einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme zufolge gibt es in Deutschland ungefähr 1000 verschiedene Orte, an denen filmhistorisch bedeutsame Archivalien aufbewahrt werden.“

    Bereits im Sommer 2014 hatte die AG DOK mit der spektakulären Rettung von mehr als 16000 Filmbüchsen aus dem Bestand eines früheren Berliner Kopierwerks auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Mit finanzieller Unterstützung der Verwertungsgesellschaften GÜFA und VG Bild-Kunst hat der Verband nun damit begonnen, diese Filme zu inventarisieren und in reguläre Archivbestände zu überführen.


    http://www.agdok.de/de_DE/news/207015/hpg_detail

    Nach einer undatierten Mitteilung, aufgerufen am 11.4.2015.

    [2015/04/01]

    „Teilweise entsprochen“

    Der Deutsche Bundestag hat das Petitionsverfahren „Filmerbe in Gefahr“ abgeschlossen

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition „Filmerbe in Gefahr“ (Petition 47385 – Filmwesen - Erhalt des filmischen Kulturgutes vom 26. November 2013) am 26. Februar 2015 abschließend beraten und das Petitionsverfahren abgeschlossen, weil dem Anliegen bereits „teilweise entsprochen“ wurde. Die „gesamtstaatliche Aufgabe der dauerhaften Erhaltung und Zugänglichmachung des Filmbestandes“ sei auf einem gutem Wege und werde weiter vorangetrieben.

    Auf der Grundlage einer Stellungnahme der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sieht der Petitionsausschuss „das Anliegen der Petition als berechtigt an und begrüßt es daher ausdrücklich, dass die Bundesregierung den Erhalt des Filmerbes als wichtiges Anliegen definiert.“

    Nach einer Auflistung der bereits unternommenen Schritte zum Erhalt des Filmerbes, insb. der rechtlichen Rahmenbedingungen und verschiedener Fördermaßnahmen heißt es abschließend, im Kinematheksverbund „seien bereits wichtige Weichenstellungen zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes vorgenommen [worden], um das umfangreiche Vorhaben der Digitalisierung des nationalen Filmerbes umzusetzen.“ (Pet 3-18-04-2262-001110)


    Hier kann die vollständige Begründung als pdf abgerufen werden.

    Der vollständige Text der Begründung des Petitionsausschusses liegt auch auf "Abschluss Petitionsverfahren" unter dem Reiter "Petition". In Kürze werden wir dort auch eine Stellungnahme veröffentlichen.

    [2015/03/29]

    Staatliche Gesamtaufgabe für Bund und Länder

    Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin: Auch die Fernsehsender sollten einen Beitrag leisten

    In seinem Vortrag „Wandel als Chance: Für eine filmische Industriepolitik“ anlässlich des Deutschen Produzententags 2015 am 5. Februar 2015 im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erklärte Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, u.a. zum Thema Filmerbe, die Sicherung und Zugänglichmachung des Filmerbes sei eine „staatliche Gesamtaufgabe für Bund und Länder“, bei der alle Länder mitziehen sollten. Aber auch die Fernsehsender, so Böhning weiter, sollten hierzu einen Beitrag leisten.

    Es gelte, die geförderten Filme „auch langfristig zu archivieren und insbesondere dem digitalen Nutzer zugänglich zu machen.“

    Im Rahmen des Filmförderungsgesetzes (FFG) könne hierzu „ein größerer Beitrag als bisher geleistet werden. Es muss aufhören, dass Bund und Länder beim Thema Filmerbe immer mit dem Finger auf den jeweils andren zeigen.“


    http://www.bjoern-boehning.de

    [2015/03/28]

    Kinopreis des Kinematheksverbundes eingestellt

    Mitteilung der Deutschen Kinemathek

    Die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Berlin, teilt auf ihrer Website mit, dass sie "bis auf Weiteres" den Kinopreis des Kinematheksverbundes nicht mehr vergeben kann und bedauert, dass "keine nachhaltige Finanzierung für den Kinopreis gefunden werden konnte".

    Mit dem seit 2000 bestehenden Kinopreis zeichnete der Kinematheksverbund alljährlich Kinos aus, die sich durch besondere Konzepte und engagierte Programmarbeit profilierten. In der undatierten Mitteilung heißt es weiter: "Die kommunalen Kinos waren und bleiben unverzichtbare Partner für die Vermittlung des Filmerbes."


    https://www.deutsche-kinemathek.de/de/aktuell/aktuell

    [2015/03/28]

    Neuer Master-Studiengang Filmkulturerbe

    Ab Wintersemester 2015/16 an der Filmuniversität Potsdam

    Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg plant die Filmuniversität Potsdam den Master-Studiengang Filmkulturerbe als „integrativ und interdisziplinär angelegter Studiengang". Er soll in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam und in Kooperation mit weiteren Institutionen aus dem Raum Berlin-Brandenburg durchgeführt werden. Der Studiengang "setzt sich mit dem internationalen audiovisuellen Erbe und hier insbesondere mit dem Film als zentralem Medium des 20. Jahrhunderts und als wichtiger Basis der heutigen digitalen Medienkultur auseinander.“

    Die Regelstudienzeit wird 4 Semester betragen und mit dem Grad Master of Arts (M.A.) abgeschlossen. In Kürze werden die Bewerbungsmodalitäten bekannt gegeben.


    http://www.filmuniversitaet.de/de/studium-bewerbung/master/filmkulturerbe.html

    [2015/03/27]

    Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017

    Stellungnahme des Bundesverbandes kommunaler Filmarbeit e.V. (2.3.2015)

    In seiner Stellungnahme bewertet der Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF) die Situation beim Erhalt des Filmerbes als „höchst unbefriedigend“. Hier müsse „finanziell deutlich aufgestockt und ein neues Konzept entwickelt werden. Private Archive müssen mit institutionellen Archiven koordiniert und internationale Standards entwickelt werden.“ Gleichzeitig warnt er davor, „diese Herausforderung alleine auf die Bundesarchivgesetznovellierung zu verlagern, dies muss auch weiterhin ein wichtiger Teil der Filmfördergesetznovellierung sein.“

    Als eines der wichtigsten Anliegen bezeichnet der Bundesverband kommunale Filmarbeit „die umfassende Digitalisierung des audiovisuellen Erbes.“ Die der Filmförderungsanstalt (FFA) jährlich zur Verfügung stehende eine Million € sei nicht einmal annähernd ausreichend. Auch fehle bislang ein schlüssiges Konzept zur Umsetzung.

    Kritik an der Fixierung auf die großen Archive

    „Die bisherige starke Fixierung auf die großen Institutionen wie Bundesarchiv, Murnau-Stiftung, Deutsches Filminstitut-DIF und DEFA-Stiftung übersieht, dass vor allem die west-deutsche Filmgeschichte auf verschiedenste Institutionen verstreut ist, teilweise in Privatbesitz. Ergo müssen zuerst die einzelnen Archivbestände erfasst, zweitens ein tragfähiges Konzept hinsichtlich der technischen und konservatorischen Standards erarbeitet und drittens ein Finanzierungsplan erstellt werden, der neben der BKM auch die Länder und die Filmbranche mit einbezieht zu einem nationalen Bündnis zur Rettung des audiovisuellen Erbes.“

    Auch Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme berücksichtigen

    Der Bundesverband kommunale Filmarbeit macht zudem darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, bei der Digitalisierung einen Proporz zwischen den Gattungen zu wahren und fordert, im Verwaltungsrat der FFA einen zusätzlichen Sitz für einen Vertreter des Kinematheksverbunds einzuräumen. „Wenn die Sicherung des Filmerbes zu den Kernaufgaben der FFA zählt, muss sich dies auch in der Präsenz im Verwaltungsrat niederschlagen. Diese Expertise wird angesichts der komplexen Prozesse in den nächsten Jahren dringend gebraucht.“

    Schließlich fordert der Bundesverband kommunale Filmarbeit, dass die Pflichthinterlegung von archivfähigem Material – wie bei der Pflichtexemplarregelung für Druckwerke - auf alle Filme, „die eine Auswertung im Kino erfahren“, ausgeweitet werden sollte.


    http://www.kommunale-kinos.de/?page_id=337

    [2015/03/27]

    Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017

    Stellungnahme des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. (2.3.2015)

    Der Verband der deutschen Filmkritik (VDFK), Berlin, betont in seiner Stellungnahme zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes auch die Nachhaltigkeit im Kino und fordert daher mehr analoge Abspielmöglichkeiten: „Die Einrichtung von sogenannten Hybridkinos mit 35mm- und 16mm-Projektoren über die Kinematheken hinaus ist daher zu fördern.“

    Zur Pflege des Filmerbes heißt e in der Stellungnahmes, dass im europäischen Vergleich „sowohl die Lage der Archive, der Zustand alter Kopien, wie auch die Zugänglichkeit älterer Filme desaströs“ sei. Daher sei die finanzielle Ausstattung der Archive und ihrer Etats für Restaurierungen „deutlich zu erhöhen“, denn „ein Kinoarchiv ist nicht weniger wichtig als eine Bibliothek oder ein Museum für bildende Kunst.“


    http://www.vdfk.de/news/view/183-stellungnahme-zur-novellierung-des-filmforderungsgesetzes-2017

    [2015/03/26]

    Novellierung des Filmförderungsgesetzes 2017

    Position der AG Kurzfilm zum FFG 2015 (März 2015)

    Die AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm, Dresden, begrüßt in ihrer Stellungnahme zur Novellierung des Filmförderungsgesetzes „die Erweiterung der Aufgaben der FFA unter § 2 mit Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung und der Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes“, fordert in diesem Zusammenhang aber, die in der „Richtlinie für die Förderung der Digitalisierung deutscher Filme“ festgeschriebene Beschränkung auf programmfüllende Filme aufzuheben.


    http://ag-kurzfilm.de/de/presse.html

    [2015/03/15]

    Unser Filmerbe braucht uns. Jetzt!

    "Das kulturelle Gedächtnis organisiert sich nicht von selbst"

    Das Sonderheft Unser Filmerbe braucht uns. Jetzt!, das die Zeitschrift Film & TV Kameramann gemeinsam mit der AG DOK im Februar 2015 publiziert hat, steht jetzt als pdf kostenlos bereit.

    Im Vorwort schreibt die AG DOK unter der Überschrift Das kulturelle Gedächtnis organisiert sich nicht von selbst!: "...Es ist erklärter Wille aller Bundestagsfraktionen, der Rettung des Filmerbes mehr Bedeutung zuzumessen. Allerdings ist bislang kaum etwas geschehen. Die Mittel reichen vorne und hinten nicht. Wir haben daher kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem – und das darf so nicht bleiben."

    Das Sonderheft enthält neben einem Glossar vier Beiträge von Helmut Herbst:
    • Wer hat Angst vorm Vinegar-Syndrome?
    • Unser Filmerbe ist in Gefahr
    • Zugang und Sicherung
    • Rettet das Filmerbe!

    http://shop.kameramann.de/downloads/sonderdruck-februar-2015-filmerbe

    [2015/03/11]

    "Neue Vertriebswege ermöglichen"

    Neustrukturierung des Lizenzgeschäftes der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

    Im Zuge der Neustrukturierung des Lizenzgeschäftes der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde die Abteilung Sales & Distribution geschaffen. Am 2. März 2015 übernahm Olaf Aichinger Aufbau und Leitung dieses neuen Bereichs: „Gerne möchte ich daran mitwirken, dass das deutsche kulturelle Filmerbe national als auch international der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Als Ansprechpartner für Interessenten aus dem In- und Ausland möchte ich neue Vertriebswege ermöglichen."


    http://www.murnau-stiftung.de/node/2878

    [2015/02/27]

    "Es betrifft uns ja alle"

    Regisseur Andreas Dresen über die Digitalisierung des Filmerbes

    In einem Gespräch mit Volker Behrens (Hamburger Abendblatt, 27.2.2015) berichtet Andreas Dresen auch von seiner Arbeit als Vorsitzender des Stiftungsrates der DEFA-Stiftung:

    „Es geht momentan in erster Linie um die Digitalisierung des Filmerbes. Die Stiftung kämpft darum, die Filme vorführbar zu erhalten. [...] Die alten Filme müssen ins neue Medium übertragen werden, was wahnsinnig viel Geld kostet. Es ist auch politisch eine Herkulesaufgabe. Sonst können wir alte Filme nur noch auf DVD ­gucken, was ziemlich bitter wäre.“

    Über die Digitalisierungsförderung für 2015 durch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Höhe von einer Million Euro:

    „Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Anfang. Auch die Filmemacher spüren: Es betrifft uns ja alle. Mein Film Nachtgestalten ist 15 Jahre alt. Der kann mittlerweile nicht mehr gezeigt werden, weil es davon nur 35-Millimeter-Kopien gibt. Je mehr Aufmerksamkeit in der Branche entsteht, desto mehr wird vielleicht auch die Politik helfend eingreifen. Film ist Kultur, und genauso, wie Bibliotheken und Museen erhalten werden müssen, trifft das auch auf das Filmerbe zu.“


    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article205185447/Jungs-im-Niemandsland.html

    [2015/02/22]

    Videos der Konferenz "Zugang gestalten!" online

    Alle Videos der Konferenz "Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe" (13. und 14. November 2014, Berlin, Hamburger Bahnhof) liegen im make.tv-Archiv vor und können dort nach Schlagwort (= Themenblock) oder Sprecher oder Datum und Uhrzeit gefiltert werden.
    http://conference.make.tv/zuganggestalten2014

    [2015/02/20]

    A tale of mass digitization and access from the Netherlands

    Referat von Tom De Smet (Head of Collections at the Netherlands Institute for Sound and Vision) auf der Konferenz "Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe" am 13./14. November 2014 in Berlin
    Zum Redebeitrag

    [2015/02/14]

    Fehlende Mittel, kaum Fortschritte

    Ernüchterndes Fazit der Europäischen Kommission

    Der im Oktober 2014 veröffentlichte vierte Fortschrittsbericht über die Umsetzung der Empfehlung des Europäischen Parlaments und Rates zum Filmerbe von 2005 verzeichnet kaum Fortschritte in Bezug auf Erhalt, Sicherung und Zugänglichkeit des Filmerbes. Hauptursache für die schleppende Digitalisierung sei die mangelhafte finanzielle Ausstattung der für das Filmerbe zuständigen Einrichtungen:

    „State resources devoted to film heritage have generally remained stable or have even been reduced. New investment and organizational changes are required in order to fully exploit the opportunities of the digital era for film heritage, as well as to ensure that digital film heritage will be collected and preserved. According to the figures provided, these new changes are not yet being financed.“

    Exakte Angaben über die Fortschritte bei der Digitalisierung des Filmerbes fehlen; nur wenige Länder haben überhaupt Zahlen vorgelegt. Diese seien zudem mit Vorsicht zu genießen, da sie beispielsweise nichts über die Qualität der Digitalisierung (geringere Auflösung oder 2K/4K) aussagen. Die wenigen verfügbaren Zahlen bestätigen aber den geringen Fortschritt bei der Digitalisierung seit dem letzten Bericht von 2012:

    • Deutschland: weniger als 0,5%
    • Tschechien: weniger als 1%
    • Solvakei: 1,25%
    • Großbritannien: 3,8 %
    • Litauen: 13%
    • Estland: 20%
    • Lettland: 15%
    • Niederlande: 20%
    • Polen: 20%

    Quelle: European Commission, Directorate-General for Communications Networks, Content and Technology (Hg.): Film Heritage in the EU. Report on the Implementation of the European Parliament and Council Recommendation on Film Heritage 2012-2013. Progress report 2012-2013. Working document, 1.10.2014


    Zusammenfassung des Berichts (deutsch) und Link auf den Originalbericht (englisch)

    [2015/02/13]

    Audiovisuelles Kulturerbe. Konservierung - Nutzung - Vermittlung

    Tagung vom 26. bis 27. März 2015, Potsdam, Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM)

    Die Tagung möchte "Öffentlichkeit und Politik für den problematischen Umgang mit dem audiovisuellen Erbe in Deutschland sensibilisieren und mit Experten aus verschiedenen Bereichen konstruktive Ansätze zur Verbesserung der Situation diskutieren." Es geht um

  • allgemeine Fragen des kulturellen Erbes bzw. Gedächtnisses
  • Aspekte der Archivierung
  • Probleme des Zugangs und der Nutzung
  • Bildung und Vermittlung.
  • [2015/02/13]

    Afrikanische Bewegtbildarchive

    Berlinale-Blog von Nikolaus Perneczky über ein Panel im Rahmen des Forum Expanded

    Wie kann das afrikanische Filmerbe bewahrt werden? „Unter dem Titel ‚Visionary Archive’ wurden in durchweg spannenden Vorträgen und Gesprächen Forschungsprojekte vorgestellt, die um afrikanische Bewegtbildarchive und die widrigen Umstände ihrer Überlieferung bzw. Vermittlung kreisten. Zwei besonders interessante Bestände werden zur Zeit im Arsenal digitalisiert: das von Katharina von Schroeder ausfindig gemachte Privatarchiv des sudanesischen Kinopioniers Gadalla Gubara, sowie eine Sammlung von Filmaufnahmen, die Flora Gomes und andere (damals sehr junge) Filmemacher im Guinea-Bissau der 1960er und 70er Jahre - während der Befreiungskriege und nach Erlangung der Unabhängigkeit - gedreht haben.“


    http://www.perlentaucher.de/berlinale-blog/542_eine_diskussion_zur_erforschung_afrikanischer_bewegtbildarchive_im_forum_expanded.html

    [2015/02/11]

    Zehn Jahre filmportal.de

    Teil der Anstrengungen, das deutsche Filmerbe in Zeiten der Digitalisierung zugänglich zu machen

    Vor zehn Jahren, am 11. Februar 2005, ging filmportal.de auf der Berlinale offiziell online.

    Heute finden Nutzer im Portal ständig aktualisierte Angaben zu mehr als 84.000 deutschen Kinofilmen und fast 188.000 Personen, 5.400 Biografien, 12.000 Inhaltsangaben, mehr als 90.000 Fotografien, rund 6.000 Textmaterialien und gut 2.200 Videos.

    Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts – DIF, zum zehnjährigen Bestehen: „Mit bislang 25 Millionen Besuchern und mehr als 90 Millionen Seitenaufrufen ist filmportal.de Ausgangspunkt und Aushängeschild der vielfältigen digitalen Initiativen des Deutschen Filminstituts." Zugleich sei es integraler Bestandteil der europäischen Anstrengungen, das Filmerbe in Zeiten der Digitalisierung zu sichern und zugänglich zu erhalten.

    filmportal.de trägt maßgeblich zum EU-Projekt European Film Gateway (EFG) bei und ist intensiv an der Deutschen Digitalen Bibliothek beteiligt.


    http://www.filmportal.de/nachrichten/in-eigener-sache-zehn-jahre-filmportalde-eine-dekade-online-fuer-den-deutschen-film

    [2015/02/10]

    Berlinale Classics: Die Zukunft der Digitalisierung des Filmerbes

    12. Februar 2015, Filmhaus am Potsdamer Platz, Berlin

    Über die notwendigen Schritte und Mittel zur Bewährung des Filmebenes sprechen die Leiter der durch die Digitalisierungsoffensive geförderten Institutionen: Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, Ernst Szebedits, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Ralf Schenk, Vorstand der DEFA-Stiftung, und Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek. Moderation Andreas Busche.


    http://www.deutsche-kinemathek.de/de/retrospektive/retrospektive-2015/veranstaltungen

    [2015/02/09]

    Edgar Reitz restauriert seinen Filmklassiker „Heimat: Eine deutsche Chronik“ von 1984

    Die künstlerische Leitung bei der Restaurierung hatten der 82-jährige Reitz selbst und sein Sohn Christian inne. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und die Kulturstiftung des Bundes unterstützten das Projekt mit insgesamt 136.000 Euro.

    Es sei eine "kulturelle Pflicht gewesen, dieses filmische Meisterwerk des vergangenen Jahrhunderts zu bewahren", erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Mitteilung der Staatskanzlei. Jetzt ist der Film mit mordernster Technik für das heutige Kino aufbereitet und bietet eine weit verbesserte Bild- und Tonqualität. 2,2 Millionen einzelne Bilder wurden für dieses Vorhaben nachbearbeitet und überarbeitet. (SWR)

    Edgar Reitz über seine Restaurierung: "Ich habe jetzt bei der Restaurierung … die Übergänge zwischen Farbe und Schwarz-Weiß und teilweise auch diese Idee, dass farbige Elemente innerhalb der schwarz-weißen Bilder auftauchen können … viel besser realisieren können, als das früher war. Also in diesem Punkt, würde ich mal sagen, ist der Film perfekter und meinen ursprünglichen Wünschen näher gekommen."


    http://www.swr.de/swr2/kultur-info/kultur-regional-heimat-epos-edgar-reitz-sabine-mahr/-/id=9597116/nid=9597116/did=15022684/9u946n/index.html

    [2015/02/09]

    Über 1000 IWF-Filme online im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek (TIB), Hannover

    Mit „Amorphe Metalle – Herstellung nach dem Schmelzspinnverfahren“ wurde der 1000. Film aus dem Bestand des Institut für den Wissenschaftlichen Film (IWF) im AV-Portal der TIB frei geschaltet. Er zeigt das gängige Herstellungsverfahren für amorphe Metalle, durch Hochfrequenzaufnahmen mit 8000 Bildern pro Sekunde sichtbar gemacht.

    Im TIB Blog schreiben nun Paul Feindt, Thomas Werner und Elke Brehm: „Das IWF-Filmerbe umfasst die ca. 11.500 Titel der IWF Wissen und Medien gGmbH, Göttingen (vormals) und verschiedener Vorgängerinstitutionen. Die für die Zwecke von Wissenschaft und Forschung produzierten Filme decken ein zeitlich wie fachlich weites Spektrum ab. Die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer sowie Biologie und Ethnologie bilden besondere Sammlungsschwerpunkte. Die meisten Veröffentlichungen stammen aus den 1950er bis 1980er Jahren. Im November 2012 wurden im Rahmen der IWF-Liquidation die Rechte an diesem Medienbestand insgesamt auf die TIB übertragen. Unser Ziel ist es, diese wertvolle Filmsammlung der Öffentlichkeit online über das AV-Portal der TIB zugänglich zu machen (soweit rechtlich möglich, unter Open Access-Lizenzbedingungen).

    Aus den Nutzungsstatistiken des TIB AV-Portals läßt sich ablesen, dass viele IWF-Filme sich heute noch großen Interesses erfreuen. Darüber hinaus erreichen uns regelmäßig Anfragen von Dozenten, Wissenschaftlern und Instituten, die Filme auf DVD erwerben möchten, um sie in der Lehre einzusetzen oder anderweitig wissenschaftlich zu nutzen. Stil und Machart der Filme erwecken inzwischen die Aufmerksamkeit einiger Künstler und Medienwissenschaftler. Neben ein paar Anfragen für Filmausschnitte von Fernsehsendern und –produktionsgesellschaften werden die IWF-Filme zudem regelmäßig von Museen angefragt, die sie für das Begleitprogramm oder für Medieninstallationen ihrer Ausstellungen lizenzieren."


    http://blogs.tib.eu/wp/tib/2015/02/09/ueber-1000-iwf-filme-online-im-av-portal-der-tib

    [2015/02/05]

    Europa Film Treasures

    Vor sechs Jahren begann im Rahmen des Projekts „Europa Film Treasures“ unter der Federführung von Lobster Films eine Reise durch die europäischen Filmarchive, wo seit über einem Jahrhundert die größten Schätze der Kinogeschichte lagern.

    Die Website "Europa Film Treasures" war seit längeren offline; jetzt ist sie auf der Seite von ARTE unter "Filmmagazine" zu finden.


    http://cinema.arte.tv/de/magazin/europa-film-treasures

    [2015/01/23]

    Dem Verschwinden der Klassiker entgegenwirken!

    Für die Digitalisierung des Filmerbes stellt Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Jahr 2015 eine weitere Million Euro bereit

    Staatsministerin Monika Grütters erklärte: „In den großen Institutionen, die unser Filmerbe sichern, werden [...] intensive Anstrengungen unternommen, Klassiker des deutschen Films auch zu erhalten. Welche Filme hätten einige Regisseure der Gegenwart gedreht ohne große Vorbilder wie Fritz Lang oder F.W. Murnau? Um dem Verschwinden der Klassiker auch auf den Kinoleinwänden entgegen zu wirken und diese legendäre Filmschule dem Publikum weiter zugänglich zu machen, habe ich für die dringend anstehende Digitalisierung analoger Filmmaterialien auch 2015, wie schon in den letzten beiden Jahren, eine Million Euro zu Verfügung gestellt."

    Wie bereits 2014 erhalten auch 2015 die gleichen vier Einrichtungen des deutschen Kinematheksverbunds jeweils eine Förderung in Höhe von 250.000 € für die Digitalisierung ausgewählter Filme: die Stiftung Deutsche Kinemathek, das Deutsche Filminstitut e.V., die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und die DEFA-Stiftung.

    (Q.: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 23.1.2015)


    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2015/01/2015-01-23-bkm-digitalisierung.html


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