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Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen.

Am 6. Oktober 2016 richtete die Initiative "Filmerbe in Gefahr" einen Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, der die Politiker der Großen Koalition auffordert, die im Koalitionsvertrag von November 2013 vereinbarten Maßnahmen zur Digitalisierung des Filmerbes endlich umzusetzen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

[2017/07/05]

Filmerbe und Zugang in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2017

Zwar werden Wahlen nicht vorrangig über Wahl- und Regierungsprogramme gewonnenn, und schon gar nicht über Aussagen zu kulturellen Themen – dennoch lohnt ein Blick in die Programme der großen Parteien zur Bundestagswahl 2017. Welche Überlegungen stellen sie zum Filmerbe an, mit welchen Ideen werben sie um Zustimmung?

  • Am ausführlichsten geht die SPD im "Regierungsprogramm 2017 bis 2021" auf das Filmerbe ein: "Wir wollen unser kulturelles Erbe bewahren und erlebbar machen. [...] Wir wollen moderne Technik stärker einsetzen, um unser kulturelles Erbes durch Digitalisierung zu sichern. Dafür müssen Bund und Länder zum Beispiel stärker in die Deutsche Digitale Bibliothek investieren. Die Digitalisierung des nationalen Filmerbes durch ein abgestimmtes Konzept von Bund, Ländern und der Filmbranche unterstützen wir. Die Einrichtungen für das Filmerbe des Kinemathekverbundes wollen wir personell und finanziell stärken." (S. 70)

  • Im Programm der Partei DIE LINKE zur Bundestagswahl 2017 heißt es: „Wir wollen Kulturgüter digital sichern und für alle zugänglich machen. Dafür brauchen wir eine gesamtstaatliche Digitalisierungsstrategie. Wir setzen uns für eine Open Access-Strategie auch im Kulturbereich ein. Wir schaffen Möglichkeiten und Anreize für Kultureinrichtungen, ihre digitalen Veröffentlichungen unter freie Lizenzen zu stellen. [...] Wir wollen Filme auf Dauer bewahren und zugänglich machen.“ (S. 61) Die Linke fordert auch eine „sichere finanzielle und personelle Basis und längerfristige Planungsmöglichkeiten“ u.a. für kommunale Kinos. (S. 60)

  • Im Bundestagswahlprogramm 2017 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN heißt, grammatikalisch recht holperig: "Auch unser Kulturerbe soll zugänglicher werden. Dafür müssen wir es erhalten. Diese Sicherung wie durch die Digitalisierung und Konservierung beim Film ist eine zentrale Aufgabe unserer Kulturpolitik und muss finanziell und institutionell gefördert werden." (S. 153)

  • Das Wahlprogramm der Freien Demokraten macht keinerlei Aussagen zu Film, Filmarchivierung und Kino. Die FDP plädiert allerdings für eine „Digitalisierung der Bildung“, um „Digitalkompetenz“ (S. 7) zu erreichen, etwa durch „die Online-Bereitstellung von Unterrichts- und Lehrmaterialien im Zusammenhang mit der universitären Lehre, sofern keine Rechte Dritter verletzt werden.“ (S. 13) – eine Forderung, die man auch auf die digitale Verfügbarkeit von Filmgeschichte beziehen könnte.

  • CDU/CSU erwähnen das Filmerbe in ihrem Regierungsprogramm 2017-2021 mit keinem Wort. Nur an einer Stelle heißt es allgemein, dass das „großartige Erbe“ der „Kulturnation Deutschland“ auch „weiterhin zu schützen“ sei. (S. 46)


  • [2017/06/28]

    3,3 Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes angestrebt

    Entwurf zum Bundeshaushalt 2018 unter Vorbehalt – Immer noch keine Einigung mit den Ländern

    28. Juni 2017. – Erneut konnte die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters, eine Steigerung ihres Budgets durchsetzen. Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2018, der heute vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht insgesamt rund 1,67 Milliarden Euro für den Kulturetat vor. Davon profitiert auch das deutsche Filmerbe: Im kommenden Jahr sollen 3,3 Millionen Euro für die schrittweise Digitalisierung des Filmerbes bereitstehen.

    Allerdings scheint es der BKM nicht zu gelingen, die Länder mit ins Boot zu bekommen, denn zum wiederholten Male werden diese aufgefordert, sich in gleicher Höhe an den Digitalisierungskosten zu beteiligen.

    Der erste Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2018 steht allerdings unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens, das erst nach der Bundestagswahl im Herbst stattfinden wird.


    Zur Pressemitteilung 234/2017

    [2017/06/19]

    Memorandum: Digitalisierung und Langzeitarchivierung unseres Filmerbes

    An Frau Staatsministerin Monika Grütters und an den Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags (Juni 2017)

  • Die in Aussicht gestellten Anstrengungen zur Bewahrung unseres Filmerbes müssen in der kommenden Legislaturperiode nicht nur fortgesetzt, sondern deutlich verstärkt werden. Vor allem bitten wir die politisch Verantwortlichen, für größere Transparenz zu sorgen und ihr Konzept öffentlich zur Diskussion zu stellen!
  • Staatliche Kulturförderung ist gefragt. Eine rein betriebswirtschaftliche Sicht, wie sie das Gutachten zur „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“ vorschlägt, greift zu kurz. Digitalisierung allein ist keine Lösung für die dauerhafte Bewahrung unserer Filme.
  • Erforderlich ist darüber hinaus ein Konzept für die Langzeitarchivierung des analogen Filmbestandes auf einem zukunftsfesten analogen Trägermaterial. Mit der Schließung der letzten analog arbeitenden Einrichtungen in Deutschland wird das Projekt zur Rettung unseres Filmerbes der Sparpolitik zum Opfer gebracht.
  • Um unsere Filmgeschichte wieder stärker öffentlich sichtbar zu machen, ist eine dauerhafte Unterstützung der Programmkinos notwendig, ebenso eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Website filmportal.de, des zentralen Schaufensters unserer Filmkultur im Internet.
  • Zahlreiche Beispiele im Ausland belegen, dass eine verantwortungsvollere Kultur- und Filmerbe-Politik möglich ist!
  • In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode haben die Bemühungen um die Sicherung und Zugänglichkeit unseres Filmerbes einige deutliche Fortschritte erzielt. Mit Verspätung hat auch in Deutschland in dieser Frage eine gesellschaftliche Debatte begonnen, an der sich nicht nur Filmemacher und Wissenschaftler, sondern auch ein breites, an Filmgeschichte interessiertes Publikum beteiligt. Die Bundesregierung und einige Landesregierungen haben die Erhaltung unseres Filmbestands in seiner ganzen Vielfalt als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt, die von den unterfinanzierten Filmarchiven und Kinematheken allein nicht bewältigt werden kann: Politik und Wirtschaft müssen für dieses große Projekt gleichermaßen Verantwortung übernehmen und vor allem für seine Finanzierung Sorge tragen.

    Mit einer Digitalisierungsförderung von zunächst einer Million Euro jährlich (seit 2017 zwei Millionen) hat die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters ausgewählte Archive und Stiftungen unterstützt. Seit Juli 2015 liegt eine von der Filmförderungsanstalt in Auftrag gegebene „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“ vor. Gestützt auf dieses Gutachten hat die Staatsministerin ein Förderkonzept ausgearbeitet, das vorsieht, dass Bund, Länder und Filmwirtschaft zu gleichen Teilen – zunächst für die kommenden zehn Jahre und in einem Gesamtumfang von 100 Millionen Euro – die Kosten für die Digitalisierung von ausgewählten Teilen des analogen Filmbestands tragen sollen.

    Dies ist die aktuelle Beschlusslage. Dem Vernehmen nach haben die Gespräche über eine Bund-Länder- Vereinbarung begonnen; über ihren Verlauf dringt leider wenig an die Öffentlichkeit. Bewusst erinnern wir in Wahlkampfzeiten an die von der jetzigen Regierung gegebenen Zusagen. Die zur Bewahrung des Filmerbes erforderlichen Schritte dürfen nicht abhängig von politischen Stimmungen und Machtverhältnissen sein. In diesem Sinne appellieren wir an die gegenwärtige Bundesregierung, insbesondere an die Staatsministerin für Kultur und Medien sowie an alle Fraktionen des Bundestags, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und sich dafür einzusetzen, dass auch in der kommenden Legislaturperiode die bereits beschlossenen oder in Aussicht gestellten Anstrengungen zur Bewahrung unserer Filmgeschichte nicht nur fortgesetzt, sondern noch deutlich verstärkt werden.

    Denn nach wie vor sind erhebliche Defizite festzuhalten. Es wurde bisher kein umfassendes Konzept für die Digitalisierung und Langzeitarchivierung unseres Filmerbes veröffentlicht. Die entsprechenden Beratungen auf den verschiedenen politischen Ebenen ermangeln jeglicher Transparenz. Viele Fragen wurden bisher nicht beantwortet. Zum Beispiel: Aus welchen Gründen werden nur ausgewählte Archive und Stiftungen bedacht? Welche Gremien bzw. Personen haben dies nach welchen Kriterien entschieden? Frau Staatsministerin – sorgen Sie bitte für eine größere Transparenz und stellen Sie Ihr Konzept der öffentlichen Diskussion!

    Des weiteren werden die politisch Verantwortlichen dem Förderungsbedarf im Bereich der Verbreitung unserer Filme bisher nicht gerecht. Die Digitaltechnik ermöglicht einen schnelleren und vielfältigeren Zugang auch zur deutschen Filmgeschichte. Um ihre Möglichkeiten wirkungsvoll zu nutzen, bedarf vor allem die Website filmportal.de, als zentrales Schaufenster unserer Filmkultur im Internet, einer wesentlich stärkeren Unterstützung von politischer Seite. Hier müssen wissenschaftliche Recherche, Datenpflege und technische Umsetzung finanziell und personell besser ausgestattet werden. Schließlich: Wenn die deutsche Filmproduktion des 20. Jahrhunderts nicht unsichtbar werden soll, verlangt auch der Kinobereich deutlich mehr Aufmerksamkeit als bisher. Die Zahl der Programmkinos und kommunalen Spielstätten, die sich fast allein den Zeugnissen unserer Filmgeschichte widmen, ist in den letzten Jahr zurückgegangen. Mehr noch: Auch ihre Programmgestaltung hat sich zu ungunsten filmgeschichtlicher Werke verändert. Die Einrichtung von Archivkinos, die ausschließlich die deutsche Filmgeschichte im Repertoire pflegen, ist daher ein Gebot der Stunde. Frau Staatsministerin – um unsere Filmgeschichte wieder stärker öffentlich sichtbar zu machen, ist staatliche Kulturförderung im besten Sinne gefordert!

    Mit der Digitalisierung ist die Aufgabe einer dauerhaften Bewahrung der Filme keineswegs gelöst. Vielmehr ist unbedingt ein Konzept für die Langzeitarchivierung des analogen Filmbestandes auf einem zukunftsfesten analogen Trägermaterial erforderlich. Die Filme der analogen Ära müssen – nicht anders als die Zeugnisse unserer Literatur und bildenden Kunst wie Bücher, Gemälde, Grafiken und Urkunden – auch als Ausgangsmaterial für die sich jeweils rasant verändernden digitalen Standards aufbewahrt werden. Mit Empörung reagierten alle Filmerbeeinrichtungen auf den Vorschlag des erwähnten Gutachtens, „aus Kostengrunden“ parallel zur Digitalisierung „nur eine sehr selektive analoge Archivierung zu erwägen.“ Leider hat diese Empfehlung auch Eingang in das Förderkonzept der BKM zur Digitalisierung des Filmerbes vom 24. Januar 2017 gefunden. Frau Staatsministerin – streichen Sie bitte diesen Vorschlag: Er wäre ein Aufruf zur Vernichtung des Filmerbes!

    Folgten unsere Archive und Kinematheken dieser „betriebswirtschaftlichen Sicht“, würden sie die digitalisierten Filme dem Risiko des Datenverlusts und der schnellen Überalterung von Dateiformaten ausliefern und damit die Bewahrung unseres gesamten filmischen Erbes aufs Spiel setzen. Langzeitmodelle zur sicheren Speicherung digitaler Daten existieren noch nicht; namhafte internationale Experten halten Digitalisate für eine dauerhafte Sicherung der auf ihnen gespeicherten Inhalte für ungeeignet. Leider hat das Bundesarchiv mit der geplanten Schließung seiner Kopierwerke diesen riskanten Weg bereits beschritten und will unter dem Druck ökonomischer Zwänge vollendete Tatsachen schaffen, bevor vom Kinematheksverbund eine Gesamtstrategie für die Sicherung des Filmerbes erarbeitet wurde. Mit der Schließung einer der letzten analog arbeitenden Einrichtungen in Deutschland ist zu befürchten, dass das Projekt zur Rettung des deutschen Filmerbes der Sparpolitik zum Opfer fällt. Frau Staatsministerin – statten Sie das Bundesarchiv mit den nötigen finanziellen Mitteln aus, damit das analoge Kopierwerk und die entsprechende Infrastruktur weiter betrieben und die bewährte Sicherungsarchitektur beibehalten werden können!

    Zahlreiche Beispiele im Ausland belegen, dass eine verantwortungsvollere Kultur- und Filmerbe-Politik möglich ist. In Schweden hat der Staat das letzte privatwirtschaftlich betriebene Kopierwerk erworben und dafür gesorgt, dass es unter dem Dach des nationalen Filmarchivs weiter betrieben werden kann. Das Filmarchiv Austria und das Österreichische Filmmuseum haben mit Unterstützung des Bundeskanzleramts das Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ erarbeitet, das auf einer Archivierung in einem „zeitstabilen analogen Format“ besteht. In Frankreich – einem Land, das seit Jahren weitaus höhere Summen in die Digitalisierung seiner Filme investiert als Deutschland – ist nicht nur die Archivierung des historischen Filmbestands, sondern auch die Ausbelichtung aller neuen, digital gedrehten Filme auf analogem Material gesetzlich vorgeschrieben.

    Die Zukunft gehört der Digitalisierung – in allen Bereichen der Film- und Medienindustrie. Bund, Länder und Medienwirtschaft müssen ihre Anstrengungen zur Rettung unseres Filmerbes erheblich verstärken. Die „Jahrhundertaufgabe“ der Sicherung und Zugänglichkeit des Filmerbes ist umfassender als die Digitalisierung ausgewählter Filme. Sie beinhaltet die gleichwertige Pflege sowohl des analogen als auch des digitalen Materials und erfordert deutliche Anstrengungen, um den Zugang zum Filmerbe im Kino und im Internet zu verbessern. Teilhabe an den filmkulturellen Leistungen der Vergangenheit sollte oberstes Ziel verantwortungsvoller Politik sein. Das Kulturgut des bewegten Bildes muss erhalten bleiben und darf nicht den Risiken und Unwägbarkeiten schnell wechselnder Technologien ausgeliefert werden.

    Unterstützt von: Mario Adorf, Schauspieler; Andreas Dresen, Filmregisseur; Eberhard Junkersdorf, Filmproduzent und Ehrenpräsident der Filmförderungsanstalt; Romuald Karmakar, Filmregisseur; Franz Kraus, Geschäftsführer der Firma ARRI München; Jeanine Meerapfel, Filmregisseurin; Edgar Reitz, Filmregisseur; Volker Schlöndorff, Filmregisseur; Andres Veiel, Filmregisseur.


    Memorandum als PDF

    Weitere Unterzeichner: Claudia von Alemann / Jens Alpermann / Dr. Dirk Alt / Axel Arft / Sebastian Armbrust / Dr. Helmut G. Asper / Prof. Dr. Martin Aust / Tanino Bellanca / Prof. Hans Beller / Prof. Tim Bergfelder / Dr. Philipp Blum / Prof. Dr. Christine N. Brinckmann / Prof. Jutta Brückner / Dr. Dagmar Brunow / Christoph Classen / Markus Dahl / Dr. Pascale Anja Dannenberg / Hans-Günther Dicks / Katharina Dockhorn / Anja Ellenberger / Prof. Dr. Barbara Flueckiger / Gunter Friedrich / Michael Girke / Alexandra Gramatke / Magda Greßmann / Prof. Dr. Norbert Grob / Thomas Groh / Katharina Günther / Frank-Burkhard Habel / Prof. Dr. Malte Hagener / Prof. Dr. Britta Hartmann / Prof. Dr. Vinzenz Hediger / Jan Henselder / Konrad Hirsch / Wolfgang Höfer / Paul Hofmann / Dr. Jan-Christopher Horak / Alexander Horwath / Christoph Hübner / Frédéric Jaeger / Hannes Karnick / Prof. Dr. Frank Kessler / Prof. Dr. Gertrud Koch / Stefanie Köhler / Olaf Koppe / Prof. em. Dr. Helmut Korte / Peter Körte / Daniel Kothenschulte / Dr. Michael Kötz / Prof. Martin Kreyßig / Michael Krüger / Daniel Kulle / Prof. Dietrich Leder / Erik Lemke / Prof. Dr. Sabine Lenk / Andreas Lewin / PD Dr. Petra Löffler / Juliane Maria Lorenz / Frank Messerschmidt / Angelika Müller / Dr. Tobias Nagl / Sandra Naumann / Dore O. Nekes / Peter Nestler / Hanna Nordholt / Julia M. Novak / Dr. Kai Nowak / Erica Özkan / Dr. Anne Paech / Prof. Dr. Joachim Paech / Prof. Dr. Ingo Petzke / Prof. Rotraut Pape / Luca Pisciotta / Claudia Reiche / Dieter Reifarth / Stefan Röske / Helke Sander / Jutta Schäfer / Rosemarie Schatter / Prof. Dr. Irmbert Schenk / Ulrike Schirm / Dr. Oliver Schmidt / Prof. Dr. Bernd Schmidt / Sonja M. Schultz / Wolfram Schütte / Prof. Dr. Karl Sierek / Linda Söffker / Karla Sonntag / Dr. Philipp Stiasny / Fritz Steingrobe / Matthias Steinle / Nicola Steller / Peter Stettner / Prof. Dr. Bernd Stiegler / Prof. Dr. Marcus Stiglegger / Christoph Terhechte / Dr. Jens Thiel / Reinold E. Thiel / Thomas Tode / Michael Töteberg / Hans-Gunter Voigt / Thomas Volkmann / Prof. Dr. Chris Wahl / Prof. Dr. Thomas Weber / Claudia Willke / Prof. Dr. Hans J. Wulff / Verband der deutschen Filmkritik e.V., Vorstand und Beirat

    [2017/06/02]

    Bund-Länder-Konzept zur Digitalisierung des Filmerbes

    Einigung in Aussicht?

    2. Juni 2017. – Wie das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin mitteilt, haben die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am 1. Juni "in Aussicht genommen, sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes zu beteiligen." Die Umsetzung soll auf der Basis einer Verwaltungsvereinbarung erfolgen, die auch die finanziellen Beiträge der Länder festlegt.

    Ab 2018 sollen jährlich bis zu 10 Mio. Euro für die Dauer von 10 Jahren als Fördermittel die Digitalisierung bereitgestellt werden. Bund, Länder und die Filmförderungsanstalt FFA sollen jeweils ein Drittel der Finanzierung übernehmen. Nach dem Konzept sollen Zuschüsse nach drei Förderlinien vergeben werden, nach dem Auswertungsinteresse sowie dem kuratorischen Interesse und der konservatorischen Notwendigkeit. Die Abwicklung soll der FFA übertragen werden.

    Der Regierende Bürgermeister Michael Müller teilte dazu mit: „Berlin hat sich entscheidend dafür eingesetzt, dass die Bund-Länder-Initiative zur Unterstützung von Digitalisierungsmaßnahmen realisiert werden kann. Sie ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von des Bundes, aller Länder und der Filmwirtschaft dafür, dass das nationale filmkulturelle Erbe erhalten bleibt und auch künftig allgemein zugänglich ist.“


    Zur Pressemitteilung

    [2017/05/05]

    Das NRW-Filmerbe

    Ergebnisse des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung"

    5. Mai 2017. – Als ein wichtiges Ergebnis des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung" am 26. und 27. April 2017 in Köln hält Marcus Seibert fest, dass der erste Schritt zur Sicherung des Filmerbes in NRW eine Erhebung dessen sein müsse, welche Filme wo und in welchem Zustand vorhanden sind. Manche Filmschaffende schreckten vor der Archivierung ihres eigenen Schaffens zurück, andere seien zu sehr mit ihren aktuellen Projekten beschäftigt. Schon jetzt gelten viele Filme als verschollen. Viele andere seien weder sichtbar noch überhaupt erfasst. „Nur von einem möglichst vollständigen und breiten Erhebungsstand ausgehend kann die möglichst flächendeckende Sicherung des Filmerbes – sei es in NRW, sei es in den anderen Bundesländern – erfolgen und so der anfangs konstatierten Dezentralität der deutschen Filmgeschichte Rechnung getragen werden.“


    Audio-Dokumentation des Symposiums „Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierunund Veröffentlichu

    [2017/04/21]

    "Unschätzbarer Beitrag zur Errettung des Filmerbes"

    Binding-Kulturpreis 2017 für Kinothek Asta Nielsen

    21. April 2017. – Der Binding-Kulturpreis 2017 geht an den Verein Kinothek Asta Nielsen. Seine Mitbegründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann erhalten den mit 50.000 Euro dotierten Kunstpreis. Mit ihren Aktivitäten leiste die Kinothek Asta Nielsen einen unschätzbaren Beitrag zur Errettung des Filmerbes, so die Jurybegründung. „Mit der Kinothek Asta Nielsen hat sich das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung für einen Frankfurter Verein entschieden, der seit seiner Gründung im Jahr 1999 daran arbeitet, die Filmgeschichte in ihrer Vielfalt zugänglich zu machen, zugänglich zu halten, zu präsentieren und zu feiern. Mit geringen Mitteln und erheblichem Einsatz rettet er ein Stück Filmgeschichte, der im Mainstream der Geschichtsschreibung und Restaurierungsbemühungen verloren zu gehen droht. In allererster Linie sind das Filme von Frauen. Filme jenseits des Kanons. Filme aus der Anfangszeit des Kinos. Experimentelle Filme. Die Kinothek Asta Nielsen hat eine eigene Sammlung von Super 8- und 16mm-Filmen aufgebaut. In Fragen des Filmerbes sind die Mitgründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann europaweit gefragte Expertinnen.“

    Seit 1996, dem Jahr des 125-jährigen Jubiläums der Binding-Brauerei, würdigt die Binding-Kulturstiftung alljährlich Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Die feierliche Vergabe des Binding-Kulturpreises 2017 findet am 2. … [lire…]
    Zur Website des Vereins

    [2017/04/15]

    BKM begründet die ungleiche Erhöhung der Digitalisierungsgelder

    Besonderer Förderschwerpunkt: Dokumentarfilme ohne Kinoqualität

    15. April 2017. – Wie die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) am 13. April auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Harald Petzold (DIE LINKE) mitteilte, will sie mit der Vergabe einer weiteren Million Euro an Digitalisierungsmittel „besondere Schwerpunkte“ setzen. Mit den zusätzlichen Geldern sollen das Bundesarchiv, die Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut – DIF „Dokumentarfilmmaterial digitalisieren [...], das keine Kinofilmqualität aufweist, aber gedenkpolitisch bzw. zeitgeschichtlich relevant ist.“

    Die BKM verweist darauf, dass die DEFA-Stiftung und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wie bisher die auswertungsorientiere Digitalisierungsförderung der Filmförderungsanstalt (FAA) in Anspruch nehmen können. Die Digitalisierungsförderung der FAA beinhaltet allerdings nur einen Zuschuss von maximal 15.000 Euro; der Antragsteller muss einen Eigenanteil von mindestens 20 Prozent vorweisen. Außerdem muss er ein „plausibles und detailliertes Auswertungskonzept“ vorgelegen, das für historische Filme jenseits der Klassiker nur schwer zu erbringen sein dürfte.


    [2017/04/08]

    DEFA-Stiftung protestiert gegen neue Aufteilung der BKM-Digitalisierungsgelder

    Zuwendungen für die DEFA-Stiftung nicht erhöht – "Zwietracht und Neid" befürchtet

    7. April 2017. – In einem Schreiben an die ostdeutschen Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag vom 4. April 2017, dessen Wortlaut der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ vorliegt, beklagt sich der Vorstand der DEFA-Stiftung, Ralf Schenk, über den neuen Verteilungsschlüssel, den die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) bei der Ausschüttung der Mittel für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes vor kurzen bekanntgegeben hat.

    Wie berichtet, sollen von der für 2017 vorgesehenen Summe von zwei Millionen Euro die Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK) und das Deutsche Filminstitut – DIF jeweils bis zu 550.000 Euro und das Bundesarchiv bis zu 400.000 Euro erhalten. Die Ausschüttung für Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung und DEFA-Stiftung stagniert bei 250.000 Euro. In den Vorjahren wurden die Mittel von insgesamt einer Million Euro zu gleichen Teilen von jeweils 250.000 Euro den vier Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

    Im Namen der DEFA-Stiftung protestiert Schenk dagegen, dass diese paritätische Aufteilung aufgegeben wurde; sie werde den Leistungen der Stiftung bei der Bewahrung des ostdeutschen Filmerbes nicht gerecht. Er sei enttäuscht und erschüttert; diese Entscheidung, so befürchtet er, werde "Zwietracht und Neid" unter den Mitglieder des Kinematheksverbund auslösen.

    Die DEFA-Stiftung verfügt über die Nutzungsrechte … [lire…]

    [2017/04/03]

    Zwei Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes

    BKM verdoppelt Digitalisierungsförderung für 2017 – Weiterhin offene Fragen

    3. April 2017. – Die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) Monika Grütters bekräftigt ihr Vorhaben, die Digitalisierung des Filmerbes im Jahr 2017 mit zwei Millionen Euro zu fördern. Das bedeutet eine Verdopplung der Digitalisierungsförderung. Damit, so Grütters, sei "ein weiterer Schritt geschafft, den finanziellen Anteil an einem gemeinsamen Digitalisierungskonzept mit den Ländern und der Filmwirtschaft zu erbringen."

    Grütters fordert die Länder erneut auf, sich "politisch klar zu der gemeinsamen Strategie" zu bekennen. Wie diese gemeinsame Strategie aussieht, wird aber nicht angegeben.

    Grütters plant offenbar, "ab nächstem Jahr die dringend notwendige Digitalisierung mit gemeinsamen Kräften und deutlich erhöhten Finanzmitteln" voranzubringen, vorausgesetzt, die Länder und die Filmwirtschaft beteiligen sich finanziell: "Die Länder und die Filmwirtschaft tragen eine originäre Verantwortung für die Sicherung unseres kulturellen Filmerbes und sind als Partner unverzichtbar, um diese große Herausforderung zu meistern."

    Zum ersten Mal teilt das BKM auch mit, welche Filmerbe-Einrichtungen Digitalisierungsgelder erhalten. Erstmals wird das Bundesarchiv mit Mittel "in Höhe von bis zu 400.000 Euro" bedacht. Projektförderungen in Höhe von jeweils bis zu 550.000 Euro erhalten die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut e.V. Wie in den … [lire…]
    Zur Pressemitteilung vom 3.4.2017 der Staatsministerin für Kultur und Medien

    [2017/03/28]

    Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung

    dfi-Symposium vom 26. bis 27. April 2017 im Filmforum NRW, Köln

    28. März 2017. – Mit einem Symposium will die dfi - Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW in die aktuelle Diskussion um das deutsche Filmerbe eingreifen und neue bzw. ergänzende Perspektiven vorstellen. Vor dem Hintergrund eines eventuell zustande kommenden Bund-Länder-Programms zur Digitalisierung des Filmerbes sollen zum einen die Perspektive und die Anliegen der Filmemacher und Filmemacherinnen in die Diskussion eingebracht werden, zum anderen aber auch die Regionalität des Filmerbes behandelt werden.

    Derzeit wird ein erstes Sample von Dokumentar- und Experimentalfilmen durch einen Online-Fragebogen erhoben, das einen Teil des NRW-Filmerbes ausmachen könnte und das zeigen kann, welcher Digitalisierungs- und Sanierungsbedarf im Einzelnen besteht.

    Eine Bestandsaufnahme führt bereits vorhandene Förder- und Kooperationsmöglichkeiten auf, mit deren Hilfe analog gedrehte und vertriebene Werke digitalisiert und damit in der Öffentlichkeit wieder sichtbar gemacht werden können.

    Das Symposium wendet sich an die Filmbranche in NRW und in anderen Bundesländern, an die Verbände der Filmschaffenden, an die Kultur- und Medienpolitiker und Kulturförderer auf föderaler Ebene sowie an die Verantwortlichen in einschlägigen Archiven und Stiftungen.

    Filmforum NRW, Köln, 26. April (11.00 – 22.00 Uhr) und 27. April (10.00 – 16.00 Uhr). Der Eintritt ist … [lire…]
    Tagungsprogramm

    [2017/03/27]

    Vernichtung nicht archivwürdiger Filme. Neue Anweisung des Bundesarchiv

    Archivische Behandlung von Nitro-Filmen

    27. März 2017. – Eine neue Anweisung des Bundesarchivs für die archivarische Tätigkeit im Bereich Filmarchiv vom 8. November 2016 sieht vor, dass die im Bundesarchiv verwahrten Filme auf Nitrozellulosebasis ebenso wie entsprechende Neuzugänge so zügig wie möglich zu bewerten sind. Archivwürdige Nitrofilme sollen zeitnah gesichert werden.

    Filme, die nicht archivwürdig sind oder sich bereits in Zersetzung befinden, sind umgehend zu vernichten.

    Weiter heißt es in der Anweisung: „Von der Vernichtung nicht archivwürdiger Filme ist bis auf Weiteres abzusehen, wenn diese sich nicht im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland bzw. in der Verfügungsgewalt des Bundesarchivs befinden. In diesen Fällen ist innerhalb von sechs Monaten die Zustimmung des Eigentümers zu der Vernichtung herbeizuführen. Gibt der Eigentümer seine Zustimmung nicht, muss er die Nitrofilme unter Übernahme aller rechtlichen Verpflichtungen innerhalb von drei Monaten zurücknehmen; andernfalls wird das Material durch das Bundesarchiv der Vernichtung zugeführt."

    Nitrofilme, die sich bereits in Zersetzung befinden, sind „in jedem Fall unverzüglich zu vernichten; die Eigentümer sind hierüber lediglich in Kenntnis zu setzen. Ausnahmen sind nicht zulässig.“


    Interne Anweisung für die archivarische Tätigkeit des Bundesarchivs

    [2017/03/24]

    Kopierwerk des Bundesarchivs in Hoppegarten: Einbau der Scanstrecke verzögert sich

    Analoges Kopierwerk in Koblenz seit Februar geschlossen

    24. März 2017. Seit Februar 2017 ist das analoge Kopierwerk des Bundesarchivs in Koblenz geschlossen. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs mitteilt, wird derzeit die Einrichtung einer Scanstrecke vorbereitet. Da sie an die Stelle des analogen Kopierwerks tritt, kann die geplante Anschlussnutzung durch Vermietung an Dritte nicht realisiert werden. Was mit den Geräten passiert, wird unter Berücksichtigung der haushaltsrechtlichen Bestimmungen geprüft.

    Das verbleibende analoge Kopierwerk in Hoppegarten soll erst dann geschlossen werden, wenn die technischen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Scanstrecke gegeben sind. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Das Bundesarchiv verfügt in Hoppegarten noch nicht über das erforderliche Speichersystem, das die bei der Digitalisierung anfallenden Daten in Echtzeit verarbeiten könnte.

    Wie die Pressestelle des Bundesarchivs ergänzend mitteilt, wird tatsächlich an beiden Standorten des Filmarchis jeweils eine zeitgemäße Ausrüstung für die digitale Filmsicherung etabliert. (JpG)


    [2017/03/23]

    Bewahrung des Filmerbes

    Forderung der SPIO zur Bundestagswahl 2017

    23. März 2017. – In einem zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog wendet sich die deutsche Filmwirtschaft anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl an die Öffentlichkeit. Darin fordert sie auch verstärkte Anstrengungen des Bundes bei der Bewahrung des Filmerbes, insbesondere eine spürbare Erhöhung der Bundesmittel. Wörtlich heißt es:

    "Das deutsche Filmerbe ist akut vom Zerfall bedroht und muss dringend restauriert und archiviert werden. Experten beziffern die Gesamtkosten zur Erhaltung der analogen Filmwerke auf mindestens 100 Millionen Euro. Jetzt bedarf es des politischen Willens, diese Aufgabe als kulturpolitische Notwendigkeit anzuerkennen und über das ebenfalls gebotene Engagement der Länder hinaus die jährlichen Fördermittel des Bundes spürbar zu erhöhen."

    Zur Bewahrung und Vermittlung des Filmerbes gehört aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur, den die SPIO ebenso fordert wie eine strategische Industrieförderung der Kreativwirtschaft, die vor allem im Dokumentarfilmbereich häufig auf die Bestände der Filmarchive zurückgreift.


    Zehn Forderungen der Filmwirtschaft zur Bundestagswahl

    [2017/03/18]

    Freistaat Sachsen: Sicherung des audiovisuellen Erbes

    Modellprojekt zu sorbischen Filmdokumenten

    18. März 2017. – Rund 47.600 Stunden auf Film und Video sowie Tondokumente mit einer Gesamtlänge von etwa 48.000 Stunden lagern in den Archiven staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, bei Produktionsfirmen und TV-Sendern im Freistaat Sachsen. Für die Sicherung und Bewahrung dieses audiovisuellen Erbes entwickelt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Filmverband Sachsen derzeit ein Konzept.

    In einem ersten Schritt wurden in einem Modellprojekt zehn sorbische Filmdokumente in verschiedenster Technik – schwarz-weiß und farbig, stumm und vertont, von 8mm, 16mm, 35mm und Betacam – rekonstruiert und digitalisiert. Kostenpunkt: rund 20.000 Euro. Beteiligt waren der Filmverband Sachsen, die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut, die DEFA-Stiftung, das Bundesarchiv und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB).

    Der Auftrag zur Sicherung der Film- und Tondokumente ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hierfür stehen bis 2018 jährlich 350.000 Euro bereit. Die Erfahrungen aus diesem Testlauf sollen bis Ende des Jahres in ein Konzept zum weiteren Vorgehen münden.

    Der Freistaat Sachsen beteiligt sich auch an der gemeinsamen Initiave von Bund, Länderm und Filmwirtschaft zur Sicherung des nationalen Filmerbes, in der es um ein 10-Jahres-Programm mit einem … [lire…]
    Zur Pressemitteilung

    [2017/03/17]

    Sicherung des Filmerbes: „Dringliche Herausforderung“

    Siebtes kulturpolitisches Spitzengespräch zwischen Bund, Ländern und Kommunen

    17. März 2017. – Auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, haben sich die Kulturministerinnen und -minister der Länder sowie Vertreter der Kommunen heute im Bundeskanzleramt zum inzwischen siebten kulturpolitischen Spitzengespräch in Berlin getroffen.

    Zur Digitalisierung des Filmerbes führte die Staatsministerin aus: „Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und angesichts des archivarischen Aufwands ist klar, dass wir auch dies nur gemeinsam bewältigen können. Auch hier wünschen wir uns weiterhin die Unterstützung der Länder.“

    Bereits seit 2012 fördert der Bund Digitalisierungsprojekte des Kinematheksverbunds. Monika Grütters hat in ihrem Haushalt die Mittel in diesem Jahr von ein auf zwei Millionen Euro erhöht. Die Filmförderungsanstalt (FFA) stellte 2016 und 2017 je zwei Millionen Euro bereit.


    Zur Pressemitteilung der BKM

    [2017/02/19]

    Bundestag lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

    218. Sitzung. – Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

    16. Februar 2017. – Der Deutsche Bundestag lehnt den Antrag BT-Drucksache 18/8888 der Fraktion Die Linke ab, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, eine nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes zu gewährleisten. Gegen die Vorlage der Linken votierten die Fraktionen der CDU/CSU und SPD bei Stimmenthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

    Alle Dokumente – mit Ausnahme der geheimen Diskussionen im Ausschuss für Kultur und Medien – sind auf der Website des Deutschen Bundestags abgelegt. Die Reden wurden zu Protokoll gegeben und finden sich im Plenarprotokoll 18/218.


    Zu den Dokumenten des Deutschen Bundestags

    [2017/02/14]

    Das österreichische Film Preservation Center nimmt Gestalt an

    Offenes Labor zur analogen Sicherung des Filmerbes, eine Stätte für Forscher und Kreative

    14. Februar 2017. – Am Rande der Berlinale informierte der österreichische Kulturminister Thomas Drozda über den Stand des geplanten „Film Preservation Center“ (FPCA). Wie die Zeitschrift profil am 13. Februar in ihrer online-Ausgabe berichtete, soll ab Juli mit dem Neubau in Laxenburg begonnen werden. Bereits Anfang 2018 soll das Zentrum regulär arbeiten.

    „Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird. Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, so Drozda im Gespräch mit profil: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“
    Vollständiger Beitrag

    [2017/02/02]

    Neue Filmreihe „DEFA-digital“

    Erstes Programm am 6. Februar 2017

    2. Februar 2017. – Seit 2012 hat die DEFA-Stiftung über 320 Lang- und Kurzfilme digitalisiert und als DCP an den Verleih übergeben. In einer neuen Filmreihe „DEFA-digital“ stellt sie nun besonders spannende Digitalisierungsprojekte vor. Melanie Hauth, Projektverantwortliche der DEFA-Stiftung, gibt Einblicke in die Restaurierung und erläutert technische Details und Besonderheiten.

    Zum Auftakt der Reihe zeigt das Kino Arsenal am 6. Februar 2017 um 19.00 Uhr Das Beil von Wandsbek (DDR 1951) sowie um 21.15 Uhr Seilergasse 8 (DDR 1960) als DCP.


    Weitere Infos

    [2017/01/31]

    Österreichs Filmerbe sichern

    Studie über die Sicherung des filmischen Erbes in Österreich

    31. Januar 2017. – Die bereits im März 2016 erstellte Studie empfiehlt die analoge Langzeitsicherung des filmischen Erbes sowie den Aufbau eines „Film Preservation Centers Austria“, das die analoge Bearbeitungskette unter einem Dach in Österreich ermöglichen soll. Dabei wird die analoge Filmsicherung auch als Standortvorteil etwa gegenüber Deutschland gesehen, wo das Bundesarchiv auf rein digitale Sicherung umstellt.

    In einem ersten Schritt wurde der Maschinenpark des letzten analogen Kopierwerks in Österreich, der vor ein paar Monaten geschlossenen Synchrofilm, erworben.

    Wie es auf der Website des Bundeskanzleramts heißt, werden in einem nächsten Schritt gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum „unter Beiziehung internationaler Expertinnen und Experten mögliche Varianten für ein Preservation Center in Österreich“ erarbeitet. Das „Film Preservation Center” soll bereits im Laufe des Jahres 2017 den Kopierbetrieb aufzunehmen.

    Neben der Studie in einer Kurz- und Langform kann auf der Website des Bundeskanzleramts auch das vom Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum erarbeitete Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ vom 26. Januar 2016 abgerufen werden. Beide Einrichtungen sehen die Langzeitsicherung nur in digitaler Form „wegen ständiger Formatwechsel und zwangsläufiger Abweichungen vom … [lire…]
    Zur Webseite des Bundeskanzleramts Österreich, Kunst und Kultur

    [2017/01/28]

    Schwarzer Peter erneut den Ländern zugeschoben

    Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

    28. Januar 2017. – Bei der 77. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 25. Januar 2017 wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ BT-Drucksache 18/8888 verhandelt. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Als Vertreter der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) verwies Abteilungsleiter Günter Wienands erneut darauf, dass nun die Länder in der Pflicht stünden. Die Sitzung war nicht öffentlich.

    Mitte Februar 2017 wird der Antrag im Plenum des Deutschen Bundestags abschließend behandelt.



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